KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 5 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 84 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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84 K. C.«Blätter Nachr.-Heft etliche Mitglieder bei der - Debatte vertreten war, wird aus dieser Diskussion manche Anregung gewonnen haben, die er Wohl gern verwerten wird. Am aber nicht ausschließlich den grauen Ernst des Lebens an die Kursusteilnehmer heranzutragen, versammelte unser verehrter Führer Ludwig Holländer in seinen gastlichen Räumen am Ende der Tagung alle Teilnehmer, Dozenten, G. A.-Mitglieder zu einem sehr animierten Bierabend, bei dem auch für einen als „klein" annoncierten (jedoch als groß empfundenen) Imbiß gesorgt war. So ist es dank der Liebenswürdigkeit des gastgebenden Ehepaares Holländer anzunehmen, daß unseren jungen Kartellbrüdern der Berliner Ausbildungskurs in jeder Beziehung genußreich war. R. H. Verdiente Abfuhr. Ansere Zeit ist bekanntlich in erschreckendem Maße der Herrschaft der Phrase unterworfen. Mit schmetternden Redensarten wird der naive Sinn gläubiger Gemüter trunken gemacht. Die Opfer sind bedauernswert. Verwerflich aber sind die Schreier selber, die, von keiner Verantwortung belastet, ihren Jüngern die Seele vergiften. Am gefährlichsten ist das Verhalten jener Demagogen, die, während sie selbst in der Etappe hockten, in die ihr König sie gestellt hatte, die Kriegsleistung deutscher Juden zu verkleinern suchen, und zwar vor den Ohren einer Studentengeneration, die in den Kriegsjahren noch mit Kinderhöschen herumlief. Dieses Treiben wird in treffender Weise charakterisiert in nachfolgendem Offenen Briefe des volksparteilichen Abgeordneten Dr. Schultze an den Vorsitzenden der Jenaer Studentenschaft. Wir entnehmen diesem Briefe, den die „Hochschulblätter der Deutschen Volkspartei" veröffentlichen, folgende Zeilen: „Ich selbst bin kriegsfreiwilliger Student von 1914, habe bei Ppern mein „E. K." verdient, wobei ich fünffach verwundet wurde. Halten Sie es für tragbar, daß wir uns von Leuten, wie Dr. Frick und Sauckel, die an der Teilnahme am Kriege verhindert waren, als Verräter bezeichnen lassen? Glauben Sie, daß wir die dauernden Verunglimpfungen unseres obersten Heerführers und Reichspräsidenten von Hindenburg ruhig ertragen können? Ist Herr Dr. Frick überhaupt der geeignete Mann, sich als Bewahrer des Geistes von Ppern und Langemark aufzuspielen — er, der 1914 nicht dem Beispiel von uns Studenten gefolgt ist?? Ist es nicht vermessen, die heutige Studentenschaft als die Jugend zu feiern, die 1914 begeistert in den Krieg zog? Es ist doch so, daß kein einziger der heute Studierenden Kriegsfreiwilliger von 1914 war, sondern daß wir wirklichen Studenten von 1914 heute im bürgerlichen Leben stehen, und daß wir, wenn auch z. T. an den Folgen unserer Aufopferung von 1914 leidend, noch mit derselben Liebe für unser Vaterland wirken wie damals. Sie mischen sich in politische Angelegenheiten, die Sie aus eigener Anschauung und Erfahrung gar nicht kennen, obgleich Herr Hitler selbst Fernhaltung vom politischen Leben bis zum 30. Jahre verlangt! Halten Sie diese Wartezeit ein, und wenn Sie dann wieder hervortreten, empfehle ich Ihnen, das nicht mit großsprecherischen und bösartigen, eines gebildeten Menschen unwürdigen Redensarten zu tun, sondern dadurch, daß Sie ein recht tüchtiger Mensch sind, wenn es gilt, für Ihr Vaterland zu handeln!" Diese mannhaften und offenen Worte, deren Sinn auch den Interessen des so oft gekränkten jüdischen Ehrbewußtseins gerecht wird, bedeuten zugleich eine Zurückweisung von Angriffen, die der Adressat aus Anlaß von Fricks Rücktritt sich erlaubt hatte. Die volksparteiliche Landtagsfraktion Thüringens hat, wie die „Hochschulblätter" milteilen, beim Jenaer Rektorat auf Maßnahmen gedrungen, um künftige Exzesse der Studentenschaft auf parteipolitischem Gebiete unmöglich zu machen. Katholische Verbände und Rechtsradikattsrnus. Für die Stellung der C. V.-Verbände zum Nationalsozialismus sind folgende Leitsätze aufschlußreich, die der C. V.-Seelsorger in der „Akademia" veröffentlicht: