KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 164 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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164 K. C.-Blätter Nachr.-Hest Deutschen Studentenschaft den Stempel parteipolitischer Auffassung aufzuprägen, um damit bewußt oder unbewußt die breite nationale Basis, die allein eine Volksbewegung in des Wortes bestem Sinne, wie sie die Deutsche Studentenschaft sein will, zu zertrümmern. Es ist kein Geheimnis, daß die nationalsozialistische Bewegung in der Deutschen Studentenschaft so sehr an Boden gewonnen hat, daß sich die Hälfte ihrer Mitglieder oder mehr zun: Nationalsozialismus bekennen. Ls wird neben unserem Kampf nach außen die wichtigste Aufgabe des kommenden Amtsjahres sein, die in breiten Kreisen vertretene Auffassung, diese Entwicklung würde zwangsläufig zur geistigen Spaltung und damit zum Ende der Deutschen Studentenschaft führen, durch die Tat ad absurdum, zu führen. Wenn es richtig ist, daß der Nationalsozialist durch seine Einstellung zu den Fragen des Volkstums vornehmlich befähigt ist, alle persönlichen Interessen einer großen gemeinsamen Sache unterzuordnen, dann wird er sich auch mit ganzer Kraft für die Gemeinschaft der Deutschen Studentenschaft einsetzen können. Wenn das ganze Denken und Fühlen des JlationalsoziaListen nur auf den Dienst am Ganzen abgestellt ist, wird der Nationalsozialist mit uns in der Deutschen Studentenschaft einen wichtigen Teil der nationalen Aufbauarbeit sehen und er wird im Rahmen dieser Gemeinschaft mitfördern können, was vor dem Bestehen eines Nationalsozialistischen Studentenbundes von anderen — und wie behauptet werden darf — mit nicht geringem Erfolg geleistet worden ist. Will die Deutsche Studentenschaft wirklich ihren Aufgaben gegenüber dem deutschen Volke gerecht werden, muß sie eine breite Plattform bilden, auf der nicht nur eine Gruppe zu Worte kommt. Erkennen die in der Deutscher: Studentenschaft gebundener: Kräfte diese Aufgabe nicht mehr, so wird die Organisation, die wir von den Besten unseres Volkes, von den Frontstudenten, anvertraut erhielten, aufhören eine Deutsche Studentenschaft zu sein. Damit würde der wertvolle Gedanke der studentischen Selbstverwaltung endgültig zerstört werden. In dem Augenblick, in dem eine politische Partei der Arbeit der Deutschen Studentens-chaft ausschließlich ihren Stempel aufdrückt, wird man von einer Deutschen Studentenschaft nicht mehr sprechen könne n." Vcan merkt: So recht glücklich ist man nirgends mit der Neuwahl von Graz, — mit Ausnahme natürlich der Nationalsozialisten. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als abzuwaxten: Das Amtsjahr des neuen Vorstandes wird zeigen, ob seine nationalsozialistischen Mitglieder nach der Würzburger Verfassung der D.St. unparteiisch ihre Vorstandspslicht tun werden, ob sie sachlich arbeiten wollen oder ob sie alles und alles nationalsozialistisch, parteipolitisch und parteigebunden sehen und behandeln werden. Man rühmt z. B. in der „Academia" dem neuen Vorstand nach, seine persönliche Zusammensetzung ebe die Gewähr, „daß die bisherige inie auch in Zukunft wird eingehalten werden, und schafft die Voraussetzung für die straffe Handhabung der Disziplin innerhalb der D.St., wenn nur die nationalsozialistischen Vorstandsmitglieder es verstehen, sich ihrer Gruppe gegenüber durchzusetzen". Aber selbst die „Burschenschaftlichen Wege" des A.D.B. (Heft 3) sagen daß es am neuen Vorstand liegen werde, das ihm entgegengebrachte Vertrauen durch seine Arbeit zu rechtfertigen. Herr Lienau habe versprochen, zum Wohle der gesamten deutschen Akademikerschaft zu arbeiten. Die „Burschenschaftlichen Wege" fahren fort: „Allerdings wird man hoffen müssen, daß Theorie und Praxis nicht zu weit auseinandergehen." Hochschulpolitisch steht nach wie vor in erster Linie: Preußen. Wird es möglich sein, den Studentenschaften Preußens wieder die staatliche Anerkennung zu erringen? Daß es zur Zeit nicht möglich ist, hat der bisherige Vorstand nach verschiedenen Verhandlungen mit hohen Beamten des Preußischen Kultusministeriums versichert. Wir wissen, es ist die alte Frage, an der die Studentenschaft schon einmal gescheitert ist: „Volksbürgerprinzip öder Staatsbürgerprinzip". Preußen verlangt, daß