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KC-Blätter · 1931-04-01 · Heft 4 (April 1931) · p. Seite 59

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 4 (April 1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 59 (sequence 9)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.-Blätter 59 im Reichsinnenministerium Dr. Spieker in einem längeren Gedenkwort. Iustizrat Dr. Skalier, der Vorsitzende des Landesverbandes Oberschlesien des Central-Vereins (Beuthen), stellt in einem Geleitwort „Zum 20. März" ausdrücklich fest: „Die deutschen Juden, soweit sie zur Abstimmung berufen waren, haben in seltener Einmütigkeit und Vollständigkeit an ihr teilgenommen." Den Blick in die Vergangenheit richtet Iustizrat W. Immerwahr (Beuthen) in einer aufschlußreichen Aebersicht über „800 Jahre oberschlesisches Judentum". „Oberschlesiens jüdische Helden" feiert der Syndikus des oberschlesischen Landesverbandes des C. V., Dr. Iakobowitz (Beuthen), mit der Schilderung einzelner interessanter Erlebnisse aus den schicksalsschweren Abstimmungstagen, aus denen immer wieder die starke Betätigung des Heimatwillens der deutschen Juden durchklingt, schließt diese beachtliche und wertvolle Ausgabe der „C. V.- Zeitung", die u. a. mit den Bildern der verstorbenen C. V.-Führer und Rabbiner Dr. Kopfstein (Beuthen) und Dr. Braunschweiger (Oppeln) geschmückt ist. Es ist äußerst dankenswert, daß die „C. V.-Zeitung" mit dieser Sondernummer nicht nur ein Bild von der wichtigen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Mitarbeit der Juden in Oberschlesien gibt, sondern auch die Opfer, die sie für ihr Deutschtum gebracht haben, der Vergangenheit entreißt. Wie wir hören, hat der Central- Verein diese Sonderausgabe in erhöhter Auflage Herstellen und der gesamten deutschen Presse sowie den wichtigsten Reichs-, Staats-, Kommunal- und Kirchenbehörden zugeleitet. Auch die März-Nummer der nur für nichtjüdische Leser bestimmten Monatsausgabe erschien in beträchtlich erhöhter Auflage als oberschlesische Sondernummer. Der Morgen. Das erste Heft des siebenten Jahrgangs ist soeben erschienen. Einige geleitende progammatische Sätze iegen Richtung und Ziele des neuen Jahrgangs dar, wie sie sich aus der Fortführung des bisher Gebotenen und der geistigen Lage der Gegenwart ergeben. Das Aprilhest nimmt mit einer Reihe besonders bedeutsamer Arbeiten die angezeigte Linie auf, Leo Baek eröffnet das Heft mit einer Betrachtung über „Volksreligion und Weltreligion", in der er die Idee einer über das Staatliche hinausreichenden, mit ihrer Forderung an die Welt sich wendenden Religion aufzeigt. Es folgt ein Abschnitt aus dem Iosephroman von Thomas Mann, „Das bunte Kleid", ein jüngst entstandenes in sich abgeschlossenes Einzelbild von großer Schönheit. Aus dem Nachlaß Franz Kafkas erscheint eine Reihe bedeutender philosophischer Aufzeichnungen: „Vom menschlichen Dasein", „Von der Sünde", „Von der Hoffnung". Der Dorpater Religionsphilosoph D. Werner Gruehn gibt eine aufschlußreiche Einführung in einen außerordentlich interessanten Wissenskreis: „Die Stufen der mystischen Versenkung und ihre seelischen Hintergründe." Der Autor fügt seiner Abhandlung ein ausführliches Literaturverzeichnis bei. Mar Dienemann ergänzt diese Ausführungen durch eine Betrachtung: „Erlebnis und Tat", in der er das eigenartige Wesen der jüdischen Mystik darlegt. Eine eingehende Darlegung und Kritik des nationalsozialistischen Wirtschafts- Programms von Margarete Wiener kommt einem allgemeinen Bedürfnis nach Aufhellung dieses Fragenkomplexes entgegen. Eine wissenschaftlich fundierte Kritik des Programms wird hier mit leidenschaftsloser Sachlichkeit vorgetragen. Paulus van Husen gibt einen Aeberblick über „die geistigen Strömungen im Katholizismus Deutschlands". Der Frankfurter Aniversitätsprofessor Franz Weidenreich behandelt das „Problem der jüdischen Rasse" mit Sachkenntnis und großer Aeberlegenheit und gibt wertvolle, statistisch belegte Tatsachen über Rassen, Blutgruppenforschung und ^verwandte Fragen. Auch das Gebiet der Wirtschaft kommt in diesem vielseitigen Heft zur Sprache: Leopold Merzbach legt in vorzüglichen „Betrachtungen zur Wirtschaftslage" die Arsachen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise dar, und Gerhard Schacher beschließt seine Ausführungen: „Die wirtschaftliche Lage der jüdischen Minderheiten in Südosteuropa". Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich (jedes Heft ist zirka 100 Seiten stark) und

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