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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1890-01-01 · Heft 1 · page 14

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1890-1891
Issue
Heft 1
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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15 widmen, sein edles Leben und Wirken zu schildern und ihm insbesondere noch einmal den Dank der Schule für seine unvergänglichen Verdienste um diese auszusprechen. Nun ruht er in dem seit Jahren schon bereit gestellten Grabmal in unserem Schulgarten; ein von den Hinterbliebenen errichteter würdiger Denkstein bezeichnet weithin sichtbar die Stätte; aber dauernder und ehrender noch als dieser ist das lebendige Andenken, das er sich durch segensreiche Thaten in den Herzen der Menschen, und vor allem in der Jacobson-Schule gestiftet hat! Das Lehrerkollegium hat insofern eine bedeutsame Veränderung erfahren, als mit Schluss des vorigen Schuljahres Herr C. Gürbich nach nahezu vollen Dienstjahren von seiner Lehrtätigkeit zurückgetreten ist. Zu unserer Freude ist er indessen nicht ganz aus unserer Mitte geschieden; als Verwalter der Lehrer- und Schülerbibliotheken widmet er der Anstalt noch weiterhin seine Dienste, im übrigen sich des durch langjährige treue Arbeit wohlverdienten Rullestandes erfreuend. Was Herr Gürbich der Schule bisher geleistet hat und welche Wünsche diese und alle ihre Glieder für sein ferneres Wohlergehen hegen, hat das Kuratorium durch eine ehrende Adresse an ihn zum Ausdruck gebracht, deren Wortlaut hier eine Stelle finden möge: t^y Sehr geehrter Herr! Nach fast-dfe«mdvi6fftig* Jahren ununterbrochenen treuen Dienstes an der Jacobson-Schule sind Sie um Ihre Versetzung in den Ruhestand eingekommen. Nur mit Bedauern verzichten wir auf Ihre fernere erprobte und erfahrungsreiche Mitarbeit an unserer Schule; aber in der Erwägung, dass der Erfolg des Lehrers auch durch ein Mass körperlicher Frische und Rüstigkeit bedingt ist, über welches Sie in Ihrem hohen Alter unmöglich mehr in ganzem Umfang verfügen können, haben wir geglaubt, Ihrem Wunsch entsprechen zu sollen. Wir können Sie indessen nicht aus Ihrem Amte scheiden sehen, ohne Ihnen auch unsererseits nochmals unsere vollste Anerkennung und unseren aufrichtigsten Dank auszusprechen für die sich stets gleich gebliebene Pflichttreue, Hingabe, Umsicht und Sorgfalt, mit der Sie sich als Lehrer und Erzieher an der geistigen und sittlichen Heranbildung der unserer Schule anvertrauten Jugend unermüdlich beteiligt haben. Allen hiermit verknüpften Aufgaben haben Sie sich jeder Zeit mit demselben Eifer und auch mit demselben Erfolg unterzogen, ja über den Kreis Ihrer eigentlichen Pflichten hinaus nach jeder Richtung das Wohl und Gedeihen der Anstalt und ihrer Zöglinge zu fördern gesucht und verstanden; als stellvertretender Direktor haben Sie noch vor wenigen Jahren mit fester Hand und grossem Geschick die Leitung der Schule übernommen und diese durch alle Gefahren jener bewegten Zeit sicher hindurchgeführt. Mit herzlichster Befriedigung können Sie auf das vollbrachte Lebenswerk zurückblicken. Was unsere Schule heute ist, dürfen Sie mit Recht zu einem nicht kleinen Teile auch Ihrer gewissenhaften und aufopferungsvollen Thatigkeit zuschreiben, Die Anhänglichkeit und Verehrung von Hunderten dankbarer Schülerherzen, die Wertschätzung und Freundschaft Ihrer Kollegen, die Hochachtung und Anerkennung seitens Ihrer Vorgesetzten sind Ihrem bescheidenen Sinn der beste und kostbarste Lohn. Lassen Sie uns den Wunsch und die Hoffnung hegen, dass Sie auch fernerhin unserer Anstalt die liebevolle Teilnahme bewahren und uns gelegentlich Ihre Unterstützung mit Rat und That nicht versagen wollen! Möge der Allgütige Ihnen einen langen ungetrübten Lebensabend in Gesundheit des Körpers und in ungeschwächter Kraft des Geistes verleihen, zur Freude Ihrer Familie, Ihrer Freunde und Verehrer 1 Berlin, den 30. März 1S90. Das Curatorium der Jacobson-Schule. gez.: Rudolf Jacobson, E. Rubo^ Dr. J. Jacobson.

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