KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Aufsatzheft 1 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C---Blätter ll Bewußtsein seiner durch nichts getrübten Jugend genoß. Freilich» der K. C.er stand von Anfang an im Kampf für sein Ziel. Aber auch auf diesen Kampf griff die jugendliche Lebensfreude über. Aus Erfolg wie aus Mißerfolg floß Begeisterung. Durch Mißerfolg und durch Erfolge leuchtete in doppeltem Licht Helle, gewisse Zukunft. Verließ der K. C.er die Hochschule, dann kam er sogleich in Amt und Würden. Dann machte ihn seine Berufsarbeit materiell unabhängig und brachte ihm überdies die gehobene Stellung ein, in der der Akademiker zu jener Zeit stand. Materielle Sorgen, die seine Existenz in Frage stellen konnten, hat der K. C.er wie auch jeder andere Akademiker fast nie gekannt. Er stammte zumeist aus Familien des bürgerlichen Mittelstandes, die den studierenden Sohn immer mit genügenden Geldmitteln versehen konnten. Es war ja wie ein Wetteifer unter den Familien, wenigstens einem Sohn durch einen akademischen Beruf die Zukunft zu sichern. Wir würden uns selbst belügen, wenn wir nicht zugeben, daß auch heute noch vielfach der Sohn zu einem akademischen Beruf bestimmt wird in der unausgesprochenen Hoffnung, daß auch heute noch der Akademiker in angesehener Stellung Existenzmöglichkeiten findet. Wir müssen auch weiterhin feststellen, daß der Akademiker der Gegenwart immer noch ein besonderes Ansehen aus Titel und Beruf genießt. Wir wissen freilich, daß dieses Ansehen aus jener „guten Zeit" stammt und daß es in dem Maße schwindet, in dem der Akademiker von dem unerbittlichen Wirtschaftsprozeß ergriffen wird. Und zuletzt stellen wir noch fest, daß sich auch heute vielfach die Vorstellung von einem farbentragenden Studenten in nichts geändert hat. Die Vorstellung hat sich nicht geändert, dafür aber der Student. Wer kommt heute an die Hochschule? Wie ist heute der studierende K. C.er materiell gestellt? Die zweite Frage erledigt sich mit der Beantwortung der ersten. Wir alle, die wir heute studieren, wissen nur zu gut, daß sich der Betrag, der uns im Monat zur Verfügung steht, auf ein Minimum beschränkt (abgesehen von vereinzelten Ausnahmen). Und wir sind schon zufrieden, wenn für uns die günstige Aussicht besteht, für die Dauer des Studiums — die im Gegensatz zu früher so kurz wie möglich bemessen sein muß — materiell einigermaßen gesichert zu sein. Die K. C.-Verbindungen bauen schon seit Semestern auf der Tatsache des „kleinen Wechsels" ihre Semesterarbeit auf. Es ergab sich von selbst, daß alles das entfallen mußte, was früher Regel, heute nicht mehr finanziell zu leisten war. Man versuchte, zuerst nach außen das Leben nach alter Gewohnheit scheinbar aufrecht zu erhalten. Man hat längst eingesehen, daß das bei der sich vollziehenden grundlegenden Aenderung unmöglich und unnötig war. In der Zeit des Werkstudententums — durch die wachsende Arbeitslosigkeit ist in starkem Maße auch das Werkstudententum getroffen — gehörten in jedem Semester wenigstens ein Drittel der studierenden K. C.er zu jenen Werkstudenten. Auch heute noch unter erschwerten Arbeitsbedingungen versucht eine große Anzahl studierender K. C.er auf mannigfache Weise ihren Unterhalt zu verdienen. Und daß ein sehr geringer Betrag für den einzelnen zum Lebensunterhalt ausreichen muß, ist