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KC-Blätter · 1931-10-01 · Nr. 5 (10.1931) · p. Seite 56

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Nr. 5 (10.1931)
Date
1931-10-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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56 Vertrauliche Beilage der K. C.-- Blätter zu Lag geringer wird. A.nd Du suchst die Gründe auf, die uns in eine Lage gebracht haben, die uns schlechthin jede Betätigungsmöglichkeit nimmt. Wenn Du, lieber Freund und Bundesbruder, davon ausgehst, daß das Korporationsstudententum unmodern werden mußte, weil es, seinem inneren Gehalt nach, der Zeit von 1848 oder, weitherzig gerechnet, von 1914 etwas zu geben hatte, dann aber nicht die Männer Hervorbringen konnte, die den Korporationen die formale Möglichkeit gaben, Anschluß zu gewinnen an die zutiefst revolutionäre Zeit von heute, so ist das nur bedingt richtig. Bedingt richtig insofern, als es nicht die Form war, als es auch nicht die Form ist, die die Korporationen gehindert hat, mit der Zeit zu gehen. Vorbehaltlos richtig insofern, als es an Männern gefehlt hat, die das Notwendige getan oder auch nur erkannt hätten. — Daß es dahin gekommen ist, wo wir heute stehen, ist die Schuld derjenigen, die uns nur die Luft zu atmen gegeben haben, die sie vor uns geatmet, die immer verbrauchter wurde, so daß sie allmählich vergiftend wirken mutzte. Der hermetische Abschluß der Studentenverbände gegen die Frische, die sonst überall in Deutschland wehte, hat sich verheerend auf die Gemüter unserer Generation ausgewirkt, abstumpfend, ja schlimmer als das: er hat die Sinne einer ungeheuer großen Anzahl Studenten völlig verwirrt. Die jungen Menschen in den Korporationen sind, vorsichtig gesägt, selig eingeschlafen und haben über dem Träumen die Wirklichkeit vergessen. Du willst sie wecken, weil Du meinst, sie könnten ausgeschlafen sein und wach. Sie sollten wach sein, doch sie sind es nicht! Sie wehren sich instinktiv gegen alles, was sie aus ihren Traum-Meditationen wecken will. So geht es nicht. — Die Form der Korporation ist, darüber sind wir einig, unbeliebt geworden. Aber nicht wegen der Couleur, Ernst! Nein, des Kopfes wegen, der sie trägt. Nicht des Kneipens wegen, sondern wegen der Stupidität, mit der junge Menschen an den Biertischen sitzen. Kein Mensch wird ein Wort sagen gegen eine Couleur, unter der ein Verständnisbereiter, im doppolten Wortsinne, steckt, niemand wird uns den Frohsinn verwehren wölb-!-, auf den wir Anspruch haben, wo; wir ernst gearbeitet haben. — o haben nur zu viele von uns den seid - verständlichen Ehrbegriff verlernt, o r da anfängt, wo das Verantwortung^, gefühl für die große Volksgemeinscha.1 beginnt. Das hat aber nie die Form der Korporation verschuldet; wer den Rahmen, den sie gibt, voll ausgefiult hat, für den war es eine lohnet, ve Lebensaufgabe, er hätte keine Zeit gehabt, zu. träumen und Selbstverständlichkeiten zu versäumen. Die Schlafsucht und die Versäumnis hat das Korporationswesen unmöglich gemacht. Wenn wir die Form wieder voll ausfüllen, wie sie unsere Kommilitonen, die 1848 jung waren, ausgefüllt haben, nicht mit demselben Inhalt vielleicht, aber mit einemailsfüllenden Inhalt, dann sind die Korporationen wieder modern und werden nicht zu Objekten der Entwicklung werden. Hier können wir, hier müssen wir vorangehen. Den inneren Gehalt der Menschen, die die Verbindung sind, wertvoll zu gestalten und zu halten, das ist die Aufgabe, die uns gestellt ist und die wir erfüllen müssen, ohne Rücksicht auf die Gefahr, daß die Erneuerung scheinbar zu spät kommt. Sie kommt nie zu spät! And eher wirst Dir bestimmt Werte in unseren Kbr. Kbr. wecken und pflegen, als daß Du ihnen die Kneipe verbietest. Denn das Gute, Vielversprechende wirst Du immer noch euer vernünftigen, wenn auch schläfrigen Menschen beibringen können, als daß Du ihnen Liebgewordenes, abso'ut nicht Schlechtes nehmen können wDü. Wir werden Anschluß gewinnen nt Menschen, bic un§ bisher nicht tonnen konnten, wenn wir uns un rhalten wollen mit ihnen. Damit, uß wir die Mütze ablegen, haben vit bestenfalls „Guten Morgen" ges % und zu mehr werden wir nicht ka men, wenn sich die Köpfe, die zur Vorschein kommen, als geistige Gla n repräsentieren. Wenn wir aber ls Verantwortungsbewußte, Wissen e, Könnende, ernsthaft Strebende k armen, können wir uns. mit jedem a asprechen, ob im Zylinder, ob l uhäuptig oder ob in Couleur. — Vu giß nicht, daß auch die anderen, e Nicht-Korporierten, die Arbeiter . ad Beamten, die Kaufleute und tze >-

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