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KC-Blätter · 1931-08-01 · Heft 8-9 (August 1931) · p. Seite 143

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 8-9 (August 1931)
Date
1931-08-01
Page
Seite 143 (sequence 17)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.-Blätter 143 Reformpläne ganz oder teilweise realisiert werden können. Es ist aber nicht unmöglich, daß die katastrophale Aeberfüllung der Hochschulen zwangsläufig zu Vorschriften führen wird, die bezüglich der Studienberechtigung sich den Grotjahnschen Vorschlägen nähern könnten. Studenten, auf ein Wort! Von cand. phit Gerd-Wilh. Kleedehn. Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen läßt es sich angelegen sein, das Wandern der Studenten zu fördern. Grundsätzlich stehen die Jugendherbergen auch den Studenten offen, und zwar zu den gleichen Bedingungen wie der übrigen Jugend. In bezug auf die Ausweispflicht ist insofern eine außerordentliche Erleichterung eingetreten, als Studenten bis zum 25. Jahr nicht mehr einer Mitgliedskarte bedürfen, sondern, ebenso wie die unter 20 Jahre alten Studenten, nur eines Bleibenausweises, jedoch mit dem Zusatz „Für in Berufsausbildung Begriffene", der für 50 Pfg. von der hiesigen Ortsgruppe oder Ausweisausgabestelle zu beziehen ist. Deren Anschrift ist am Schwarzen Brett jeder Hochschule angegeben. Die Schriftleitung. „Der rechte Wanderer wird geboren!" Stimmt das? Ja, es gibt Menschen, beneidenswerte Menschen, die ein innerer Drang, eine geheimnisvolle Sehnsucht immer wieder zum Wandern zieht. Aber viel größer ist die Zahl derer, die diesen Ruf nicht in sich hören. Ich glaube, daß auch diese Menschen rechte Wanderer, Wanderer von Gottes Gnaden, sein können. Sie müssen nur einmal an eigenem Leibe und an eigener Seele erfahren, was es heißt, ein Wanderer zu sein. Jeder Mensch muß wandern! Weshalb sollen wir wandern? Sinn und Zweck des Wanderns ist verschieden gewesen in den einzelnen Zeiten. Die große Masse der Menschen des 18. Jahrhunderts z. B. sah das Wandern anders an als wir. Die „ratio", der Verstand, war alles. Er war nun einmal nicht vom Körper zu trennen. Am ihn auf die Höhe zu bringen und auf der Höhe zu halten, war man bemüht, den Körper zu stärken. And deshalb „machte man sich eine Motion". Die einfachste und sicherste Bewegung war das Wandern. Ans ist Wandern sei es das Wandern auf dem Lande» zu Wasser oder auf Skihölzern — heute mehr als ein Mittel, Krankheiten vorzubeugen und Krankheiten zu heilen. Rechtes Wandern gibt uns auch etwas für unser Inneres, für unsere Seele. Es ist Erholung. Erholung für Leib und Seele. Wandern ist Freudenquell. Ebenso hilft es den Charakter zu bilden. Deshalb ist es für die Erziehung besonders wichtig. Wandern ist Erlebnis, ist tiefinnerstes Erleben der Natur. Die Natur ist immer noch, oder vielleicht gerade heute im Zeitalter der Technik und der Großstädte die große Lehrmeisterin. Man braucht nicht romantischer Naturschwärmer zu sein. Man braucht auf den Wanderungen die Natur nicht auf alle mögliche Art zu suchen. Sie kommt ganz von selbst zu dir. Fröbel erzählt von den Wanderungen, die Pestalozzi mit seinen Kindern unternahm: „Man schloß sich auf diesen Zügen keineswegs immer an die Natur an; aber die Natur schloß sich ungesucht den Spaziergängern an; denn jede Berührung mit ihr ist ja erhebend, stärkend» reinigend." Aber nicht nur die Natur erzieht, auch das Wandern an sich als Zusammensein und Zusammenleben bildete Wandern ist Erzieher zur freiwilligen Einordnung in eine Gemeinschaft, zur Einfachheit, Selbstlosigkeit und Kameradschaft. Wandern schließt die Seelen auf — nie ist der Mensch so ganz Mensch wie auf einer Wanderung, es lehrt uns Verstehen, Einfühlen und Geben. Wandern macht uns bekannt mit unserem Vaterland und seinen Bewohnern. Es gibt uns Deutschen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und läßt uns die Heimat liebgewinnen. Dies über den allgemeinen Wert des Wanderns. Jedem Alter, jedem Stand und jedem Beruf hat es außer all diesem noch etwas Besonderes zu geben. Ein paar Worte noch über

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