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KC-Blätter · 1931-03-01 · Nr. 2 (3.1931) · p. Seite 23

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Nr. 2 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 23 (sequence 17)
Language
German
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Vertrauliche Beilage der K. C.-Blätter 23 venten zu sprechen!" Wenn auch der Satz in dieser Form zu weit geht, so enthält er doch einen sehr richtigen Grundgedanken, den Gedanken nämlich, daß der Einfluß der Men Herren nicht allein beruhen darf auf der Semester-» zahl und dem Stimmzettel, sondern immer wieder von Semester zu Semester aufs neue erworben werden muß durch immer erneuten persönlichen Kontakt mit unsern Aktiven. Und das ist eine dankbare Aufgabe. Ich habe im vorigen Sommer in drei Wochen unsere sieben Kartellverbindungen in Westdeutschland besucht, habe nicht nur auf Konventen und Stiftungsfesten geredet und Fuchsenstunden abgehalten, sondern auch ein paar Tage lang mit unsern Jungen ihre Offizien, ihre Wanderungen und Fahrten, ihre Exbummel und Kneipen mitgemacht, und ich hatte den Eindruck, daß unsere Aktiven es dankbar begrüßen, wenn man sich bemüht, ihnen menschlich näherzukommen, und wenn auf .solche Weise eine engere persönliche Fühlung entsteht. And ich hatte ferner das Gefühl, daß die meisten — trotz aller einzelnen Meinungsverschiedenheiten — den Grundgedanken innerlich zustimmen, aus denen das Programm des G. A. entstanden ist. Damit komme ich zu der zweiten Voraussetzung: Nur dann werden wir das uns vorschwebende Ziel erreichen, wenn unsere Aktiven, für deren Sorgen und Nöte wir volles Verständnis haben, das, was wir von ihnen verlangen, selbst als etwas Notwendiges empfinden, und wenn sie innerlich bereit sind, alle ihre Kräfte für die Erreichung dieses Ziels einzusetzen. Wenn diese Bereitschaft unsere Aktiven beseelt, wenn der Ansturm der Gegner sie lehrt, um so fester die Reihen zum Kampfe zu schließen, dann werden wir auch das, was heute beschlossen wird, durchführen können, dann sind wir wieder die alte Kampfgemeinschaft und kommen, wie Kbr. Flaschner es gefordert hat, „zurück zu dem K. C. alter Prägung, zurück zu den strammen einheitlichen Verbindungen Gleichgesinnter und Gleichstrebender", zurück zur alten Wehrhaftigkeit! Dann braucht ihr, die ihr als Aktive jetzt im Kampf steht, euch nicht Niederdrücken zu lassen durch Haß und Verleumdung, dann werdet ihr stärker sein als aller Boykott und alle Entrechtung, dann werdet ihr, wie es im Sprevenliede heißt, „durch tiefstes Dunkel auch euch ringen hin zu der Freiheit lichtem Bild! Haß und Verleumdung setzt man euch entgegen; stählt euern Arm, der Kampf ist heiß; und sind der Feinde auch auf allen Wegen, den schweren Kampf lohnt edler Preis!" 7. Es folgt nunmehr die Generaldebatte über Geschäftsbericht und Antrag des G. A. Auch über die Resolution soll noch debattiert werden. Der Zusatzantrag der Verbindung Lhuringia zu den G. A.-Anträgen wird zurückgezogen, ebenso der Antrag der Verbindung Bavaria zu I der G. A.-Anträge. Ernst Rosenthal hatte sich in Hamburg bereit erklärt, zur Frage des Boykotts ein Referat zu halten. Er habe es mit Absicht nicht schriftlich niedergelegt, weil er der Meinung gewesen sei, daß ein Referat in dieser Frage-, das ziemlich negativ ausgefallen wäre, besser unveröffentlicht bleibe. Deswegen negativ, weil das Reichsgericht in einem Arteil vom 12. 5. 1930 gesagt habe, jeder Gastwirt sei in der Aufnahme seiner Gäste an sich frei. Damit ist aber durchaus nicht gesagt, daß im Einzelfall jede Verbindung sich einfach fügen muß, wenn sie aus einem Lokal ausgewiesen wird. Es gibt andere Wittel und Wege, mit denen man im Einzelfall, z. B. beim Vorliegen eines beleidigenden Verhallens, eingreifen kann. Wir haben auf den letzten K. C.-Tagen manchmal geäußert, daß die aktiven Verbindungen an den Verhältnissen mit Schuld tragen, daß sie zu schlapp sind. Diesen Vorwurf möchte ich ganz offiziell zurücknehmen. Die Situation hat sich .ganz erheblich geändert und meiner Meinung nach liegt der Kampf nach außen nicht wie früher vornehmlich bei den aktiven Verbindungen, sondern vor allem bei den A. H. V.; noch mehr als beim G. A.

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