KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 4 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 55 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2268830-2268996-2269002--3946-3524091- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachr.-Heft K. C.-Blätter 55 (Lic.), die Inaktiven Beuthner und Fröhlich (Thur.) und der Obersekundaner Angreß, Bruder desSaxo- Bavaren. Als Kuriosum sei noch vermerkt, daß am Abend in Gleiwitz der — bereits erwähnte — Festkommers stieg, veranstaltet von der Gleiwitzer Ferienvereinigung. Deren Leiter, Referendar Reumann, erklärte in einer Vorbesprechung dem Vorsitzenden des hiesigen K. V., sie würden diesmal mit Rücksicht auf die große einheitliche Kundgebung die Teilnahme des Herrn Reichskanzlers dulden (!), verlangten aber als Entgegenkommen, daß die katholischen Verbände auf die Teilnahme der jüdischen Akademiker verzichteten. So geschehen in Gleiwitz im Jahre 1931, im 13. Jahre der Republik! Walter Lange (Sprev.) Nachwort der Redaktion: Die geschilderten Vorgänge müssen jedem, der vaterländisch fühlt, und dies nicht nur schreierisch behauptet, die Schamröte ins Gesicht treiben. Der widerwärtige Gruppenhaß, der unser Volk zerreißt, vermag selbst dann nicht zu schweigen» wenn die Feier eines Ereignisses begangen wird, das seinerzeit alle wirklich Deutschen unterschiedslos zusammengerufen hatte. Wissen die Störenfriede nicht oder wollen sie es nicht mehr wissen, daß die oberschlesischen Juden mit selbstverständlicher Eingabe um das Deutschtum ihrer Äeimat kämpften, wissen sie nicht, daß in der Schlacht am Annaberge jüdisches Blut um Deutschlands willen floß, daß unendliche Drangsalen und Qualen von jüdischen Oberschlesiern getragen wurden — um ihres Deutschtums willen? Damals, als es galt, die bedrohte oberschlesische Heimat vor hereinbrechender Polonisierung kämpfend zu schützen, hat man den Juden die Beteiligung, die sie freudig leisteten, nicht verwehrt, heute schändet eine grenzenlos undankbare Epigonengeneration das Andenken an eine heroische Kameradschaft, schändet das Ansehen des deutschen Volkes und treibt den Todespfeil der deutschen Eintracht mitten ins Äerz. Und das will einmal Führer des deutschen Volkes sein! Ultraradikale Wehrschafter. Austritt aus dem A.D.W — Ist das konsequent? Auf der Tagung des Allgemeinen Deutschen Waffenrings (A.D.W.) hatte die Deutsche Wehrschaft folgende Dringlichkeitsanträge gestellt: „Juden und jüdisch Versippten wird seitens der Verbände des Allgemeinen Deutschen Wasfenrings keine Genugtuung mit der Waffe gegeben." „Juden und jüdisch Versippte können nickt Mitglieder eines waffenstudentischen Verbandes sein." Der Waffenstudententag tat der D. W. nicht den Gefallen, diese Anträge für dringlich zu erklären. Die Motive sind unbekannt; schließlich eilt es ja auch nicht so sehr, eine Tatsache theoretisch festzulegen, die in der Praxis schon recht munter gepflegt wird. Jedenfalls entging der A.D.W. auf diese Weise der Notwendigkeit, Stellung nehmen zu müssen zu Dingen, die er betreibt, ohne sie in Wirklichkeit verantworten zu können. Die Deutsche Wehrschaft aber vermochte das deutsche Vaterland nicht anders zu retten, als daß sie die Tagung und den A. D. W. verließ. Es offenbaren sich auch hier trübe Strömungen. Im übrigen aber ist es eben immer so, daß das lauteste Bellen gewöhnlich von den kleinsten Hunden besorgt wird. Nicht mit Anrecht mokieren sich die „Burschenschaftl. Bl." hierüber mit den Worten, die Wehrschaft überschätze doch wohl etwas ihre Stellung und ihre Möglichkeiten. Daß die „Burschenschaft!. Bl." zur Sache selbst keine besondere Stellung nehmen, ist zu begreifen. Schließlich kann man bei ihrer heutigen Einstellung nicht verlangen, daß sie, die sie auf die Ausmerzung jeglichen jüdischen Elementes aus ihren Reihen stolz sind, den ideologischen Standpunkt der D.W. bekämpfen. Die Stellungnahme eines anderen Blattes aber ist beachtenswert. Die „Deutsche Hochschule", das Organ der nationalfreiheitlichen B. C.-Korporationen, kommentiert den Vorgang mit folgenden Worten: „Trotz unserer grundsätzlich gegnerischen Einstellung zur D. W. müssen wir anerkennen, daß von allen Verbänden des Waffenrings