KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Aufsatzheft 1 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.--Blätter 7 Gegner in studentischer Weise entgegenzutreten. Seit einer Reihe von Jahren wird tatsächlich dem jüdischen Studenten von fast allen großen Korporationsverbänden die Satisfaktion'verweigert! Wir kommen mit dem Säbel an den Feind nicht mehr heran. Aber dafür erleben wir, wie antisemitische Studentengruppen den Versuch machen, ganze Hochschulen zu terrorisieren, und wie völkische Horden mit Revolvern und Schlagringen in dir Universität eindringen, um dort durch Wort und Tat ihren Judenhaß zu betätigen. Nicht unsere Schuld ist es darum, wenn an die Stelle des Säbels der Kampf mit der Faust tritt. Wir werden unfern Gegnern nicht den Gefallen tun, uns auf die Form des Kampfes zu beschränken, bei der es ihnen möglich ist, uns auszuweichen. Neue Gegner und neue Verhältnisse erfordern auch vom K. C. neue Formen des Kampfes. In dieser Erkenntnis hat bereits der Frankfurter K. C.-Tag beschlossen, daß jeder Aktive sich das „Deutsche Turn- und Sportabzeichen" erwerben soll, und daß alle K. C.-Verbindungen ihre Mitglieder im Boxen aüsbilden. Wenn auch die körperlichen Auseinandersetzungen mit unfern Gegnern gewiß nicht immer als kunstgerechte Boxkämpfe ausgetragen werden, so ist doch das Boxen derjenige Kampfsport, der heuzutage wie kein anderer geeignet ist, unsere jungen Leute kampffreudig und wehrhaft zu machen, sie mit Tatendrang und Kämpserwillen zu beseelen und ihnen das Gefühl der Sicherheit und der inneren und äußeren Ueberlegenheit zu geben, das eine Minderheit braucht, wenn sie sich gegenüber einer Mehrheit behaupten will. Das bedeutet nicht etwa, daß wir das Fechten völlig aufgeben wollen. Nach wie vor geben und nehmen wir Satisfaktion, soweit es möglich ist. Ob auf diesem Gebiet die Verhältnisse sich grundlegend ändern werden, kann erst die Zukunft lehren. Und wo unsere Aktiven Freude am Fechten haben, gönnen wir ihnen diese Freude gern. Die K. C.-Verbindungen haben ja auch früher nicht nur aus nüchternen Zweckmäßigkeitsgründen gefachten, sondern nicht zuletzt auch deshalb, weil die guten Traditionen des deutschen Korporationsstudententums, von denen freilich seine heutigen Vertreter weit entfernt sind, uns stets lieb und wert waren. Aber wir sind uns darüber klar, daß das Fechten allein heute als Kampf- und Erziehungsmittel für uns nicht mehr ausreicht, und daß es uns nicht hindern darf, auch solche Mittel anzuwenden, die den heutigen Verhältnissen besser entsprechen. Der K. C. ist ja immer bestrebt gewesen, die Formen seiner Betätigung den Anforderungen anzupassen, die die Zeit an ihn stellte. Seine Gründer haben vor vier Jahrzehnten ihre Kampfmittel aus den Verhältnissen ihrer Zeit heraus gewählt, und in dem Maße, in dem diese Verhältnisse sich änderten, hat auch der K. C. ihnen Rechnung getragen. Vorbei sind heute die Zeiten, in denen die deutschen Juden als aufstrebende Schicht innerhalb eines aufblühenden deutschen Volkes nicht mehr um die Grundlagen, sondern nur noch um den Ausbau ihrer Gleichberechtigung, um den Zutritt zu den führenden Schichten, zu kämpfen hatten, vorbei die Jahrzehnte, in denen die korporierte Studentenschaft und die aus ihr hervorgehenden Altakademiker die erste Rolle spielten innerhalb derjenigen Kreise, die die Schlüsselstellung zu