KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 30 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2268830-2268996-9971342--4149-3524009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 Vertrauliche Beilage der K. C.- Blätter aufzuerlegen? Wir haben für Heidelberg die Frage bejaht, aber vorgeschlagen, für gewisse Eventualitäten dem G. A. die Möglichkeit zu verschaffen, vorübergehend einer Verbindung zu gestatten, die Couleur abzusetzen. Ich mache aber den Vorschlag, daß wir diesen Passus wegen der Möglichkeit zur Mißdeutung streichen. 2m übrigen bitte ich, die Vorschläge des G. A. en dloe mit Ausnahme von II 9 anzunehmen. Ferner ist in I 1 vor „zweimal 2 Stunden" das Wort „mindestens" aufzunehmen. Ausführungsbestimmungen sind von einer Kommission, bestehend aus fünf G. A.-Mitgliedern und fünf Aktiven, zu treffen und zwar mit legislativer Befugnis auf die Dauer eines Jahres. Dann ist grundsätzlich etwas erreicht, der Entschluß: wir müssen uns auf den Faustkampf einpauken. Den Antrag Sprevia auf Beschränkung der Prüfung halte ich für verderblich. In Heidelberg erreicht die Prüfung bereits das Sportabzeichen zu 4/5. Das ist nützlich und erforderlich, weil es die einzige Möglichkeit gibt, in einen gewissen Wettkampf mit den anderen einzutreten. Wir wollen zeigen, daß wir auf der Höhe der Leistungsfähigkeit stehen; etwas mehr Großzügigkeit und Erkenntnis der Situation. . Sonst erreichen Sie, daß die jungen Leute wehrlos sind, und das Gefühl der Hilflosigkeit demoralisiert sie und nimmt uns die Grundlage unserer Existenz. Es kann nichts Schlimmeres geben, als daß unsere jungen Leute verprügelt werden, ohne daß sie in der Lage sind, sich zu wehren. Langenbach: Soll geboxt werden oder soll gefachten werden? Wenn wir das Boxen offiziell einführen, dann ist die offizielle Verkehrsform mit dem K. C. das Boxen. Ob Sportmindestleistung oder nicht? Es handelt sich darum, eine einheitliche Disziplin einzuführen. Dann besteht auch nicht mehr die Möglichkeit, daß einer rezipiert wird, ohne etwas geleistet zu haben. Mainzer erklärte, daß bei kleineren Korporationen die Couleur abgeschafft werden soll — man kennt sie auch ohne Couleur. We'ßmann: Als meine Korporation vor einigen Monaten das 40. Stiftungsfest feierte, waren % der A. H. erschienen, und es war eine Freude für alle, wie die Romantik Heidelbergs auch heute noch ihre Anziehungskraft für unsere A. H. bewahrt hat. Aber es war ein weiteres Kennzeichen dieses Festes, wie kampsesfreudig die A. H. A. H. waren, und wie stark das Bewußtsein, daß wir von vorn beginnen müssen, im Kampf um das, was wir verloren haben. Ich kenne die Verhältnisse an den badischen Universitäten und anderen Hochschulen ziemlich genau, und man versteht es deshalb nicht, wie wir uns hier noch darüber streiten, ob wir Gardelitzen haben wollen oder sonstige schöne Verzierungen, wo wir um unser nacktes Leben kämpfen müssen. Wir haben einmal mit dem Schläger gesuchten. Nicht in der ersten Zeit des K. C., wo der Säbel regierte, sondern in der zweiten Epoche, in den Iabren vor dem Kriege, als die Dinge etwas ruhiger lagen, als wir uns in dem Glauben wiegen konnten, wir könnten allmählich in' die privilegierten Schichten des Bürgertums hineinkommen. Wenn wir aber heute sehen, daß wir ganz von^ vorne anfangen müssen, nützt uns der Firlefanz nichts. Ich freue mickdarüber und keiner, der in Heidelberg aktiv war, möchte es missen, daß unsere Iungens gerne fechten, aber wir kämpfen um unser Leben und dafür nutzt uns dies nichts, und wir können nicht an der Tatsache vorbei, daß heute, nicht von uns, sondern von den anderen in verschleierter Form Hochschulpolitik und Hochschule benutzt werden als Forum zur Austragung des Kampfes um die politische Macht in Deutschland, zur Entscheidung der Frage, ob die Gleichberechtigung gelten soll, oder ob eine private Herrenschicht über Sklavenmengen herrscht, eine Schicht, die glaubt, durch ihre bessere Rasse bk anderen beherrschen zu dürfen. Nun streiten Sie herum, ob wir so unb soviele Stunden Schläger fechten sollen. Aber Sie sollen vor allen Dingen etwas tun für den großen Kampf, in den unsere Periode hineingeraten ist. Es ist sehr populär, sich einzuspinnen in den Glauben, daß wir noch die Alten sind, die wir in den Jahren bis vor hem Kriege waren. Wir sind es nicht - mehr, wir haben diese Position nicht mehr. Der Schläger ist uns zerschlagen. Die Freundschaftspartien mögen sehr schön sein, aber wir müssen vor allen Dingen um unser Ziel kämpfen. In den Ausführungen ist