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KC-Blätter · 1932-03-01 · Aufsatzheft 1 (März 1932) · p. Seite 17

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Aufsatzheft 1 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Nachr.--Heft K. C.-Blätter 17 Außen-Umstände sich in jedem Falle einzufügen. So unser persönliches Empfinden. — Es wird Geschichte bleiben, was der K. C. für das deutsche Judentum geleistet hat. Er war der Beginn einer Bewegung, die heute zu einer machtvollen Entwicklung geführt hat. Aus dieser Tatsache erklärt sich, daß es keine große jüdische Bewegung außerhalb des Zionismus gibt, bei der nicht K. C.er an der Spitze stehen. Die Freundschaft, die uns als K. C.er verbindet, ist nicht nur die Erinnerung an gemeinschaftlich verbrachte Iugendtage, sondern es ist die Erinnerung an die Selbsthingabe für einen Gedanken. — Wie sieht der Außenstehende de« K.C.? Von Dr. Alfred Wiener (Berlin). In diesen bescheidenen Ausführungen soll der jüdische Deutsche zu Worte kommen, der den K. C. von außen her sieht und einen großen Teil der K. C.er, alter und junger, Führer und Geführter, dazu die Geschichte des K.C., seine Tendenzen und seine Gegenwartsarbeit, einigermaßen kennt. Eine Sache kennen, die von lebendigen Menschen getragen ist, und die gar vom politischen Tageskampfe umbrandet wird, heißt Zuneigung oder Abneigung für sie aufbringen. Allerdings nicht so ungerecht, wie derjenige, der nur das Aeußere, nur „Aeußerlichkeiten" sieht. Kommt diesem ein farbentragender Student, ein K. C.er, auf der Straße entgegen, und erkennt er ihn als deutschjüdischen Studenten, so freut er sich: Es ist schön, daß auch unter uns Juden farbentragende Verbindungen bestehen. Oder er wird erbost: Auch schon unter den Juden wird die Farbenfexerei nachgeäfft! Das ist überhaupt die Schwierigkeit für den Außenstehenden, gegenüber dem K. C. gerecht zu urteilen. Er hat sich mühselig von der Vorstellung frei gemacht, als bestehe das Studium der Farbentragenden anders als in der Erfüllung des Dreiklanges: Wein, Weib, Gesang. Langemark hat mit Recht jedem Studenten von damals einen Lorbeerkranz aufs Haupt gesetzt. Der Werkstudent und die tausend Anderen, die mühselig von der Hand in den Mund leben, um der Wissenschaft zu dienen, haben ihm Hochachtung vor vielen Studenten beigebracht. Aber nun setzt er aus Beobachtungen, wenn auch aus unrichtigen» jeden farbentragenden Studenten einem Erzfeinde der Republik gleich, und der farbentragende K. E.er, der gewiß der deutschen Republik verständnisvoll gegenüber steht, steht im Schatten des Argwohns gegen jeden farbentragenden Studenten schlechthin. Der einfache Deutsche, also auch der jüdische, wird vielleicht schwer mit dem Farbentragen heute in der Gegenwart fertig. Das hält er für eine alberne Spielerei, unwürdig unserer vaterländischen Bedrängnis, unserer wirtschaftlichen Rot. Der einfache Mann hat nicht den Schuß Romantik im Blute, der dazu gehört, den Farben des Studenten Sinn und Berechtigung zu geben. Mit diesem schweren Hindernis hat der K. C.er gegenüber der jüdischen Umwelt stark zu rechnen. Er wird es

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