Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2268989-2268991--4202-3524066
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

io ' K. ä. «Blatter Nächr.-Heft Stimme -er Menschlichkeit. . Von der Berliner Gruppe der Freunde — der deutschen Niederlassung der amerikanischen Quäker — ist folgendes Schreiben aus spontanem Entschluß an den Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gegangen: „Mit Schmerz und Scham denken wir an das Lew, das die würdelosen Vorgänge am Kurfürstendamm über Euch gebracht haben. Wir fühlen uns mitverantwortlich und mitschuldig, weil wir nicht genug getan haben, um die haßerfüllte Atmosphäre zu entgiften. Deshalb bitten wir Euch um Verzeihung für das, was Euch angetan wurde. Wir danken Euch, w enn Ihr nicht Haß mit Haß vergeltet. Wir haben Eurer in unserer heutigen Andacht gedacht: Euer Leid ist unser Leid. Wir bitten Euch, in uns Eure Freunde zu sehen." In einer Zeit, in der Haß und Verhetzungen Orgien feiern, berührt es doppelt wohltuend, die Stimme reiner, warmer Menschlichkeit zu vernehmen. Haß mit Haß zu vergelten, verträgt sich mit unserer Lehre ebensowenig, wie mit der Lehre wahren Christentums. Leider gibt es Kreise, die sich in Wort und Lat schwer am Geiste der eigenen christlichen Religion versündigen, und, wenn sie von uns daran erinnert werben, mit allen Anzeichen des schlechten Gewissens nur zu sagen wissen, „wir als Juden verstünden das nicht". Demgegenüber scheint das Christentum, das aus der oben gebrachten Erklärung der Quäker spricht, um vieles edler und wahrhaftiger zu sein? Das Deutsche Hochschulamt für Leibesübungen aufgelöst. Die „Akadem. Correspondenz der D. St." teilt mit: „Mitte November 1931 fand eine Sitzung des Deutschen Hochschulamtes für Leibesübungen statt, auf deren Lag es ordnung die „Dehofl"«11mbildung stand. Von den Dozenten wurde der Antrag eingebracht, die Satzung dahingehend zu ändern, daß künftig dem Deutschen Hochschulamt für Leibesübungen keine Beiratsmitglieder, die bisher beratende Stimme hatten, an« gehören sollten. Begründet wurde dieser Antrag damit, daß die inneren Zwiste und KompetenzstkeiLigkeiten im Deutschen tzochschulamt für Leibesübungen, durch die die sachliche Arbeit sehr erschwert wurde, nur zurückzuführen seien auf die von studentischer Seite benannten Beiräte (Altakademiker). Dieser Antrag bedeutete eine Satzungsänderung und die hierfür' notwendige Zweidrittel-Stimmenmehrheit wurde nicht erreicht, da die 6 studentischen Vertreter geschlossen gegen diesen Antrag stimmten. Die Studierenden konnten dem Antrag nicht zustimmen, da die obenangegebene Begründung der Dozenten nach ihrer Meinung haltlos und unberechtigt war. Nach Ablehnung dieses Antrages wurde von den Dozenten und Lurn- und Sportlehrern die Arbeitsgemeinschaft gekündigt, so daß das bisherige D e u t s ch e tzochschulamt für Leibesübungen damit aufgelöst war. Es muß betont werden, daß nicht die Studierenden es waren, die die Arbeitsgemeinschaft aufgegeben haben, sondern der lehrende Teil. Am Lage darauf fand eine zwanglose Besprechung zwischen Dozenten, Turn- und Sportlehrern und Studenten statt, um die Möglichkeit oer Schaffung einer neuen Arbeitsgemeinschaft zu erwägen. Von den Studierenden wurde der Vorschlag gemacht, das Lurn- und Sportamt der deutschen Studenten als einzige Zentralstelle des Hochschulsportes anzuerkennen. Für gemeinsame Fragen, die bisher vom Deutschen tzochschulamt für Leibesübungen bearbeitet worden waren, sollte dem Turnudn Sportamt der deutschen Studenten ein Beirat zugegeben werden, der bestehen sollte aus einem Dozenten, einem Turn« und Sportlehrer und einem Sportarzt. Dieser Vorschlag wurde aber von den Dozenten und Turn- und Sportlehrern abgelehnt. Daraufhin wurde mit Zustimmung aller Dozenten, Turn- und Sportlehrern und Studenten folgende Lösung getroffen: Die Schaffung einer festorganisierten, satzungsgemäß bestimmten Arbeitsgemeinschaft in der Form des bisherigen Deutschen Hochschulamtes für Leibesübungen kommt nicht mehr in Betracht. Das Turn- und Sport-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.