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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1889-01-01 · Heft 1 · page 6

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1889-1890
Issue
Heft 1
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
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der Bismarckstrasse war gegeben einerseits durch die Bedingung, eine direkte Verbindung mit der Direktorwohnung, welche sich im oberen Stockwerk des Schulgebäudes befindet, zu schaffen, und andrerseits durch die Notwendigkeit, das alte Wohngebäude bis zur Fertigstellung1 des Neubaues bestehen zu lassen. Die Hauptfront liegt nach Osten, was für die Bestimmung der hier liegenden Räume als sehr günstig zu bezeichnen ist: für die Schlafräume, weil im Sommer die Hitze der am Abend flach einfallenden Sonnenstrahlen nicht zu fürchten ist, und für die Arbeitsräume des 2. Stocks, weil diese vorzugsweise nach Beendigung der Schulstunden am Nachmittage benutzt werden. Der Fhysiksaal und eine der Reserveklassen, die am Vormittage im Gebrauch sind, liegen dagegen an der Westfront, Im Erdgeschoss ist von der Vorhalle direkt zugänglich der geräumige Speisesaal angeordnet. Auf der einen Seite desselben Hegen in zwei mittelhohen Geschossen: die Wirtschaftsräume, die Dienerschaftswohnungen und darüber die Wohnung des Hausvaters, welche so einen in sich abgeschlossenen Komplex bilden. Auf der anderen Seite ebenfalls in zwei Geschossen; der Waschsaal und der Badesaal mit gemeinsamem Ankleideraum, ein Stiefelputzzimmer und dergl., darüber die Garderobe, in welcher jeder Knabe einen eigenen Schrank besitzt, die Wäschekammer, sowie zwei Karzer; der Waschsaal und die Garderobe stehen durch eine besondere Treppe in Verbindung mit den Schlafsälen, welche nebst zwei Wohnungen für unverheiratete Lehrer und einem Inspektionszimmer das ganze erste Stockwerk einnehmen. Im zweiten Stockwerk befindet sich der grosse Arbeitssaal, in welchem sämtliche Schüler ihre Schul-Arbeiten unter der Aufsicht eines Lehrers anfertigen sollen. Ferner liegen hier zwei Reserveklassen, der Physiksaal mit ansteigenden Schülerbänken, einem Digestorium für chemische Experimente und einem Kabinet für d e Apparate, ein Konferenz-*) und ein Archiv-Zimmer, ein Zimmer für naturwissenschaftliche Sammlungen und eins für die Schülerbibliothek, ein grosser Saal für Handfertigkeits-Uebungen, wie Laubsägen, Modeiiieren und dergi.; ferner ist zwischen den Klassen ein Musikzimmer angeordnet, welches so durch Räume, deren Benutzung in andere Tagesstunden fällt, isoliert ist. Zuletzt ist hier die Anlage mehrerer Krankenzimmer zu erwähnen, die von den übrigen Räumen gänzlich abgeschlossen und von einer besonderen Treppe aus zugänglich sind, welche zugleich eine direkte Verbindung mit den Wirtschaftsräumen und der Wohnung der Hauseltern bildet. Bei einer etwa ausbrechenden Epidemie kann der Handfertigkeitssaal hinzugenommen und als Lazaret eingerichtet werden. Heber dem ganzen Gebäude befindet sich unter dem Holzcementdach ein geräumiger Boden. Für die Vorräte der Küche sowie für Holz und Kohlen dient ein Keller, der sich unter dem Speisesaal befindet» Ein Handaufzug, welcher durch das ganze Gebäude geht, unterstützt den Transport des Heizmaterials, der Koffer und der Wäsche. Die Fagaden sind in roten Siegersdorfer Verblendziegeln mit Verwendung von Langelsheimer Sandstein in einfachen Formen ausgeführt. Der Flur, welcher das Alumnat mit der Direktorwohnung im Schulgebäude verbindet, ist durch einen Portalbau verkleidet, welchen über der Durchfahrt ein Reliefbildnis des Stifters, das von zwei allegorischen Figuren gehalten wird, schmückt. Das Inneredes Gebäudes ist dem Zwecke desselben entsprechend in einfacher Ausstattung gehalten, für die Treppe, die Flure und die Arbeitssäle ist jedoch aus praktischen Gründen durchwegs Holzpanelierung vorgesehen. Eine reichere Gestaltung weist der Speisesaal auf, der zugleich als Fes träum dienen soll. Die Decke und die hohen Paneele sind in gebeiztem Kiefernholz, die von *) Zum Schmuck desselben schenkte Herr Bankier M. H. Strouss in Berlin 3 grosse Stiche nach Kaulbach'schen Wandgemälden im Treppenhaus des neuen Museums zu Berlin: Turmbau zu Babel, Ankunft der Kreuzfahrer vor Jerusalem, Zeitalter der Reformation.

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