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KC-Blätter · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. Seite 9

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.-BläLter 9 gemeinsames Chargieren mit den Korporationen der Freiheitlichen Studentenschaft verweigert hatten. Zwar sei dem Festausschuß jeder willkommen, der Sie. hochverehrter Herr Geheimrat, beglückwünsche, der Ausschuß habe jedoch angesichts der Stellungnahme des Waffenringes geglaubt, eine Einladung an die Unterfertigte unterlassen zu sollen, damit nicht auf diesem Wege durch das angedrohte Nichterscheinen der größeren Anzahl der Chargierten dem Festakt die besondere Farbenpracht genommen werde. — Die Änterfertigte hält es für ihre Pflicht, Ihnen, hochverehrter Herr Geheimrat, hiervon Kenntnis zu geben, damit ihr Fernbleiben nicht zu Mißdeutungen Anlaß gebe. Sie betont nochmals, daß, wenn sie infolge der gewählten Art der Einladung nicht bei dem Festakt vertreten sein kann, sie doch im Geiste und mit dem Herzen dabei sein wird. Genehmigen Sie, Herr Geheimrat, nochmals den Ausdruck der besonderen Verehrung der Verbindung im K. L. Sprevia I. A. gez. Unterschrift." Herr Geheimrat Bier hat der Verbindung Sprevia schriftlich für die Glückwünsche gedankt. Daß er aus die unwürdigen Begleitumstände, die sich an seine Geburtstagsfeier knüpften, sich nicht erklärt hat, ist ihm in keiner' Weise zu verargen. Ls war auch absolut nicht beabsichtigt, Herrn Geheimrat Vier zu einem Eingreifen in den widerwärtigen Parteihader zu veranlassen. Die Persönlichkeit des greisen Gelehrten steht, wie auch aus dem Schreiben unserer l. K. V. Sprevia hervorgeht, uns viel zu hoch, als daß wir ihr zumuten wollten, sich mit all den Kleinlichkeiten und Bösartigkeiten herumzuschlagen, die von den Korporationen des Waffenrings aufgebracht werden. Es ist ein erschreckendes Beispiel von Aeberheblichkeit und Gehässigkeit, das wieder einmal von denselben Leuten geliefert wurde, die sich national nennen und nicht merken, daß durch derartige Fahnenflucht aus der Volksgemeinschaft eine Nation zerstört werden kann. Weißen Ring innerhalb der Deutschen Burschenschaft. Innerhalb der D. B. ist es zu Auseinandersetzungen über die Frage politischer Betätigungen gekommen. Wir entnehmen den „Akadem. Monatsblättern" der katholischen K. V.-Verbände (Dezember-Heft 31, S. 99), denen wir die Verantwortung für diese Mitteilung überlassen müssen, daß sich ein „Weißer Ring" in den Reihen der Burschenschaft gebildet habe, dessen Bestrebungen aus folgender Erklärung hervorgehen: „Die Deutsche Burschenschaft ist die Gesamtheit der Einzelburschenschaftrn. Die Einzelbursch enschaften sind akademisch-korporative Lebensgemeinschaften, die durch ihre selbständige Tätigkeit die burschenschaftlich-politische Erziehung und Bildung ihrer Mitglieder erfüllen. Dieser Tätigkeit darf nicht durch Maßnahmen des Gesamtverbandes vorgegriffen werden, welche das politische Handeln des Burschenschafters im Einzelfalle regeln wollen. Ebensowenig ist es Aufgabe der Deutschen Burschenschaft, im parteipolitischen Tagesleben als politischer Faktor aufzutreten. Die Aufgabe der Burschenschaften ist es, ihre studierenden Mitglieder durch Erziehung und Schulung zu befähigen, daß sie in freier Entscheidung ihr persönlichstes Leben, ihre akademische Berufsaufgabe und ihre politische Betätigung unter dem Gedanken der vaterländischen Verpflichtung auffassen und verwirklichen. Da die Selbständigkeit des Arteils vornehmste akademische Pflicht ist, wird jede einseitige Beeinflussung und Bindung zu einer bestimmten politischen Stellungnahme und Betätigung verworfen." Man muß gespannt sein, ob diese Richtung sich durchsetzen wird. Bis heute ist davon wenig zu spüren, denn zur Zeit betont die D. B. noch durchaus offiziell ihre unbedingt politische Stellungnahme. Immerhin machen sich auch anderwärts Bestrebungen spürbar, die bislang stark im Banne der Nationalsozialisten lebenden Korporationen aus dieser Abhängigkeit zu befreien (vgl. den Artikel über die „Vorgänge in der D. St.").

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