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KC-Blätter · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. Seite 7

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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K.C.-MäLLer 7 Nachr.-Hest Studentengruppen herantritt und sie zur Mitarbeit in der DSt. auffordert, um „derr Einfluß der politischen Gruppen gegenüber den Korporationen zu stärken". Obwohl wir der DSt. dort nicht mehr angehören, wo sie nicht mehr als amtliche Institution besteht, ja uns sogar im anderen^ Lager befinden, glauben wir, an diesen Vorgängen nicht achtlos vorübergehen zu dürfen. Diese Zerwürfnisse zwischen NSDStB. und Korporationen können nämlich leicht zum offenen Bruch führen. Dann ginge mit dem Ende der heutigen DSt. auch die unzweifelhaft wertvolle Tradition der früheren staatlich anerkannten „Deutschen Studentenschaft" der Frontkämpfergeneration unwiederbringlich verloren, und an eine Wiederaufrichtung einer Allgemeinen Studentenschaft wäre in absehbarer Zeit nicht zu denken. Bereits in dem Bericht über den Grazer Studententag (Oktoberheft der K. C.-Blätter) schrieb Kbr. Lennhoff: „Wir glauben: Soll die Studentenschaft aus der Krise heraus, an der sie seit langen Jahren leidet, dann muß sie ihre Kraft nicht mehr im innen- und hochschulpolitischen Kampfe verbrauchen. Sie wird ans Aufbauen gehen müssen und alle Kräfte sammeln, die in den deutschen Studenten stecken. Diese Sammlung aber wird sie bald und nachdrücklich betreiben müssen. Wir fürchten, sie wird dies nicht tun, wir bedauern dies." Nur zu bald haben die Ereignisse bestätigt, daß die Zeit, trotz der großen Not, die allenthalben im deutschen Volke herrscht, noch nicht reif dafür ist, wenigstens einen Teil des deutschen Volkes, die Studenten, zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzufassen. Statt dessen nur noch mehr des Hasses, des Bruderzwistes! Ans aber, die wir an den meisten Orten außerhalb der DSt'. stehen, bleibt nichts übrig als diese Vorgänge mit gemischten Gefühlen zu betrachten! —s. Vestigia terrent? Die Wahlen zum Asta der Aniversität Würzburg vom 10.Dezember 1931 hatten folgendes Ergebnis: Liste 1: Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund 1035 Stimmen 10 Sitze, Liste 2: Freie Hochschulgruppe 152 Stimmen 1 Sitz, Liste 3: Deutsche Waffenstudenten 406 Stimmen 4 Sitze, Liste 4: Gemeinschaft zur Wahrung der wirtschaftlichen Belange 55 Stimmen 0 Sitz, Liste 5: Einheitsliste kathol. deutscher Studenten und Studentinnen 1119 Stimmen 10 Sitze. Bemerkenswert an dieser Wahl ist einmal der große Abstand zwischen den Stimmen der Waffenstudenten und der Nationalsozialisten, sodann aber die Aeberflügelung der nationalsozialistischen durch die katholischen Stimmen. Diese Erscheinung lehrt, daß auch der nationalsozialistische Vormarsch Grenzen hat, und offenbar gerade in den Ländern, in denen er sich ursprünglich am raschesten entwickeln konnte. Entente und Studentenrecht. In einem Artikel der „V.C.-Rundschau" (Januarheft 1932, S. 233) wird berichtet, daß der österreichische Regierungsrat Klebinde — derselbe, der die Nachprüfung der Gleispachschen Studentenordnung vor dem Verfassungsgerichtshof veranlaßte — sich in einem Aufruf in der „Neuen Freien Presse" gegen den Studentenrechtsentwurf des österreichischen Anterrichtsministers gewendet habe. Die „V. E.-Rundschau" nimmt nun ihrerseits gegen diesen Aufruf Stellung, was ihr gutes Recht ist. Ihre Beweisführung ist jedoch nicht immer anz logisch und nicht frei von ereblichen Geschmacklosigkeiten. Sie nimmt es Herrn Klebinde übel, daß er sich über die Ausschreitungen entrüstet, die im Zusammenhang mit dem bekannten Verfassungsgerichtsurteil entstanden sind. Sie zitiert einige Sätze aus dem Klebindeschen Aufruf, in denen anscheinend von schweren Verletzungen eines jüdischen Studenten die Rede ist. Ganz klar geht aus dem Aufruf nicht hervor, welcher Art die Mißhandlung, über die Klebinde sich empört, gewesen sind, jedenfalls läßt es sich aus den Zitatbruchstücken, die die „V. C.-Rundschau" bringt, nicht entziffern. Der „V. C.-Rund» schau", deren freudige Zustimmung zu Krawallen wir schon öfter an den Pranger stellten, genügen jedenfalls schon diese Zitate, um erstens die von der gesamten Tagespreffe bezeugten

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