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KC-Blätter · 1932-03-01 · Aufsatzheft 1 (März 1932) · p. Seite 26

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Aufsatzheft 1 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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26 K. C.--Blätter Von welcher gewaltigen Bedeutung gerade das zuletzt hervorgehobene Moment der Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit im Sportbetrieb einer Verbindung ist, kann eigentlich nur derjenige recht beurteilen, der selbst mehrere Semester hindurch in der Schar seiner Bundesbruder zum Sportplatz oder zur Turnhalle gezogen ist und dort im Training oder Wettkampf seine Kräfte erprobt hat. Ein durchaus gesunder sportlicher Ehrgeiz befähigte den Einzelnen zu Leistungen, die er allein nie erreicht hätte, Staffeln und Mannschaftswettbewerbe erzeugten ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Kameradschaft, das über den Sportplatz hinaus andauerte. Für nicht wenige werden gerade diese Sportnachmittage oder »abende die schönsten Erinnerungen ihrer Aktivitätszeit bleiben. Da fuhr man nachmittags heraus zu dem an der Peripherie der Universitätsstadt gelegenen Sportplatz, in der Hand den Koffer oder die Mappe mit den Sportutensilien und den in aller Eile selbst bereiteten Broten, tobte sich zwei- Stunden tüchtig aus, lies, sprang, spielte Handball, Faustball, ließ sich vom Sportlehrer durch gymnastische Uebungen, die mit einem geradezu teuflischen Geschick erfunden waren, die Knochen durchkneten, und saß dann noch ein paar Stunden in einem netten kleinen Gartenlokal im Freundeskreis zusammen, bis man es im Hinblick auf ein am nächsten Morgen bevorstehendes Kolleg für angebracht hielt, die gastliche Stätte zü verlassen und heimzugehen. War man freilich ein ganz großer Sportenthusiast, dann begnügte man sich hiermit noch nicht, sondern radelte am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe im Trainingsanzug wiederum zum Sportplatz und absolvierte dort seine vorgeschriebene Rundenzahl, bis die Müdigkeit verflogen und der Kopf für die Weisheiten des Herrn Professors aufnahmefähig war. Man erregte dadurch zwar bei der Mehrzahl seiner Bundesbrüder ein bedenkliches Kopsschütteln, aber desto größer war dann die gemeinsame Freude, wenn beim tzochschulsportfest in der Staffel alles klappte und der Mannschaftsführer im Sportdreß der Verbindung vom Rektor den Preis entgegennehmen konnte. Heute ist der Sportbetrieb aus einer studentischen Verbindung, die nicht nur auf Fechten und Trinken Wert legt, kaum noch wegzudenken. Eine frühere Zeit mag im Bier- und Fechtkomment die Mittel zur Schaffung studentischer Fröhlichkeit und freundschaftlicher Verbundenheit gefunden haben, eine neue Zeit sucht das gleiche Ziel mit anderen Mitteln zu erreichen. Das soll keineswegs heißen, daß nicht auch der Student von heute in einer schönen Schlägerpartie einen sportlichen Wert erblicken oder auf einer feuchtfröhlichen Kneipe dem edlen Gerstensafte zusprechen könnte; daneben aber lernt er die Werte kennen, die sportlicher Wettkampf im Kreise der Bundesbrüder zu geben vermag. Wenn sportlicher Geist und bundesbrüderliche Gesinnung Zusammentreffen, wird der Boden für Freundschaften bereitet, die nicht mit der Aktivität ihr Ende finden, sondern ein Menschenleben lang Zusammenhalten, in der Erinnerung an wahrhaft fröhliche Studentenzeit.

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