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KC-Blätter · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. Seite 11

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C. «Blätter LI amt der deutschen Studenten und der Verband der deutschen Hochschulen, dem auch der Verband der akademischen Turn- und Sportlehrer angeschlossen werden soll, arbeiten künftig ganz selbständig.. Die Aufgaben und Arbeitsgebiete beider Organisationen liegen bereits fest. Zur Erledigung der Aufgaben, die sowohl den lehrenden als auch den lernenden Teil der Hochschulen angehen, wird eine lose Arbeitsgemeinschaft geschaffen, etwa in der Form, daß von jeder Gruppe ein oder mehrere Vertreter benannt werden, die über diese gemeinsamen Aufgaben zwanglos verhandeln und sie dann durchführen. Abstimmungen wie im bisherigen Deutschen Hochschulamt für Leibesübungen (Dehofl) sollen nicht vorgenommen werden. Die Aufgaben des früheren Deutschen tzochschulamtes für Leibesübungen werden jetzt also gemeinsam mit dem Verband der deutschen Hochschulen vom Turn- und Sportamt der deutschen Studenten durchgeführt. Die Vertreter aller Gruppen waren der Ansicht, daß durch diesen Weg eine gute Zusammenarbeit zwischen dem lehrenden und lernenden Teil der Hochschulen möglich sein werde." Indisches Siedlnngswesen. (Aus einem Vortrage beim Provinzialverband Brandenburgischer K. C.er.) Von .Rittergutsbesitzer Rudolf Mosse-Stangenhagen. Die Jüdische Landarbeit G.m.b.H. hat das Gut Großgaglow bei Kottbus im Sommer 1930 gekauft. Wir hatten uns die Aufgabe gestellt, ein Gut zu finden, das günstige Produktionsbedingungen und beste Absatzlage vereinigt, das ferner Anlehnung an eine jüdische Gemeinde bietet und eine Stadt in der Rahe hat, die den kulturellen Bedürfnissen unserer Siedler Befriedigung gibt. In allen diesen Beziehungen hat Gaglow sich in den 11/2 Jahren seit Ankauf vollständig bewährt. Bei der Aufstellung eines Besiedlungsplanes mußte von dem Menschenmaterial ausgegangen werden, das als Siedler zur Verfügung stand. Da es sehr viel mehr jüdische Gärtner als Landwirte in Deutschland gibt, und da die Finanzierung oer Gärtnersiedlung bei geringer Anzahlung der Siedler leichter möglich ist als die Finanzierung der Bauernfiedlung, wurde der Besiedlungsplan in erster Linie auf Gärtner zugeschnitten. Es werden demnach 30 selbständige Gärtnereien, und 2 selbständige Bauernhöfe, daneben vielleicht noch einige Kleinstellen für Landarbeiter errichtet werden. Im Jahre 1932 werden die ersten 15 Gärtnereien fertiggestellt und verkauft. Ehe die Siedler ihre Gärtnerei übernehmen, müssen sie eine Zeitlang als Gärtnergehilfen in unserm Siedlungsbetrieb Mitarbeiten. Auf diese Weise lernen sie die klimatischen Bodenverhältnisse kennen und wir können prüfen, ob die Leute zur Ansiedlung geeignet sind. 3m Ganzen hatten wir im letzten Jahr 2b jüdische Arbeitskräfte auf dem Gute» die zum größeren Teil im gärtnerischen Sirdlungsbetrieb, zum kleinen Teil im Gutsbetrieb (der bis zur fertigen Besiedlung von uns fortgeführt werden muß) beschäftigt waren. Die Gärtnerstelle kostet etwa 17060 Reichsmark; der Siedler muß 3000 Reichsmark anzahlen; das Restkaufgeld wird verrentet und bringt dem Siedler eine jährliche Belastung von etwa 600 RM. Wenn man berücksichtigt, daß der Siedler dafür frei wohnt und einen erheblichen Teil des Lebensunterhaltes aus dem Betriebe entnimmt, so erscheint die Belastung durchaus tragbar. Eine Bauernstelle von 50 bis 60 Morgen mit lebendem und totem Inventar kostet etwa doppelt so viel wie die Gärtnerstelle und erfordert etwa doppelte Anzahlung. Die Siedler werden freie Eigentümer ihrer Siedlung, nur sind gewisse bodenreformerische Sicherungen gegen spekulativen Verkauf der Stellen eingeführt und es wird ein gewisser Druck auf genossenschaftliche Verwertung wenigstens für einen Teil der Produkte ausgeübt. Hoffen wir» daß unsere jüdische Oeffentlichkeit uns nicht finanziell im Stich läßt. Siedeln kostet sehr viel Geld. Allein Gaglow kostet über eine Million an Siedlungsmitteln. Ich bitte darüber aber nicht zu erschrecken. Der hauptsächlichste Finanzier der Siedlungen ist nämlich der Staat. Der Staat ist überhaupt der eigentliche Siedlungsunternehmer; die gemeinnützige Siedlungsgesellschaft ist

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