KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 1 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2268830-2268989-2268991--4195-3524059- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachr.-Heft K. C. »Blätter Z in eine Dankadresse zum 60. Geburtstag umzusetzen. Und doch muß es sein! Lieber Mainzer, Du weißt selbst, welche Liebe und Verehrung Du in allen Kreisen Deiner Bundes- und Karlelkbruder besitzest! Jeder in unserm Bund weiß, was Du, der Mitgründer der alten Badenia, erst für sie und dann für den ganzen K. C. geleistet hast! Ob es nun galt, auf der alten Hirschgasse den langen Speer zu schwingen oder in der p. p. Luite sine sine anzutreten, ob es sich darum handelte, das krasse Gemüse auf dem Paukboden so lange zu vermöbeln, bis es „stand" oder aber im Convent in wuchtiger — und manchmal sehr tanger — Rede die Gegner in Grund und Boden zu reden, ob es um die Verfechtung des Kartellgedankens sich drehte, der anfangs durchaus nicht im Sinne aller alten Badenen lag, immer und immer standest Du in erster Reihe, schlugst kräftig um Dich und auf die andern ein — auch im alten Bahnhof in Würzburg, als wir David Rothschild aus einem antisemitischen Pöbel herauspauken müßten — immer war es die Macht und Wucht Deiner Rede — manchmal durch kräftige Püffe unterstützt —, die sich durchsetzte und Deine Führernatur vorausgehen ließ. Andere pflegen sich mit beginnendem Philisterium auf dem Sofa ihrer Erinnerungen zu mästen, für Dich gab's auch dann kein Ruhen und Rasten, der A. H. V. Badenia ist einzig und allein Dein Werk, und daß die Bavaria jetzt „auf dem eigenen Hause" die Tradition der Alten fortsetzen kann, wäre nie und nimmer erreicht worden, wenn Du nicht in jahrelanger, mühevollster Arbeit Dem Ganzes für die Errichtung des Hauses eingesetzt hättest. Ich will davon absehen, Selbstverständlichkeiten hervorzuheben. Es lag in der Linie Deines ganzen Tatwillens, daß Du im Geschäftsführenden Ausschuß des K. C., im C. V., jm Bne Brith-Orden und schließlich auch in der Politik Deine jugendliche Begeisterung für den K. C.-Gedanken zu verbreiten und durchzusetzen versuchtest, daß Du Dich immer und stets, wo es nur galt und möglich war, in die erste Reihe der Kämpfer als unser altbewährter Kämpe stelltest! And da sollten wir Dir zum 60. Geburtstag nicht danken, nicht all unsere Liebe und Verehrung Dir zum Ausdruck bringen mit dem Wunsch, daß ein gütiges Geschick Dir, Deiner Frau, Deinen Kindern und der unübersehbaren Schar der Bundes- und Kartellbrüder und Freunde Deine Iugendfrische, Deine Begeisterungsfähigkeit, Deine Tatkraft, Deine ewige Jugendlichkeit erhalten möge! Es ist zur Zeit kein Anlaß zu großen Feiern, am allerwenigsten für uns. Ich hege aber die feste Aeberzeugung, daß der 30. Januar für jeden K. C.er ein Festtag sein wird, an dem jeder mindestens für eine Minute sein Tagwerk unterbrechen und in aufrichtiger Dankbarkeit Deiner gedenken wird. And wenn die Zeiten wieder besser und die Tage wieder froher sein werden, dann wollen wir die Feier in Alt-tzeidelberg „auf dem Hause" nachholen und uns vereinen zu einem großen, brüderlichen Dankesfest in honorem unseres Mainzer! Danken müssen wir dann aber auch unserer „lieben Frau" Lucie, der stillen Dulderin, wie ich sie schon einmal genannt habe, die uns ihren Mann immer und immer wieder freigibt und schenkt! And nun Schluß, Lieber Mainzer, sonst könntest Du gar stolz oder gerührt werden und beides ist überflüssig. Zu allerletzt nur noch ern kleines ärztliches Rezept — von Paracelsus oder irgendeinem andern unserer ärztlichen Klassiker: „Wenn Du Dein Leben verlängern willst, dann verkürze die Conventssitzungen." Wie immer herzlichst Dein Gustav C a h e n. Zum sechsten > Male Krawalle au der^Berliner Universität. Wir hätten gewünscht, weniger gute Propheten zu sein. Als im Sommer 1931 sich nationalsozialistische Gewalttaten an der Berliner Aniversität ereignet hatten, hatten wir uns die Feststellung erlaubt, daß es diesmal das fünfte Mal seit dem Sommer 1929 gewesen sei, daß die Passivität der Behörden an allen stuf Malen mitschuldig gewesen sei, und