Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1890-1891
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3504366-3504385-3504386--276-3524510- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
U gelungenen Aufführung gelangte. Am folgenden Tage begannen sodann die Somm e rfe rien und währten bis zum 6. August. — Zur Feier des Sedantages machte die gesamte Schule am 2, September eine grössere Wanderung in der näheren Harzumgebung; es ging über die Brombergsköpfe und den Keller nach dem Winterberger Pavillon, dem Iberger Aussichtsturm und hinunter nach Grund und Gittelde, von wo Abends mit der Eisenbahn zurückgefahren wurde. Auch dieser Ausflug gelang aufs beste. — Am 8. September bestanden 8 Herbstabiturienten die mündliche Prüfung und wurden Tags darauf mit Ansprache des Direktors feierlich entlassen. — Am 22. September schloss das Sommersemester, am 9. Oktober begann das Winterhalbjahr. — Der 90. Geburtstag des Gencralfeldmarschalls von Moltke am 25. Oktober wurde durch Ausfall des Unterrichts und eine Schulfeier festlich begangen; Herr Dr, Münzer hielt die Festrede.—Nochmals musste der Volkszählung halber der Unterricht am 1. Dezember ausgesetzt werden. <— Die Weihn achtsferien währten vom 20. Dezember v. J. bis zum 5. Januar d. J, Am Sylvesterabend vereinigten sich die Lehrer und die anwesenden Hausschüler zu einer gemütlichen Feier im Speisesaal des Alumnats; mehrfache scherzhafte Aufführungen und Vorträge der Schüler trugen dazu bei, dass der Beginn des neuen Jahres von alten Anwesenden in fröhlichster Stimmung begrüsst wurde. Am Abend des 3. Januars gaben sodann, wieder unter Leitung des Herrn Dr. Münzer} mehrere Schüler der oberen Klassen im Wilhelmsbad eine Fortsetzung der Aufführung aus Wildenbruchs Quitzows (Akt II und III), welche vor einem zahlreichen geladenen Publikum aus der Stadt allseitigen Beifall fand; am 5. Januar wurde die Vorstellung für die inzwischen aus den Ferien heimgekehrten Schüler wiederholt, — Bei der Feier von Kaisers Geburtstag am 27. Janüar hielt Herr Dr. Schäfer die Ansprache. Der Gesundheitszustand der Schüler und Lehrer war während des ganzen Schuljahres im allgemeinen ein recht erfreulicher; nur vereinzelte leichtere Erkrankungen kamen unter jenen vor, Epidemien verschonten uns gänzlich, so dass wir in dieser Hinsicht mit ungeteilter Befriedigung zurückblicken könnten, wenn nicht der Kollege Dr, Fass Anfang November, nach der Rückkehr von einer zehntägigen militärischen Uebung, an einer heftigen Lungenentzündung erkrankt wäre, welche ihm erst kurz vor den Weihnachtsferien eine teilweise Wiederaufnahme des Unterrichts gestattete. Durch dankenswertes, bereitwilliges Eintreten der übrigen Kollegen gelang es, während seiner Behinderung den nötigen Ersatz ohne Heranziehung einer besonderen Aushilfskraft zu ste/ien. 2) Kuratorium und Lehrerkollegium. Das erstere besteht unverändert aus den Herren Rudolf Jacobson, Amtsgerichtsrat Prof. Dr. Rubo und Rechtsanwalt Dr. jur. Julius Jacobson, sämtlich zu Berlin wohnhaft. — Von den früheren Kuratoren der Anstalt verstarb Dr. jur. Hermann Jacobson, der zweite Sohn des Stifters unserer Schule, im neunundachtzigsten Lebensjahre am 27. Mai v, JP zu Berlin. 40 Jahre lang, von 1828 bis 186$, hat der Verstorbene gemeinsam mit seinem vor ihm dahingegangenen Bruder, Meier Jacobson, die Verwaltung der Schule geleitet. Im Sinne seines Vaters hat er ganz besonders zu ihrer weiteren Entwicklung und neuen Blüte in hingebender Arbeit beigetragen. Seine Liebe zu der von ihm gänzlich reorganisierten, fast zum zweiten Male gegründeten Anstalt hat er auch dadurch bekundet, dass er ihr nicht nur seine bedeutende Büchersammlung und das beträchtliche Legat von Mk, 15000 durch letztwillige Verfügung vermacht, sondern auch auf ihrem Grund und Boden seine letzte Ruhestätte zu finden gewünscht hat. Der Sarg mit den irdischen Resten des teuren Toten traf am 29. Mai, begleitet von trauernden Angehörigen, hier ein. In der Aula der Schule ward er aufgebahrt und fand eine erhebende Trauerfeierlichkeit statt, bei welcher dem Direktor verstattet war, dem Verklärten den letzten Abschiedsgruss zu