KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 8-9 (August 1931)
- Date
- 1931-08-01
- Page
- Seite 130 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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180 K. C.« Blätter Nachr.-Heft geisterter Kämpfer für den K. C.-Gedanken. Anfangs bei der Rheno- Silesia, wurde er im dritten Semester bei der Nassovia aktiv. Es verging kein Semester, an dem er nicht eine Charge oder Wartschaft Lnnehatte. Mit Aeberzeugung und ganzem Herzen trat er für sein Deutschtum ein und hat bewiesen, daß er jederzeit bereit war, es zu verteidigen. Mit überlegenem und suchendem Geiste bemühte er sich, die jeden K. C.er bedrängenden Probleme zu lösen. Wer hätte seine ausgezeichneten Reden und Diskussionen nicht mehr in lebhaftester Erinnerung? Er war einer von den Menschen, die jeder gern haben mußte. Immer lächelnd, immer froh, riß er voll unwiderstehlichen Temperamentes jeden mit sich fort. Wir haben mit ihm unvergeßliche Stunden verlebt. Hans Steinhauer ist tot! Wir haben in ihm einen treuen Bundesbruder und Freund verloren. Schlaf wohl, Leibburschl Julius Maas (Nass.). Heinz Schlochauer (Sil.). Ein tragisches Geschick hat den K. C. innerhalb weniger Wochen zweier blühender Menschenleben beraubt. In der Iuninummer der K. E.-Blätter lasen wir vom Tode des noch nicht 28jährigen Fritz Oppenheimer, und heute betrauern wir den Heimgang des 30jährigen Bundesbruders Heinz Schlochauer. Einer der lebenslustigsten unter den Bundesbrüdern ist uns in Heinz Schlochauer geraubt worden, einer, der stets froher Laune war und dem Leben die sonnigsten Seiten abzugewinnen verstanden hat. Die Erinnerung an ihn ist verknüpft mit der Erinnerung an die freien und ungebundenen Studentenjahre der Nachkriegszeit, die wir nach dem Druck der vier Kriegsjahre so sorglos verbrachten, wie wir uns als Schüler das Studentenleben stets vorgestellt hatten. Hier war Heinz ein unermüdlicher Gesellschafter, und mit ihm und im gastfreien Hause seiner Eltern verbrachte der damalige Silesenkreis unvergessene Stunden. Mir ist er in diesen Jahren ein treuer Freund gewesen, fast täglich waren wir zusammen und freuten uns herzlich darüber, daß wir es — erst mit Hilfe eines Restriktionsantrages — vor dem zunächst sich ablehnend verhaltenden Konvent durchgesetzt hatten, daß er mein Leibfuchs wurde. Sein Optimismus, seine stete Hilfsbereitschaft, seine nie versiegende gute Laune sicherten ihm in jedem, der mit ihm in Berührung kam, einen guten Freund und Kameraden. And so wurde er auch als Gast in Würzburg anläßlich eines Stiftungsfestes mit offenen Armen ausgenommen, und er erwarb sich in der fremden Stadt durch sein sonniges Wesen und seine alles besiegende Offenherzigkeit unter allen Kartellbrüdern Freunde. Der Gedanke, daß Heinz Schlochauer nicht mehr unter uns weilt, ist unvorstellbar, da mit ihm ein Stück unserer Jugend ins Grab gesunken ist; unvorstellbar, daß wir diesem jungen vor Gesundheit und Lebensmut strotzenden Menschen nicht mehr begegnen werden. Der Allesbezwinger Tod hat hier eine Lücke gerissen, die nicht mehr auszufüllen ist, hat nach langer, quälender Krankheit einen lieben Jungen dahingerafft, dessen Andenken alle, die ihn gekannt haben, in Treue bewahren werden. Dr. Walter Goldmann (Sil., Rh.-Sil.). Umschau. Die Schnellebigkeit unserer Zeit kommt erst so recht zum Bewußtsein, wenn man feststellt, daß bereits ein ganzes Jahr seit jenem schicksalhaften 14. September verflossen ist, der als Ausgangspunkt vieler hochbedeutsamer Entwicklungen gelten muß. Zwischen den beiden Septembermonaten hat es der Ereignisse genug gegeben, die sich besonders im letzten Viertel sprunghaft überstürzten, und die, im Ganzen gesehen, weder den unverbesserlichen Optimisten noch den aus der Fassung geratenen Miesmachern recht gaben.% Mit zu den interessantesten Vorgängen gehört Hitlers Schwur auf die Legalität, dessen Echtheit soeben erst durch die schandbaren Berliner Skandale ins rechte Licht gesetzt wurde. Was weiter werden wird, vermag niemand zu sagen, und es ist zweifelhaft, ob die neuerwachte Aktivität des Hakenkreuzpöbels wirklich der Ausbruch einer Enttäuschung über ver-