KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Aufsatzheft 1 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 K. C.-Blätter beigetragen, in ihren Trägern das Gefühl der Gemeinsamkeit zu beleben, Bekennermut und Kampfesfreudigkeit in ihnen zu stärken und sie immer anss neue daran zu erinnern, daß sie einer großen Idee verpflichtet sind. In weiten Kreisen des Volkes hat man sich freilich daran gewöhnt, auf Band und bunte Mütze wie aus etwas Ueberlebtes und Reaktionäres herabzublicken. Aber wenn auch kein Zweifel daran bestehen kann, daß die meisten andern sarbentragenden studentischen Verbände heute überwiegend reaktionär eingestellt sind, so ist doch die Couleur an und für sich weder etwas Reaktionäres noch etwas Fortschrittliches. Jahrzehntelang haben die Farben der Burschenschaften als Symbol aller freiheitlichen Bestrebungen, ja als revolutionäres Abzeichen gegolten, und oft genug sind in der Gegenwart die Farben des K. C. und der ihm nahestehenden Verbände das einzige Zeichen dafür, daß es unter den Couleurstudenten nicht nur Reaktionäre gibt. Wenn z. B. am Verfassungstage die rechtsstehenden Korporationen sich fernhalten, und wenn dann die K. C.-Verbindungen zusammen mit den andern im republikanischen „Deutschen Studentenverband" zusammengeschlossenen Korporationen bei der Derfassungsseier chargieren, so kommt dadurch vor der Oeffentlichkeit sinnfällig zum Ausdruck, daß der republikanische Staatsgedanke auch unter den studentischen Verbindungen vertreten ist. So tragen die K. C.-Verbindungen ihre Farben, nicht um ihre Mitglieder gegen andere Schichten des deutschen Volkes abzuschließen, sondern um der Idee, für die sie kämpfen, auch nach außen Ausdruck zu geben.! Aus ähnlichen Gedankengängen heraus haben die K. C.-Verbindungen sich außer den eigenen Farben auch die eigenen Waffen zugelegt und den Grundsatz der unbedingten Satisfaktion von den großen studentischen Verbänden übernommen. Der Student, der dem andern Studenten Satisfaktion mit der Waffe gibt, bringt dadurch zum Ausdruck, daß er trotz persönlicher Differenzen nicht aufhört, den Gegner als ehrenhaften Kommilitonen anzusehen. Wohl hat man schon vor dem Kriege oft genug den Versuch gemacht, dem jüdischen Kommilitonen gegenüber sich dieser Verpflichtung zu entziehen, aber die K. C.Verbindungen haben es sich nicht verwehren lassen, den, der der Ehre der Juden zu nahe trat, mit dem Säbel in der Hand zur Verantwortung zu ziehen. Mag man über die theoretische Berechtigung des Satissaktionsprinzips denken, wie man will: der Kampf um die Gleichberechtigung des jüdischen Studenten konnte damals gar nicht anders geführt werden als mit denjenigen Kampfmitteln, die innerhalb der maßgebenden studentischen Kreise anerkannt waren. Darum haben die K. C.-Verbindungen das Fechten zum Schwerpunkt ihrer Betätigung gemacht, weil sie so dem jüdischen Studenten am wirksamsten Achtung und Ansehen erkämpften; es war ein historisches Verdienst und eine historische Notwendigkeit, gerade an diesem Punkte dem Vorwurf der Feigheit und der Minderwertigkeit wirksam zu begegnen. Das ist heute anders geworden. Seit Kriegsende geht eine starke Tendenz durch die Studentenschaft, den jüdischen Studenten zu einem Akademiker zweiter Klasse zu stempeln, der auf einer Stufe stehe mit dem nicht-ehrenhaften Studenten und deshalb nicht würdig sei, seinem