Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3504366-3504419-3504420--821-3524792- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
13 16 Jahrgängen gehalten haben. Bis auf ganz wenige, darunter einige noch nicht Hecrespflichti^e, dienen alle mit der Waffe, und wir Lehrer freuten uns, durch sie selbst oder ihre Angehörigen über ihr Wohlergehen zu hören. Mancher von ihnen war auch freilich schwer verwundet worden, mancher von ihnen hat auch einen dauernden körperlichen Schaden davongetragen. Aber wie viele uns auch schrieben und wie viele wir auch seihst gesprochen haben — es haben uns eine grosse Zahl ehemaliger Schüler-in-Feldgrau aufgesucht — wir haben niemals von WiVerd rossen hei t gehört. War es nicht gerade die schwärmerische Begeisterung dor ersten Kriegsmonate, so drückte sich docii in allen ihren Acnsserungen das Bewusstsein aus, dass sie es als selbstverständlich erachten, ihre soldatische Pflicht ya\ tun, und für ebenso selbstverständlich hielten sie den endgültigen Sieg der de»Ischen Sache. Erfreulich ist'es, dass diese Pflichtreue auch die äussere militärische Anerkennung gefunden hat. Dank der wissenschaftlichen Befähigung, welche die ehemaligen Schüler bei uns erhalten haben, ist eine sehr grosse Zahl zu Of Fi zieren der Reserve befördert worden, zwei sogar trotz ihres jugendlichen Alters und ohne weiteren Schulbesuch zu aktiven Leutnants (Max R a m h o r s t, Fri tz Kra iisg); dreiundfünfzig — soweit bisher bekannt geworden — sind mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse geschmückt worden. — Ein Herr, auf den die Jacobsonschule mit besonderem Stolze blickt, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Es ist dies Herr Oberstleutnant Georg Rein ecke. Er war Schuler der Jacobsouschuie von 1870—7(3, besuchte darauf das Gymnasium zu Blankenburg a H, das er mit dem Reifezeugnis verHess, um beim 2. Westfälischen Feidartillerie-Regiment 22 in Münster i. W. einzutreten. Hier erhielt er das Leutnants patent, kam dann, als aus diesem Regiment das «Mindensche Feldart illerie-Regiment 58» gebildet wurde, als Oberleutnant nach Minden, und rückte hier zum Hauptmann, Abteilungskommandeur und Major auf, Ifn Jahre 1014 wurde er zum Oberstleutnant beim Stabe im 1. Westfälischen Feld aiti 11er ie-Regiment Nr. 7. befördert. Er nahm an der Eroberung von Mau beuge teil und war in der Schlacht an der Aisne Kommandeur der gesamten Artillerie der Iii. Res.-Inf -Division, bei welcher Gelegenheit ihm «für umsichtige Feuer-trrrg- und Verwendung/ seines Regiments* das Eiserne Kreuzerster Klasse verliehen wurde. Zurzeit nimmt er an der iSchJacht bei Verdun teil, von wo er dem Unterzeichneten freundlichst am 9. ds. Mts. schrieb, dass die Schlacht * langsam, aber mit sicherem Erfolg» ihren Fortgang nehme. E. Aus dem Schulleben. Das 2. Kriegsschuljuhr winde am 13. April mit der Bcgrüssung des als Erzieher und Hilfslehrer berufenen Vulksschullehrers Herrn Max Lahde und der ueu aufgenommenen 59 Schüler begonnen. Wider Erwarten hob sich im Lauft) des Schuljahres die Zahl der Hausseh iiier auf einen Bestand (150), wie er in Frieden steifen selten höher war. Die Ursache für den grossen Zuspruch zum Alumnat ist trotz des durch den Krieg in manchen Familien hervorgerufenen wirtschaftlichen Rückganges leicht ersichtlich. Die Einberufung der Vater ins Heer, die erhöhte berufliehe Inanspruchnahme der Daheimgebliebcncn, die Unrast und Ablenkungen, welche die Grosstadt in diesen Tagen, da und dort leider aucli der Heidentod des väterlichen Erziehers, veranlassen die Eltern ausgesprochener Massen, ihre Kinder dem Sehölerheim anzuvertrauen, wo sie für diese, wie in dem unsrigen, in wesentlich ländlicher Umgebung' und bei geregelter Zeiteinteilung und ständiger Aufsieht eine ruhigere und gedeihlichere Entwicklung erwarten können.