KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Aufsatzheft 1 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 K. C.-Blätter Auf Anregung der Freiheitlichen Studentenschaften an der Universität und an der Technischen Hochschule zu Berlin kamen zu Beginn des Jahres 1928 die Vertreter dieser Studentenschaften, gemeinsam mit den Vertretern der großen Verbände, in Berlin zusammen und gründeten den Deutschen Studentenverband (D.S1.V.), als die Zusammenfassung aller republikanischen Studenten, vom Zentrum bis zu den Sozialisten. Die Ziele des Verbandes werden am besten gekennzeichnet durch eine Entschließung, die der 2. Studententag des D.St.V. annahm: „Der 2. Studententag des D.S1.V. bekennt sich im Sinne der bisherigen Tätigkeit des D.St.V. zum Gedanken der studentischen Selbstverwaltung, als deren praktische Voraussetzung er eine ehrliche Bejahung der demokratischen Republik durch die Gesamtstudentenschaft ansieht. Er billigt die bisherige Arbeit des Vorstandes und spricht die Hoffnung aus, daß auch in Zukunft weiter an der Schaffung dieser Voraussetzung gearbeitet wird. Eine Volk und Staat verantwortliche studentische Selbstverwaltung hat sich auf die Durchführung konkreter studentischer Aufgaben im Rahmen der Hochschule zu beschränken und sich von unfruchtbarem Scheinparlamentarismus fernzuhalten." Aus die weiteren Ziele des D.St.V., besonders aus sein sehr interessantes Hochschul-Reform-Programm einzugehen, ist hier nicht der Platz. Wer hierüber näheres wissen will, lese in der monatlich erscheinendeu Zeitschrift „Student und Hochschule" nach. Innerhalb dieses Verbandes, der 30000 deutsche und österreichische Studenten umfaßt, hat der K. E. seine hochschulpolitische Aufgabe' zu erfüllen. Die hochschulpolitische Aufgabe des K. C. ist sein altes Ziel, der Kampf gegen den Antisemitismus auf den Hochschulen. In der Hochschulpolitik wird dieser Kamps heute geführt, ja der Antisemitismus ist eines der wesentlichsten Merkmale der Hochschulpolitik geworden. Würden wir diesen, unseren Kamps alleine, als „jüdische Gruppe" führen, würden wir uns fernhalten von der großen Zahl derer, die — wenn auch aus anderen Gründen — den gleichen Kampf führen, so würden wir eins der Elemente des K. C. aufgeben: das Recht zum Kampf, hergeleitet aus der Synthese aus Deutschtum und Judentum! Einreihen müssen wir uns in die Front aller derer, die bereit sind gemeinsam mit uns zu kämpfen für die freie Republik, gegen Rassen- und Klassenhaß! Wir müssen uns geistig stählen für diesen Kamps mit einem Gegner, der nicht immer ritterlich ist, damit wir dereinst die Verpflichtung, die wir mit dem Beginn des Studiums der Nation, dem ganzen Volke gegenüber übernehmen, Führer des Volkes zu werden, erfüllen können. K. C.er sein, heißt Kämpfer sein, getreu dem Wahlspruch unserer ersten Verbindung, der „Viadrina" zu Breslau: „Nemo me impune lacessit!“