KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 5 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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52 Vertrauliche Beilage der K. C.-Blatter Alle müssen mitarbeiten! 2m Hinblick auf die besonders schwierige Situation der Zeit sollten wir K. E.er mehr denn je zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen, wo es nur angeht. In über vierjähriger Tätigkeit auf dem Gebiete der Stellenvermittlung habe ich nur zu oft Gelegenheit gehabt, wirkliche Not auch in unseren Reihen zu sehen. Es wird nicht immer möglich sein, Kartellbrüder pekuniär zu unterstützen, doch ist es sehr oft möglich, ihnen Stellungen zu verschaffen, die dem Inhaber ein Auskommen ermöglichen. Eine Reihe von K. C.ern betrachtet es als ihre Pflicht, alle ihnen bekannt werdenden Positionen dem Stellennachweis mitzuteilen; ich muß aber leider hinzufügen, daß die Zahl dieser Kartellbrüder sehr klein ist. Nicht immer ist es möglich, die angebotenen Stellungen zu besetzen, weil die überwiegende Mehrzahl der stellensuchenden Kartellbrüder sich entweder nicht meldet oder so übertriebene, detaillierte Anforderungen stellt, daß sie unerfüllbar bleiben müssen. So verlangt ein Kartellbruder, daß die ihm angebotene 1. Assistenzarztstelle mit dem Titel „Oberarzt" verknüpft sein muß; ein anderer schließt eine Anzahl Orte aus und wünscht außerdem in ein Krankenhaus zu kommen, in dem ein Musikquartett gebildet werden kann. Tief gekränkt ziehen sich diese Kartellbrüder von der Stellenvermittlung zurück, wenn ihnen bedeutet wird, daß die von ihnen aufgestellten Forderungen den Nahmen der Möglichkeiten der K. C.-Stellenvermittlung überschreiten. Noch unter einer anderen Erscheinung leidet die Vermittlungs- ILLigkeit außerordentlich. Bei einer großen Anzahl der erledigten Anfragen wird die ausdrückliche Bitte um Mitteilung, ob und mit welchem Erfolg sich der Betreffende um die ihm angebotene Stellung beworben hat, nicht erfüllt. So erfährt die Stellenvermittlung nur in seltenen Fällen, was aus der Angelegenheit geworden ist bzw. ob eine weitere Vermittlung noch in Frage kommt. Es ist mir in dem vergangenen Jahr sehr oft gelungen, junge Kartellbrüder in einträglichen Praxen und Stellungen unterzubringen, und ich freue mich, sagen zu können, daß der größte Teil dieser Kartellbrüder ihre Dankbarkeit beweist, indem sie der Stellenvermittlung ihrerseits wieder Verdienstmöglichkeiten anzeigen. Die Lage ist heute so, daß Stellenangebote noch im Ueberfluß vorhanden sind, während Stellungssuchende die Minderzahl bilden. Wirklich günstige Ergebnisse kann die Stellenvermittlung nur dann zeitigen, wenn aus allen Teilen des Reichs die Kartellbrüder an der guten Sache Mitarbeiten und sich vor allen Dingen nicht verdrießen lassen, wenn sie hören, daß im Augenblick eine Stellung nicht besetzt'werden kann bzw. eine geeignete Stellung nicht vorhanden ist. Nur bei einem großen Material kann wirklich Ersprießliches geleistet werden. Einem Mitmenschen und besonders einem Kartellbruder helfen zu können, muß jedem K. E.er Pflicht sein. Darum unterstützt die K. C.-Stellennachweise, ihr tut ein gutes Werk! F. Riesenfeld (Spr.) Leiter des Medizinischen Stellennachweises. Mehr Gemeinschaftssinn! Die Rundfrage der K. C.-Redaktion berührt heute einen doppelt wichtigen Punkt unseres Verbandslebens. Es soll hier nicht die Rede davon sein, wie der K. E.-Hilfsfonds und wie die Unterstützungskassen der einzelnen K. C.-Verbände helfen, sondern es soll hier lediglich über das Wirken des K. C.--Arbeitsnachweises gesprochen, werden. Ich kann nun als Leiter des K. C.- Arbeitsnachweises für Philologen und Philosophen nur sagen, daß dieser Arbeitsnachweis herzlich wenig in Anspruch genommen wird. Hin und wieder kommt ein Fuchs in das K. C.- Büro und fragt, ob wohl jemand Nachhilfeunterricht für seine Kinder suche, und dann und wann schreibe ein älterer K. E.er, er suche eine Steb lung oder Tätigkeit im Kunstleber, in einem Verlag oder dergl. Alles iallem aber kann sich dieser Nachwei nicht entfernt mit den anderen vergleichen. Das scheint mir eine selr einleuchtende Ursache zu haben. Ein mal setzt sich das Gros der K.C.er aur