KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 25 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Vrrtrauliche Beilage der K. C.«Blätter 25 hören Sie, daß diese hauptsächlich für die Jüngeren eine Rolle spielen. Die G. A.-Anträge sind dann kein Hindernis. Sie sind zweifellos vom Standpunkt des sogenannten konservativen K. C. nich.s, was abgelehnt werden müßte. Ls gibt Kleinigkeiten, über dir man debattieren kann, aber im großen und ganzen s.nd sie schr geeignet. Müler (Hannover) soricht zunächst zu Thesen und Resolution: Ich kann zu dem G A. das Vertrauen haben, daß, wenn im Prinzip eine solche Resclution beschlossen wird, er die richtige Form dafür finden wird. Aber ich bin aus ta.tischen Gründen, die näher darzulegen mir hier nicht tunlich und auch nicht nötig erscheint, zur Zeit jedenfalls gegen eine solche Resolution. Praktisch wird sie keinen Erfolg haben. Taktisch wer.voller sind immer wiederholte personltch: Vorstellungen bei den Behörden durch besonders geeignete Leute unseres Kreises. In die große Öffentlich, eit, erst recht nicht ins Ausland, würde ich unsererseits den Kampf um den I>lumeru8 c1au8u8 zur Zeit nicht tragen. Holländers Thesen sind, wie alles, was er sagt und schreibt, gemeißelt Ich habe aber die Betonung unseres evtl. Willens zu einer Außerachtlassung akademischer Si.ten durch uns zu beanstanden. Wir als kleine Minderheit brauchen schon aus taktischen Gründen nicht so etwas zu sagen, was wir möglicherweise mal in unserer Notwehr tun könnten. Solche Thesen können doch sehr leicht bekannt werden. Und deshalb beanstande ich den Punkt 6 ganz besonders. Dieser Punkt muß auch ans sachlichen Gründen gestrichen werden. . i Was die G. A.-Anträge betrifft, so hat mich die heu ige Sternsche Begründung ganz und gar nicht überzeugt. Wenn ich den Wert oder Anweri irgend einer Wahrheit erkennen will, so muß ich zunächst abstrahieren von der Schönheit der Form, die Stern in seinen Worten ja meisterhaft dargeboten hat. Frage ich mich, was Stern gegenüber seinen Hamburger Darlegungen nach meiner Erinnerung Neues vorgebracht hat, so fällt mir auf, daß Stern heute berichtete, in einigen unserer Verbindungen würde ja bereits nur zwei Stunden in der Woche gefachten. Wenn das so ist. müssen die A. H. A. H. am Platze einer solchen K. C.-Verbindung aber schleunigst Gelegenheit nehmen, energisch einzugreifen. Vor allem aber wurde auf dem letzten A.H.-Tag in Hamburg zur Begründung der G A.-Anträge immer wieder gesagt, die Wurstelei. die seit ca. 10 Jahren in unseren Verbindungen eingerissen sei, müsse aufhören, die G A.-Antrage seien das einzige Besserungsmittel, wer nicht für die G A.-Anträge sei, habe die Pflicht, andere Mittel zu finden. Stern hat dieses Argument heute nicht vorgetragen. Warum nicht? Weil, wie Rosenthal ausführte, über diese sogenannte Wurstelei heute nicht mehr zu! lagen ist Also es geht auch, ohne daß die G. A.-Anträge Gesetz werden. Ich persönlich habe übrigens auch nicht den Eindruck, daß diese Klagen berechtigt waren bzw. sind. Von München weiß ich infolge persönlicher Anwesenheit dort, daß dort alles wie in unserer A tivi ätszeit in schönste? Ordnung ist. Ich stelle hier denn auch mit Nachdruck fest, daß die Begründung des G. A.-Antrags durch die frühere Betonung, die Anordnung in den K. C.-Korporationen müsse durch sie bekämpft werden, gar nicht die wirklich wahren tieferen Motive dieses G A.-Antrages enthält. - Auch unsere Not infclge der augenb^ick ichen hochschulvoli.ischen Stimmung ist nicht das wahre Motiv für diese Reformdebatte. Diese hat. einen ganz anderen historischen Arsvrung, der felgender ist: Eine ganze Reihe von jungen jüdischen Akademikern der Nachkriegszeit wr l te und will den romantischen Zauber deutschen Studentenwesens nicht mehr mitmachen. Anserem K. C. schienen wertvolle-Kräfte infolgedessen verloren zu sein. Diese uns zu erhallen, bestimmte uns, an eine Reform zu denken. Wie kann man heute diejenigen, die Fecht- und Trinkkomment, Couleurtragen und stramme Verbindungsdisziylin aus gewissen Zeitstimmungen heraus nicht mehr lieben, unserem K. C.-Geist in seinem jüdischen-deutschen Gehalt zuführen? Damit fingen die Reformdebatten an. So kam man auch z. B. auf die Idee, die ich auch einmal vertreten hatte, die ich aber heute nicht vertrete, man solle einen zweiten Ring im K. C. bilden,