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KC-Blätter · 1931-08-01 · Heft 8-9 (August 1931) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 8-9 (August 1931)
Date
1931-08-01
Page
Seite 136 (sequence 10)
Language
German
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136 K. C.-Blatter Nachr.-Hefr Also wir sind älter geworden und blicken mit dem leichten Zynismus der beginnenden Arteriosklerose auf das Gekribbel der nächsten Generation. Diese Iungens, an denen wir einen Heidenspaß haben, sind anders als wir' das darf uns nicht ungerecht machen. Ihre seelische Veranlagung muß die gleiche geblieben sein wie Deine und unsere, weil diese Veranlagung und ihr sittlicher Inhalt die einzige und wahre Aeberlieferung des K. L. ist. Damit bin ich unversehens und gegen meine Absicht ganz ernst geworden. And darum will ich jetzt einmal dieser jungen Generation in wenigen Sätzen sagen, ganz ohne den Paukenwirbel eines Festartikels, was ihnen an Gustav Cahen Vorbild und Muster sein soll. Das erste: Die Treue zu unserer Aeberlieferung, zu unserer Jugend, und den Nachfolgern in unserer Aeber-. lieferung. Der Kreis derjenigen, die heute mit innerer Hingebung sich der Verbindung und unseren jungen Freunden widmen, ist leider klein geworden. Zu dem Dutzend Menschen, die sich gern und immer wieder für die Verbindung zur Verfügung stellen, gehörst Du. Du gehörst auch zu den aktivsten Förderern des Verbindungshauses. Das zweite: Die echte Freundschaft, die sich gerade dann bewährt, wenn es darauf ankommt. Ich kann das, ohne jeden rhetorischen Aeberschwang, aus eigener Erfahrung sagen, aber besonders Deine nächsten Freunde (Karl Kauffmann usw.) rühmen begeistert Deine menschliche Verläßlichkeit, Deine Hilfsbereitschaft, Deine lautlose Tatkraft, wo immer sie gebraucht werden. Das dritte: Das dritte will ich lieber in zwei Hälften zerlegen, einen offiziellen und einen ziemlich inoffiziellen Teil. Offiziell, im Bratenrock des Festredners, rühme ich Dich als den ju8tunr et tenacem propo8i11 virum, den klaren, beharrlichen und in seiner Beharrlichkeit unbeirrbaren Arbeiter. Was Du mit dieser zähen Arbeit Deinem Stand und der Organisation Deines Standes geleistet hast, ist Dir sicherlich aus dem sogenannten zuständigen Munde feierlich gesagt worden. And nun das Anoffizielle: Du hast einen herrlichen Dickkopf. Daß das für die Anderen immer ganz bequem wäre, läßt sich nicht behaupten. Aber Dir ist er immer zugute gekommen. And schließlich und offen gesagt: eine gehörige Portion Ligenwilligkeit ist auch nicht übel. Was wir Dir und Deinen Leuten wünschen: bleib die paar Jahrzehnte, die es noch geht, unser lieber Freund und Weggenosse, Dir und uns treul Jakob Marx, Karlsruhe. 3nt Einweihung dev Heidelberger Aniversität. Korporationen im Streik — D. St. auf dem Kriegspfad. Anfang Juni dieses Jahres wurde in Heidelberg der Neubau der Aniversität feierlich eingeweiht. Die neue Aniversität gibt der immer zahlreicher gewordenen StudentengemeindeHeidelbergs Obdach, aber es erweist sich, daß zahlreiche Heidelberger Studenten außerhalb der Gemeinde stehen. Chargiert haben zur Feier nur die S. C.- Corps, der Miltenberger Ring sowie die katholischen und jüdischen Verbindungen. Sämtliche anderen Korporationen sind bewußt ferngeblieben, weil sie immer noch den alten Groll nähren, der Anfang des Jahres zu lärmenden Explosionen geführt hatte. Die D. St. veröffentlicht in ihrem Organ, dem „Studenten", eine Erklärung, in der es u. a. heißt, sie und die ihr nahestehenden Korporationen seien bei ihrer Ablehnung „von der gewaltigen Empörung gegen den „Gelehrten" Gumbel geleitet worden". Beschämend ist nicht nur die bockige Starrköpfigkeit, mit der aus dem Fall Gumbel in alle Ewigkeit noch ein ea8U5 belli gemacht wird, — beschämend ist vor allem die grobe Anwahrhaftigkeil, die sich ein absprechendes Ärteil über die Gelehrteneigenschaften Gumbels anmaßt, ohne von der Materie etwas zu verstehen. Denn das steht fest: Diejenigen Studenten, die Herrn Gumbel von der fachlichen Seite her kennen, schätzen seine wissenschaftliche Befähigung hoch ein, unbeschadet der Einstellung, die sie politisch oder menschlich zu ihm haben. Die Staatswissenschaftliche Fachschaft der Heidelberger Aniversität, die bestimmt viele politische Gegner Gumbels umfaßt, hat im Februar eine Entschließung angenommen, in

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