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KC-Blätter · 1931-03-01 · Nr. 2 (3.1931) · p. Seite 13

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Nr. 2 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 13 (sequence 7)
Language
German
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Vertrauliche Beilage der K.C.-Blätter 13 Reihe von Bundesbrüdern, die immer sagen, wir dürfen nie aus unserer akademischen Reserve herausgehen. Die akademische Sitte legt der einzelnen Korporation gewisse Bindungen auf. Diese Bindungen werden von uns nach keiner Richtung übertreten werden. Trotz aller Not halten wir uns innerhalb dieser Bindungen. Andere werden sagen: gewiß ist das richtig, aber die Not hat sich so gesteigert, daß diese Bindungen heute nicht mehr aufrecht erhalten werden. Nun scheint es mir geboten, einmal in dieser Frage meine Ausfassung kund zu tun, damit wir darüber debattieren können. Ich glaube, daß heute so außergewöhnliche Amstände eingetreten sind, daß wir, nachdem wir von allen zurückgestoßen sind, kein gesetzlich zulässiges Mittel, ob es den akademischen Bindungen entspricht oder nicht, unbenutzt lassen können, um zu unserem Recht zu kommen. Wir müssen das Anrecht, das uns angetan wird, der ganzen Welt gegenüber (ich betone Welt, weil ich nicht nur Deutschland meine) als solches brandmarken. Das scheint mir heute das Grundprinzip unserer Tätigkeit zu sein. Ich folgere daraus, daß in all öen Fällen, in denen die großen Fragen unseres Rechts, insbesondere der Numerus clausus erörtert werden, wir in irgend einer Form, die je nach den Amständen verschieden sein muß, gegen einen derartigen Beschluß reagieren müssen. Zunächst einmal von dem Standpunkt des deutschen Studenten jüdischen Glaubens aus. Ich betone deutschen Studenten, denn, wie es auch gestern unser Bundesbruder Lazarus angedeutet hat, liegen hier die Dinge nicht ganz eindeutig. Ob bei der heutigen Situation die Frage des klumerus clausus der ostjüdischen Studenten in demselben Atem und mit derselben Verve zu behandeln ist wie die Frage unseres Numerus clausus, kann sehr zweifelhaft sein. Ich bin einer Abneigung gegen die Ostjuden nicht verdächtig! Ich war jetzt in Wien und habe mit einem der dortigen Minister über die Dinge gesprochen. Gr sagte: Sie dürfen nicht vergessen, daß heute die deutsche Studentenschaft um jeden Platz auch an einer bescheidenen Sonnenausstrahlung kämpft und infolgedessen, wo sie die Gelehrten nicht mehr exportieren kann, sich sagen muß, wo bleiben die Söhne unseres Landes? And wenn Sie die Forderung erheben, daß wir jeden einzelnen jüdischen Menschen aus irgend einem der Balkanländer als gleichberechtigt zulassen, dann mögen Sie von Ihrem Standpunkt recht haben, aber Sie müssen auch bedenken, daß andere, die zunächst die Verwaltung und Verantwortung für das haben, was ihnen direkt untersteht, die für ihre jungen Landeskinder zu sorgen haben, selbst wenn sie keineswegs Antisemiten sind, sich sagen müssen: hier muß ein Anterschied gemacht werden, hier liegen die Verhältnisse verschieden. Praktisch soll sich dies zunächst einmal dahin äußern, daß wir überall) da, wo der Numerus clausus für deutsche Studenten jüdischen Glaubens verlangt wird, in allerschärfster Weise protestieren» und zwar auch da. wo es sich um einen Protest in den Wind handelt, wo wir heute nichts erzielen werden. Die jüdische Geschichte lehrt, daß in Fragen der Emanzipation die Juden Hunderte von Jahren protestierten und daß lediglich der Energie unserer Vorfahren in Verbindung mit dem Zeitgeist es gelungen ist, diesen Protesten zum Erfolg zu verhelfen. Ihr werdet zugeben, daß wir nicht beiseite stehen können bei der Not unserer Brüder. Infolgedessen ist es vollkommen verfehlt, wenn man sagt: es nutzt nichts. Wir haben heute das Schwert nicht mehr. Wir haben unter Amständen die Sportmöglichkeit, uns durchzusetzen, und uns unbedingte Achtung zu verschaffen. Wir haben die Möglichkeit, uns überall in geistiger Beziehung in den Vordergrund zu schieben, und indem wir zur Aussprache zwingen, zu zeigen, wir sind die Menschen, die ewige Protestanten sind in bezug auf unsere Probleme, und immer an das Gewissen der Menschen zu appellieren, nachdem wir die Macht nicht besitzen. Das sind die großen und bedeutenden Gesichtspunkte, die wir heute beachten und beschließen müssen. Wir wissen nicht, was kommen wird. Es kann ja so kommen, daß in einigen Monaten irr irgend einer revolutionären Form wir vielleicht noch weiter entrechtet werden sollen. Irgendwelche Voraussagen in dieser Richtung

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