KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 5 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Vertrauliche Beilage der K. C.--Blätter 53 Medizinern und Juristen zusammen. Dann ist zu bedenken, daß diejenigen, die ihr Studium vorzeitig aufgeben, in der Regel Kaufleute werden. Der Hauptgrund dürfte aber in folgendem zu suchen sein: Philologen und solche, die es werden wollen, suchen vielfach Gelegenheit zur Erteilung von,Nachhilfeunterricht. Die Vermittlung dieser Tätigkeit ist aber schwer zentral für das ganze Reich zu regeln. Manchmal handelt es sich nur um einige wenige Stunderr, durch die ein Schüler schnell die Versetzung erreichen soll, und dann pflegt sich der Vater nicht erst nach Berlin an einen Arbeitsnachweis zu wenden, sondern wird am Orte seines Wohnsitzes Gelegenheit genug finden, einen Lehrer zu erhalten. Wenn ich mir nun die Frage vorlege, wie praktisch einem vielleicht vorhandenen Bedürfnis abgeholfen werden kann, so kann ich nur sagen, daß das auf dem Wege über das K. C.- Büro oder den Arbeitsnachweis nicht möglich erscheint. Die K. C.-Blätter erscheinen in zu großen Abständen, um einen schnell verlangten Lehrer Mitteln zu können. Wenn jemand in Köln oder München eine Stelle frei hat, so wird ja auch nur ein Kölner oder Münchener junger Kartellbruder dafür in Frage kommen- und so bleibt nur der Wunsch, daß sich die alteren Kartellbrüder, die Nachhilfeunterricht für ihre Kinder suchen, an die Verbindungen in ihren Orten wenden mögen. Anders liegt es natürlich bei den von älteren Kartellbrüdern gesuchten Stellen' Hier ist aber das Angebot so gering, daß praktisch zur Zeit eine Vermittlung kaum stattfinden kann. Bei dieser Gelegenheit darf ich aber einen anderen Punkt berühren. Wenn durch Inanspruchnahme irgend einer Stelle des K. C. es gelungen ist, eine Vertretung oder eine Stelle zu finden, so soll der Betreffende das kurz der vermittelnden Stelle mitteilen, Wenn ferner eine gegenseitige Unterstützung von Kartellbrüdern untereinander stattfindet, etwa in der Form, daß Aerzte sich Patienten zuweisen oder Anwälte sich Mandate schicken, so soll der bedachte Kartellbruder sich erkenntlich zeigen. Wenn auch natürlich der Grundsatz „do ut des“ nicht immer zur Anwendung kommen kann, so gebietet es doch die Höflichkeit, sich bei der Annahme eines Mandats durch einen kurzen Vermerk zu bedanken. Mindestens aber soll man, wenn der übersendende K. C.er durch einen kartellbrüderlichen Gruß seine Zugehörigkeit zum Verband betont, sich nicht davon abhalten lassen, auch in der Antwort denselben Hinweis zu machen. Ich habe oft Klagen von Kartellbrüdern gehört, die ein auswärtiges Mandat nicht an einen beliebigen Anwalt, sondern an einen — wenn auch ihnen persönlich unbekannten — K. C.er nach dem K. C.- Anwaltsverzeichnis vergeben haben, und sich dann beschwerten, daß der Kartellbruder nicht wenigstens den im Begleitschreiben enthaltenden „kartellbrüderlichen Gruß" erwidert habe. Die Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung der K. C.er zu schildern, würde den Rahmen dieses kleinen Berichtes überschreiten. Vielleicht wird die K. C.-Redaktion in einem späteren Heft einmal Gelegenheit nehmen, die vielfachen Fragen zu berühren, die sich daraus ergeben: Soll man einen Kartellbruder für seine Leistungen voll honorieren? Soll man das Honorar — etwa durch eine Zuwendung an die K. C.-Hilfskasse — ab gelten, und geht es überhaupt an, ein Entgelt völlig, selbst bei den umfangreichen Leistungen, wegfallen zu lassendies auch dann, wenn der leistende Kartellbruder es wünscht? Gerade hier ist ein Punkt, der viele Kartellbrüder aus Feingefühl veranlaßt, sich nicht an einen K. E.er zu wenden, wenn sie behandelt oder beraten werden wollen. Wenn auch allgemeine Richtlinien hier nicht am Platze sind, so kann doch durch eine offene Aussprache in den Blättern manches geklärt und angeregt werden. Die Keiltätigkeit des K. C. darf natürlich nicht dadurch beeinflußt werden, daß man den Keilfüchsen von dem Vorhandensein gewisser Wirtschaftseinrichtuugen erzählt und ihnen verlockende Versprechungen macht. Immerhin aber wird es in heutiger Zeit am Platze sein, durch die Schaffung und Inanspruchnahme von Wirtschaftseinrichtungen und durch die vermehrte gegenseitige Unterstützung der K. C.er untereinander dazu beizutragen, die Not der Zeit nach Mög-