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KC-Blätter · 1931-10-01 · Heft 10 (Oktober 1931) · p. Seite 166

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 10 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
Seite 166 (sequence 8)
Language
German
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K-C-WIRTSCHAFTSHILFE- Punkte gerecht zn werden. Der Wirtschaftsausschuß des Studententages hat einen Antrag eingebracht, der in folgender Form zum Beschluß erhoben worden ist: „Der 14. Deutsche Studententag erhebt schärfsten Einspruch gegen die Bestrebungen des Preußischen Kultusministeriums, eine staatliche Begabtenfürsorge einzurichten. Er lehnt die Schaffung eines derartigen Staatsstipendiaten tums grundsätzlich ab und mißbilligt aufs schärfste, daß zugunsten dieser Zwecke den bewährten Einrichtungen studentischer Wirtschaftsfürsorge bedeutende Mittel entzogen worden sind." Dieser Beschluß ist teilweise auf das schärfste angegriffen worden. So bezeichnet ihn die „Vossische Zeitung" in dem Bericht Lothar Hartmanns (29. Juli 1931) als Antrag gegen die Bemühungen des Preußischen Kultusministeriums, gegen die Förderung der Begabten. Es ist nicht wahrscheinlich, daß dies der Zweck und der Sinn des Beschlusses gewesen ist. Die D. St. hat allerdings in ihrer Korrespondenz (Ar. 17) kein Wort fallen lassen, aus dem sich der wahre Geist des Beschlusses ersehen ließ. Sie hat sich auf seine wörtliche Wiedergabe beschränkt und so trifft sie ein gut Teil der Verantwortung für das Mißverstehen, dem der Beschluß nach unserer Meinung ausgefetzt gewesen ist. Man muß aber bedenken, daß die D. St. eine Organisation der Selb st Verwaltung ist, und man darf auch nicht vergessen, daß das Stipcndienwesen bisher von dem Deutschen Studentenwerk in Dresden, in dem neben der D. St. auch der D. St. B. ernsthaft mitarbeitet, und dessen Tätigkeit bisher zu keiner, wie auch immer gearteten Beanstandung geführt hat, durchaus befriedigend bearbeitet worden ist. Soll hier wirklich, wo die Selbstverwaltung gut und richtig arbeitet, ihr Abbau durch den Staat erfolgen? Dem Verfasser wenigstens scheint es, daß die Nachr.-Heft D. St. hier nur ein gutes Recht der Studenten verteidigt. Falsch wäre es in ihrem Beschlüsse eine Spitze gegen die Begabtenförderung als solcher zu sehen! Der einzige Kommentar zu diesem Beschluß, der uns zu Gesicht gekommen ist, steht in den „Wingolfs- Blättern" (Folge 8); er entspricht der hier geäußerten Auffassung und lautet: „Am diesen Beschluß genügend würdigen zu können, muß man Kenntnis davon Haben, daß das Preußische Kultusministerium die Zahlungen an das Deutsche Studentenwerk im Gegensatz zum Reich wesentlich eingeschränkt hat, um selbst einen Fonds für die Begabtenförderung zu schaffen. Es soll mit diesem Antrag lediglich dagegen Stellung genommen werden, daß wieder versucht wird, einen Zweig der studentischen Selbsthilfearbeit staatlichen Stellen einzuverleiben und unterzuordnen." * Der Studententag befaßte sich in sachlicher Hinsicht noch ausgiebig mit Fragen der Grenzlandarbeit und der Hochschulreform; er bestellte einen eigenen Referenten für die sozialstudentische Arbeit. Wer an frühere Studententage zurückdenkt, wer sich erinnert, in wie ehrlich-leidenschaftlicher Weise dort geistige Kämpfe ausgetragen wurden, die das Werden eines neuen Geschlechtes, das Entstehen neuer Geistesrichtung zu bedeuten schienen — wie Ansicht gegen Ansicht^ Gedanke gegen Gedanken stand —, der hat seit langem den Eindruck, daß die Deutsche Studentenschaft alt geworden ist. Nicht nur die Deutsche Studentenschaft als Organisation, vielmehr die Spitzen.- organisationen der deutschen Studenten überhaupt. Im März-Heft 1930 der „K.E.-Blätter" schrieb der Vem fasser über Eindrücke, die er auf dem Studententag des Deutschen Studentenverbandes empfangen hatte. Er sagte: „Die Vollsitzungen ... ergaben das Bild einer eigenartigen Müdigkei Wo war hier zu merken, daß jung2 Leute strebend zu einem Ziele hin drängten? Wo zu empfinden, das; zwischen einzelnen Gruppen ihrer Weltanschauung noch Verschiedenheiten bestanden, die Auseinandersetzungen Hervorrufen mußten? ... War es

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