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KC-Blätter · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. Seite 4

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 K. C.-Blätter Nachr.-Heft daß wir angesichts dieses Umstandes nur zu sicher mit einem sechsten Male rechneten. Wir hatten schon im Sommer 1931 erklärt, daß die Beteuerungen, eine abermalige Wiederholung werde unbedingt verhindert werden, keinen Pfifferling wert seien, weil feierliche Schwüre nach den Ereignissen keine Vorbeugungsmaßnahmen sind. Es soll zwar n'ccht verkannt werden, daß nach den Sommerkrawallen — also nach dem 5. Male — gewisse Vorkehrungen getroffen wurden, wie Torkontrolle und vorübergehende Stationierung eines einzelnen Polizeibeamten. Auch waren 2 Studenten relegiert worden — im Sommer ein Kommunist, im Januar 1932 ein bei den Vorplänkeleien beteiligter Nationalsozialist. Die Maßnahmen der Behörden waren aber, wie das traurige Ergebnis lehrt, gänzlich unzureichend, und konnten die Krawalle anläßlich der „Asta"-Wahl nicht hintanhalten. Der erste Fehler war der, daß man überhaupt die' „Asta"-Wahl in den Räumen der Aniversität duldete. In die amtlichen Säle gehörte diese PrivaLveranstaltung nicht hinein, umsoweniger, als die politischen Zeitumstände einen unruhigen Verlauf dieses Aktes als naheliegend erscheinen ließen. Vollkommen unverständlich ist aber, daß die Warnungszeichen nicht beachtet wurden, die einige Tage vor dem Hauptsturm sich in zunächst geringfügigen Entladungen der gespannten Situation kenntlich machten. Das Allerschlimmste ist die kaum noch erträgliche Gutgläubigkeit des Rektors, der immer noch mit der Methode des ... „aber meine Herren!"... die Radaubrüder zu besänftigen hoffte, obwohl seine Vorgänger bereits damit elend Schiffbruch gelitten halten. Es ist ein tragischer Irrtum, der heute eigentlich niemandem mehr unterlaufen sollte, zu glauben, daß akademischer Pöbel durch Zureden anstatt durch Zu s ch l a g e n kuriert wird. Mit welch einer Blüte des Akademikertums man es zu tun hatte, erweist der nachstehende Bericht des Kbr. Gerd Pinkus (Sprev.), der die gesamten Vorgänge als Beteiligter miterlebt hat. Wir entnehmen dem uns zugegangenen Bericht folgende markanten Stellen: „Am Dienstag, den 19. 1. cr. kam es zu den ersten Anruhen. Es erscholl von seiten der Nazis in der Elfuhrpause der Ruf: „Alles raus". Die Nazis versammelten sich auf dem den Linden zugekehrten Vorhof; auf dem Balkon in der ersten Etage erschien ein Nazi, entrollte eine tzakenkreuzfahne und forderte. zur Beteiligung an der Wahl auf. Die Rede schloß mit dem Ruf: „Heil Hitler". Der betr. Student 'ist inzwischen' relegiert worden. Am Mittwoch, den 20. 1. cr. ereignete sich nichts. Am Donnerstag, den 21. 1. cr. kam es wieder zu Unruhen. 11m 11 Uhr bestieg ein Nazi eine Bank, rief: „Silentium, alles herhören!" und teilte die Relegation des stad. Hilper mit. Diese Rede wurde von seiten der Kommunisten mit Pfeifen beantwortet. Darauf stimmten die Nazis das Wessellied an und riefen: „Deutschland erwache, Juda verrecke!" Das wurde von der Linken mit dem Absingen der Internationalen beantwortet. Es kam zu kleinen Rempeleien. Eine Scheibe wurde zertrümmert, Flugblätter wurden verstreut und die Plakate von unseren Brettern abgerissen. Schon nachdem die Nazis zum ersten Male gesungen hatten, begab ich mich mit Bbr. L. zum Rektor, um dessen Eingreifen zu veranlassen. Wir wurden aber, trotz unserer dringlichen Vorstellung nicht vorgelassen, da der Rektor in einer Konferenz war. Daraufhin begaben wir uns in die Halle zurück. Hier wurde ich, als ich mich den streitenden Parteien näherte, von hinten angerempelt, dann wurde mir von hinten die Mütze vom Kopf gerissen. Ich begab mich hernach sofort wieder zum Rektor. Als ich in seinem Vorzimmer ankam, stürzten sechs Schupos des inzwischen von Studenten alarmierten ' Aeberfaklkommandos durch einen Seiteneingang in die Universität. Der Rektor, der das tzerannahen des Aeberfällkommandos entweder selbst gesehen hatte, oder davon benachrichtigt worden war, erschien und hielt die Polizei vom Eingreifen ab mit denr Bemerken, er werde selbst die Streitenden zu beruhigen versuchen. Die Schupo solle sich inzwischen in seinem Vorzimmer auf-

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