KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Aufsatzheft 1 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.°BIätter S fühlt, die einen vorgeschobenen Posten des deutschen Judentums zu verteidigen hat. Eine Kampftruppe aber kann nur dann Erfolge erringen, wenn sie auf unbedingter Disziplin aufgebaut ist, und diese Disziplin beruhte in den K. C.-Derbindungen nicht auf blinder militaristischer Unterwerfung, sie wurde nicht als drückender Zwang empfunden, sondern sie erwuchs aus der eigenartigen uns überkommenen Form der korporationsstudentischen Kampf- und Lebensgemeinschaft, die den ganzen Menschen erfaßt, um den ganzen Menschen heranzubilden, die getragen ist von freiwilliger auf gegenseitigem Vertrauen beruhender Unterordnung unter selbstgewählte Führer, die geadelt ist durch die Hingabe an eine gemeinsame Idee, und die beseelt ist von dem Geiste, den die K. C.-Verbindungen als schönstes Gut des deutschen Korporationsstudentums übernommen haben, von dem Geiste der Bundesbrüderlichkeit. Was Bundesbrüderlichkeit ist, das läßt sich nicht in wenigen Sätzen beschreiben, es läßt sich vielleicht überhaupt nicht mit Worten definieren; aber wer es selbst miterlebt hat, wie noch der älteste „Alte Herr" sich mit dem jüngsten Fuchsen verbunden fühlt, wie die Angehörigen der Korporationen nicht nur studentische Freuden und Genüsse miteinander teilen, sondern auch in den Zeiten der Not sich aufeinander verlassen können und für einander einstehen bis zum äußersten, der weiß, was Bundesbrüderlichkeit bedeutet. Diesen Geist des Zusammenschlusses und der Kampfgemeinschaft in unfern Mitgliedern lebendig zu erhalten und mit ihm auch diejenigen jungen jüdischen Studenten zu erfüllen, die gewillt sind, mit uns den Kampf für Ehre und Recht der bedrängten Glaubensgemeinschaft im akademischen Leben zu führen, ist die Aufgabe, vor die die Zeit uns gestellt hat. Gäbe es keinen K. C., so müßte er heute gegründet werden! Es ist unser jüdisches Schicksal, stets und überall eine Minderheit zu sein. Aber eines lehrt uns der Ansturm der Gegner mit aller Ein-> dringlichkeit: der Einzelne ist ohnmächtig, wenn er sich nicht der Gemeinschaft einordnet, die für ihn eintritt. Auch eine Minderheit kann sich behaupten, wenn ihr Zusammenschluß beruht auf gemeinsamem Denken, gemeinsamem Erleben und gemeinsamem Kämpfen. Verloren ist nur der, der sich verloren gibt. Viel fordern wir von dem jungen Studenten in einer Zeit, die arm an Freuden ist und ihn fiüher als einst die Sorgen des Lebens und den Haß der Gegner spüren läßt, und manchen mögen die studentischen Formen zunächst ftemdartig anmuten, weil er noch nicht selbst die ganze Romantik und Poesie kennengelernt hat, die auch heute noch vom deutschen Korporationsleben ausgeht, und die sich allein mit dem kalten Verstände nicht erfassen läßt; aber wer sich noch das Gefühl bewahrt hat für Tradition und den Zauber akademischer Iugendfreude, der spürt auch, welch tiefer innerer Wert, welch kostbarer Kern unter der bunten Hülle verborgen liegt, der hat Verständnis dafür, daß die Jugend die Idee, der sie dient, auch in äußeren Symbolen verkörpert sehen will, und er kann Mitempfinden, daß Stunden gemeinsamer Fröhlichkeit ihr ein Ansporn sind im gemeinsamen Kampfe. Und wie der Alte Herr das dreifarbige Band seiner Studenten-