Mannheim
Compact Memory

Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1882-01-01 · Heft 1 · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1882-1884
Issue
Heft 1
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3504366-3504377-3504378--098-3524332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 6) Der damalige Lehrer an der hiesigen Bürgerschule Herr Grumbach unterrichtete in 16 wöchentlichen Schulstunden gegen ein Gehalt von 150 Thalern. Dieser hat bis zu Ende des Jahres 1878, bis kurze Zeit vor seiner völligen Pensionierung unserm Lehrer-Kollegium angehört; wir erinnern uns seiner und seines ganzen Wirkens allezeit gern und mit aufrichtiger Dankbarkeit. 7) Der derzeitige Rektor der hiesigen Bürgerschule, der jetzige Herr Propst Schöner mark in Wolfenbüttel,' erteilte den christlichen Schülern der obern Abteilung Religionsunterricht in B wöchentlichen Stunden gegen eine Remuneration von 50 Thalem. 8) Der damalige Lehrer der hiesigen jüdischen Gemeinde gab 6 hebräische Stunden und versah das Amt eines Vorbeters im Tempel ■ er erhielt eine bare Entschädigung von 20 Thalern jährlich, nebst freiem Mittag- und Abendbrot. Keine dieser Stellen war eine definitive. Aus diesen kurzen Notizen geht schon zur Genüge hervor, wie unendlich schwer es fallen musste, immer die geeigneten Kräfte zu gewinnen und besonders tüchtige festzuhalten. Der Leiter der Schule musste vor allem deshalb darauf hinarbeiten, dass die Anstalt ohne Schädigung für ihre materielle Sicherheit und unter voller Rücksicht auf die durch das Stiftungskapital gebotenen Schranken, die kündbaren Stellen in definitive umwandele und diese besser dotiere. Nur alsdann konnte mit Erfolg dem häufigen und oft unausbleiblichen Wechsel der Lehrer entgegen gewirkt werden, welcher natürlich die gedeihliche Entwickelung der Schule erheblich hinderte. Meinem Vorgänger Ginsberg, über dessen segensreiche Wirksamkeit ich in der oben erwähnten Schrift: Die Jacobson-Schule p. 25—28 ausführlich berichtet habe, gebührt neben vielem andern noch das Verdienst, dass es ihm gelungen war, wenigstens zwei Lehrer, unsere treubewährten Kollegen Gürbich und Laemmerhirt, auch nach ihrer Verheiratung festzuhalten. Hierdurch war doch ein recht wichtiger Anfang für die, an sich durchaus notwendige, Stätigkeit im Lehrerkollegium gemacht. Nunmehr sind schon seit längerer Zeit alle Lehrerstellen an unserer Schule definitive und pensionsberechtigt; die Gehälter entsprechen im Wesentlichen dem von der Preussischen Regierung für ähnliche Anstalten festgesetzten Kormaletat. Über die sehr erfreuliche Zunahme des am 1. Juli 1869 begründeten Pensionsfonds (cf. die frühern Belichte), welcher hauptsächlich .zur Unterstützung der hinterbliebenen Witwen und Waisen der Lehrer und Beamten an der Jacobsonschule verwendet werden soll und dessen regelmässige Beiträge, ausser einem jährlichen Zuschuss der Schulkasse von durchschnittlich 1500 Mark, die Gebühren für Aufnahme und Entlassung der Schüler bilden, verweisen wir auf die unten folgende Tabelle (p. 14). Der jetzige Direktor hat ferner darauf hingewirkt, dass die wichtige Stelle der Hauseltern besser dotiert und die "Verpflichtungen auf das notwendige Mass der Verwaltung beschränkt werden, also auf die Verpflegung der Schüler und der Dienstboten, die Aufsicht über die Gebäude, das Inventar u. dergl. Seit 1878 sind alle Schulländereien bis auf einen ca. 3 Morgen grossen Garten verpachtet; Kühe werden nicht mehr gehalten; alle Bedürfnisse für das Haus werden von bestimmten Lieferanten entnommen. Dass der Hausvater Unterricht erteilt, ist nicht notwendig, er soll höchstens 4—6 wöchentliche Stunden (namentlich im Hebräischen) geben, indes hat man zeitweise auch hiervon abgesehen. Die Einkünfte dieser Stelle sind nunmehr auf ein Bargehalt von 1800 Mark mit voller freier Station für die Hauseltern und ihre Familie festgesetzt. Die teilweise Umgestaltung aller dieser Verhältnisse, wie überhaupt die Fortführung des von den früheren Direktoren Wohlwill (cfr. „Die Jacobson-Schule" p. 17—24) und Ginsberg mit treuer Hingebung geförderten Werks verlangten mutige Ausdauer und energisches Handeln, Selbstverständlich kann

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.