KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 5 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Vertrauliche Beilage der K. C.-Blätter lichkeit zu mildern. Und wenn das Bewußtsein von der Notwendigkeit dieser Unterstützung sich allgemein durchgesetzt hat, werden auch die jungen K. L.er den Halt an den Netteren finden, den sie bitter notwendig haben und der in anderen Studentenverbänden viel stärker als bei uns zum Ausdruck kommt. R.A. Dr. Heinz Nosenthal (Sprev.) K. C.-Geschäftsführer. Bittere Not der Ingenieure, Techniker und Chemiker! Als Verwalter des Arbeitsnachweises für die Ingenieure, Techniker und Chemiker des K. C. muß ich mit Bedauern bekennen, daß ein Tätigkeitsbericht sich mit dem einen Wort „Fehlanzeige" erstatten läßt. 3n Monaten ist dem von mir verwalteten Nachweis nicht eine einzige Möglichkeit nachgewiesen worden, einem auf technischem Gebiet tätigen Kartellbruder zu einer, sei es auch noch so bescheiden bezahlten Berufstätigkeit zu verhelfen. Dabei ist die Notlage dieser Kategorie von Kartellbrüdern häufig eine außerordentlich große und viel krassere als die meisten der den technischen Berufen fernstehenden Kartellbrüder auch nur ahnen werden, denn diese fast stets auf das Angestelttenverhältnis angewiesenen Angehörigen der technischen Berufe unseres Kreises, namentlich die Anfänger, haben nicht nur mit der Ungunst der allgemeinen Wirtschaftslage, sondern auch mit unüberwindlichen, ihren anderen Berufskollegen unbekannten Widerständen zu kämpfen, die auf gesellschaftlichem und weltanschaulichem Gebiet liegen und gegen die der Kamps des einzelnen hoffnungslos erscheint. Man empfindet deshalb als älterer K. Cer eine tiefe Beschämung darüber, daß von den noch immer zahlreichen Kartellbrüdern, die sich in einflußreicher oder leitender Tätigkeit befinden, kein Verständnis und kein Wille zur Besserung der geradezu verzweifelten Lage zahlreicher K. C.- Techniker und Chemiker aufgebracht wird. Es erscheint fast, als ob die oft gerühmte Bundesbrüderlichkeit, die in unseren Kreisen gepflegt wird, dann aufhört, wenn es gilt, den persönlichen Einfluß für die wirtschaftlich Schwächsten einzusetzen. Die K. C.-Techniker und Ingenieure erstreben durchweg eine materielle Unterstützung in Form geldlicher Zuwendungen nur in Ausnahmefällen, und ziehen fast stets vor, den Existenzkampf aus eigener Kraft zu fuhren; was hierbei an Entsagung und stillem Heroismus geleistet wird, gelangt fast nie zur Kenntnis weiterer K. C.-Kreise. Wohl aber verlangen diese Kartellbrüder und dürfen sie wohl auch verlangen, daß jede einem Kartellbruder zur Kenntnis gelangende Möglichkeit, einem Angehörigen technischer Berufe Arbeit zu verschaffen, alsbald dem Arbeitsnachweis bekannt gegeben wird, denn jeder Techniker, Chemiker oder Ingenieur zieht es erfahrungsgemäß vor, beruflich, wenn auch in untergeordneter oder schlecht bezahlter Stellung tätig zu sein, statt der Notwendigkeit nachzugeben, sein Leben durch Hausierhandel mit Schreibutensilien, Wein und ähnlichen Dingen zu fristen, wie dies neuerdings in immer zahlreicheren Fällen zu beobachten ist. Es muß deshalb immer wieder an die K. C.-Brüder die Aufforderung ergehen: „Unterstützt den Arbeitsnachweis für die K. C.-Techniker, indem 3hr ihm jede auch nur einigermaßen geeignete Betätigungsmöglichkeit für die von ihm betreuten Kartellbrüder nachweist." Herbert F. Wertheimer (Vin.). Was kann der Hilfsfonds leisten? Als im Frühjahr 1927 die K.C.- Hilfskasse gegründet wurde, beabsichtigte man, nach und nach ein Kapital zu schaffen, dessen Zinsen für Darlehens- und Unterstützungszwecke für Vundesbrüder Verwendung finden sollten. Allzubald stellte sich heraus daß der Bedarf solcher Darlehen und Unterstützungen so groß war, daß ein Kapitalansammlung schwierig war. Hätte man alle Gesuchsteller be friedigen wollen, so wären heute sämt liche Mittel bereits erschöpft. Es gal also, Auswahl zu treffen. Von Anfang an stand fest, daß die K. C.-Hilfskasse erst die letzte Stelle des Verbandes sein dürfe, an welche An-