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KC-Blätter · 1931-05-01 · Heft 5 (Mai 1931) · p. Seite 85

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 5 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 85 (sequence 15)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.« Blätter 8ö „1. Auf Grund des Katholizitätsprinzips muß sich der C.V. an die katholische Lehre und die Entscheidungen der Kirche halten. 2. Da der C. V. eine bewußt katholische Organisation ist, wird er in vielen Punkten strenger sein als die einzelnen kirchlichen und seelsorglichen Gemeinden. Diese müssen oft Nachsicht üben. Denn zur katholischen Kirche muß man gehören, wenn man zum ewigen Heile kommen will. Aber C.V.er muß man nicht sein. Zugehörigkeit zum Nationalsozialismus und zum C. V. ist unvereinbar. 3. Der C. V. kann in seinen Reihen nicht dulden: a) Abgeordnete der Partei in den Parlamenten und in den offiziellen Wahlkörpern an den Hochschulen; b) Schriftleiter nationalsozialistischer Organe und Leiter der Verlage; c) Parteibeamte usw. Die ohne Zweifel große Zahl namentlich junger Leute, die den Gegensatz des Nationalsozialismus zum Christentum nicht kennten und, persönlich guten Glaubens, nur die vaterländischen Ziele sich zu eigen gemacht hätten, seien aufzuklären und auf den rechten Weg zu führen." Daß der Katholizismus immer deutlicher die Anvereinbarkeit seiner Lehre mit den Haßbestrebungen des Nationalsozialismus erkennt, wird auch aus diesem Dokument ersichtlich. Im übrigen ist aber unter den jugendlichen Mitgliedern des C. V. hierbei noch manche Erziehungsarbeit zu leisten. Wenn, wie z. B. in Würzburg, Astabeschlüsse betr. numerus cIau8U8 auch mit den Stimmen des C. V. gefaßt werden, wenn bei der oberschlesischen Abstimmungsfeier auch C. V.er gegen das Chargieren jüdischer Korporationen sich wenden,, dann ist die Aufklärungsarbeit, von der der C. V.-Seelsorger spricht, von ganz besonderer Wichtigkeit. Arbeiter-Akademiker. Eine neue Organisation stellt sich vor, genannt „Arbeitsgemeinschaft Arbeiter/Akademiker". Sie lockt zur Mitarbeit an einem Ziele, das ideal sein kann, wenn es ehrlich gemeint ist. Eine Zusammenführung der verschiedenen Stände des Volkes, wie des Arbeiters und des Akademikers, muß von jedem begrüßt werden, der in einer solchen Bindung ein kulturelles Ziel sieht. Man übersendet uns einen Aufruf „Für Freiheit, Ehre, Vaterland!", den man in den K. C.-Blättern abzudrucken bittet. Wir lesen den Aufruf und werden skeptisch. Schon auf der ersten Seite, nach einigen wirtschaftspolitischen Gemeinplätzen, erfolgt plötzlich eine sehr scharfe Anfeindung der Sozialdemokratie, deren „Schuldkonto einen Rmfang angenommen habe, wie es die Welt noch nicht erlebt habe". Sie sei schuld am „Niedergang deutscher Kultur und deutscher Sitten, an Verelendung und Verarmung". Weit entfernt von jeder Legitimation, eine Lanze für die Sozialdemokratie oder sonst irgend eine politische Partei zu brechen, erwachsen uns doch schwerste Bedenken gegen eine Organisation, die offensichtlich von parteipolitischer Bestrebtheit nicht frei ist. Vor allem aber ist uns anz allgemein schon eine Polemik iffamös, deren Schlachtruf sich gegen den „Marxismus" richtet. Wir wissen, wer sich dieser Losung zu bedienen pflegt. Wir wissen, daß ihr Erfinder und hauptsächlichster Benutzer der Nationalsozialist ist, und deshalb, lediglich deshalb, sind uns Bestrebungen suspekt» deren gedrucktes Programm immer wieder dieses Schlagwort verwendet. Die Arbeitsgemeinschaft „Arbeiter / Akademiker" fordert den Kampf „um die Seele des deutschen Arbeiters". Seelenfängerei in dieser Richtung treibt bekanntlich — mit mehr oder weniger großer Aufrichtigkeit — die NSDAP. And siehe da, im nächsten Satz stellt auch der Aufruf fest, daß als einzige Partei auf diesem Gebiete — die'NSDAP. Aktivität, entfaltet habe! Ein Pferdefüßchen scheint zum Vorschein zu kommen.... Am Schlüsse aber heißt es gar: „Die Aeberfremdung Deutschlands hat bereits ungeheure Ausmaße angenommen". Das genügt uns. Wir nehmen an, daß die Aufforderung zur Mitarbeit an uns nur ein Versehen war. Anserer Anterstützung sicher ist jede Bestrebung, die es ehrlich meint mit dem Ausgleich sozialer Gegensätze. Aeber das Wirken getarnter nationalsozialistischer Vereinigungen braucht hier kein Wort weiter verloren zu werden.

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