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KC-Blätter · 1931-10-01 · Heft 10 (Oktober 1931) · p. Seite 169

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 10 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
Seite 169 (sequence 11)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.«Blätter 169 Dr. Weder, Staatsminister a. D., Dessau. — Dr. Karl Weigt, Verwaltungsdirektor, Hannover. — Dr. H. Wendorff, Staatsminister a. D., Berlin. — Dr. C. F. Witte, Rostock. — Dr. Konrad Ziegler, Universitätsprofessor, Greifswald. Der 2. deutsch-franzöfische Kongretz der republikanischen Studenten. Von Theodor Hannes (Vin.) Aus der Erkenntnis heraus, daß eine wirkliche Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich nur dann Tatsachen werdenkann, wenn es gelingt, die Jugend beider Länder zum gegenseitigen Verständnis zu führen, hatte der Deutsche Studentenverband im vorigen Jahre einen Deutsch-Französischen Studentenkongreß nach Mannheim einberufen. Eines der Resultate dieses Kongresses war die Gründung eines ständigen Deutsch-Französischen Studentenkomitees, dem deutscherseits außer dem. D. St. V. die Hochschulgruppe der Deutschen Volkspartei, die Studentengruppe der Deutsch-Französischen Gesellschaft und die Paneuropäische Studentengemeinschaft beitraten. Auf französischer Seite sind in diesem Komitee die „Ligue d’action universitaire republicaine et socialiste (Laurs)“, „La jeune Republique“ und die „Groupement universitaire francoallemand“ zusammengeschlofsen. In diesem Jahre wurde die in Mannheim begonnene Arbeit durch einen zweiten Kongreß fortgesetzt und vertieft. Die deutschen Studenten wurden sowohl von den französischen Kommilitonen als auch der allgemeinen Oeffentlichkeit mit großer Herzlichkeit ausgenommen. Dies hinderte natürlich nicht, daß in sachlichen Fragen die Meinungen oft sehr heftig aufeinanderprallten, da alle das deutsch-französische Verhältnis betreffenden Fragen mit rückhaltloser, Offenheit diskutiert wurden. „Wir sind glücklicherweise keine Regierungsvertreter und können daher unbesorgt das sagen, was wir denken, ohne Rücksicht auf die Oeffentlichkeit nehmen zu müssen!", formulierte es einer der französischen Studenten gleichsam als Motto des Kongresses. Wie es bei derartigen Kongressen meist üblich ist, waren fast alle Reden auf ein gemeinsames Grundthema abgestimmt. In diesem Falle waren dies zwei Themen, die allen Kongreßteilnehmern gleicherweise am Herzen lagen: die Erhaltung der demokratischen Staatsform und die Schaffung eines wahren Bundes der Völker, nicht der Regierungen. Im Mittelpunkt der politischen Debatten standen naturgemäß die Fragen der Reparationszahlungen und der Revision der Verträge. Die französischen Studenten betonten mehrfach, daß für sie der Vertrag von Versailles nichts Endgültiges sei, sondern jederzeit geändert werden könne und müsse. Waren in diesen Fragen die französischen Studenten gut orientiert und daher auch zur Verständigung mit Deutschland bereit, so standen sie den deutschen Forderungen nach Revision der Ostgrenze ziemlich verständnislos gegenüber. Erst an Hand von Karten konnten wir ihnen ungefähr einen Begriff davon geben, wie unsinnig und ungerecht für Deutschland die Grenzziehung im Osten und die Schaffung des Freistaates Danzig in Wirklichkeit seien. Wenn sich auch die Franzosen alle Mühe gaben, dies zu verstehen, so blieb hier doch ein ungelöster Rest zurück. Ebenso war es tn der Frage der deutschösterreichischen Zollunion. Wenn auch französischerseits die wirtschaftliche Bedeutung und Notwendigkeit dieser Maßnahme keineswegs verkannt wurde, so hat das Wort „Anschluß" — und das ist nach französischer Ansicht die notwendige Folge der Zollunion — einen unangenehmen Klang, da die Angst vor dem „Pangermanismus" noch immer weite Kreise beherrscht. Trotzdem — und das zeugt für den guten Willen der Franzosen — heißt es in dem zum Schluß angenommenen amtlichen Protokoll: „Sie sind weiter der Ansicht, daß eine solche deutsch-österreichische Zollunion, wenn sie dazu angetan ist, auch die anderen europäischen Nationen einzubeziehen, nicht nur legitim ist, sondern auch wünschenswert für den Frieden und Wohlstand Europas." * War es bei der Behandlung dieser Probleme zeitweise zu heftigen Zusammenstößen — trotz aller Herzlichkeit der Form — gekommen, so zeigte sich bei der Behandlung des Ab-

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