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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 34

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 34 (sequence 20)
Language
German
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34 K. C.-Blatter Nachr.-Heft ein derartiges Programm zur Abwechslung einmal zu versprechen. Vielleicht sagt er sich im stillen, daß zwar die Rumänen keine Germanen sind, der große Adolf aus Vöhmisch-Braunau aber — hm? Korporationen und Reichsbanner. Im Dezemberheft der „Sozialistisch- Akademischen Rundschau" findet sich auf Seite 8 folgende Behauptung: „Im vorigen Jahr beteiligten sich in Berlin auch einige freiheitliche Korporationen am Aufmarsch zum Verfassungstag im Stadion. Bei einer Bespreuung im Reichsinnenministerium, die der Organisation des Aufmarsches diente, fiel auch das Wort „Reichsbanner". Hier erklärten die KorporationsverLreter, daß sie keineswegs mit dem Reichsbanner zusammen im Stadion aufmarschieren würden. Es mußte ein „Lokaltermin" im Stadion stattfinden, wo sich die Korporationen davon überzeugen konnten, daß sie nicht zu dicht an die im Reichsbanner organisierten Republikaner herankämen... Es wäre interessant, zu erfahren, welche freiheitlichen Korporationen so gehandelt haben. Was die K. C.-Korporationen anlangt, so kann hiermit erklärt werden, daß sie keinesfalls gemeint sein können. Andernfalls wäre der Irrtum nämlich schon erwiesen. Es liegt — überflüssig zu betonen — dem K. C. nichts ferner, als eine derartige Distanzierung zu betreiben. Wir können bis zur endgültigen Klärung jedenfalls nicht annehmen, daß verfassungstreue Korporationen sich in einer Weise benommen hätten, die der Moral unserer Reichsverfassung so striktest zuwiderläuft. Möglicherweise ist der Berichterstatter der Sozialistisch- Akademischen Rundschau falsch informiert gewesen. Assimilation und Mischehe. Die Jüdisch-liberale Zeitung bringt in ihrer Nummer vom 11. Febr. 1931 unter der Rubrik „Aus der Ili-Bewegung" einen interessanten kleinen Aufsatz über das liberale Judentum Hollands. Ein Schönheitsfehler freilich verunziert diesen Beitrag, ein Lapsus vermutlich. Es heißt da nämlich gleich zu Beginn: „Die Assimilation ist sehr fortgeschritten, so wurden im Jahre 1929 in Rotterdam ca. 50 Prozent Mischehen festgestellt." Wir glauben nicht, daß die liberalen Juden diese Beweisführung restlos billigen werden. Unseres Erachtens ist das Problem der Mischehe viel zu kompliziert und auf keinen Fall so leicht abzutun, daß man es schlechthin als Ausdrucksform der Assimilation bezeichnen darf. Sehr viele Juden, denen die kulturelle Assimilation eine Selbstverständlichkeit ist, dürften über die Mischehe weniger einhellig denken. Gibt es ja auch unter den Anhängern der christlichen Bekenntnisse Gegner der innerchristlichen Mischehe, aus religiösen Gründen, ohne daß damit die volkskulturelle Frage der Assimilation auch nur gestreift würde. Jüdische Studentenseelsorge. Der Zentralausschuß des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland hat auf seiner Leipziger Tagung beschlossen, an die Landesverbände das Ersuchen zu richten, Rabbiner in Städten mit Universitäten und anderen Hochschulen mit den Pflichten eines Studentenrabbiners zu betrauen. Mit der Erfüllung dieses Wunsches würde eine Lücke geschlossen werden, deren Vorhandensein ein Nachteil für die jüdische Studentenschaft ist. Während die nichtjüdischen Studenten schon seit langem Studentenseelsorger ihres Bekenntnisses hatten, fehlte es an der Institution eines Studentenrabbiners, die gerade in kritischen Zeiten von besonderer Wichtigkeit sein dürfte. Deutschjüdische und nationaljüdische Anschauung. Kontradiktorischer Abend der Freien Jüdischen Volkshochschule. (3. T. A.) Der dritte der von der Freien Jüdischen Volkshochschule veranstalteten kontradiktatorischen Abende fand am Montag, den 16. Februar zu Berlin statt. Der Abend war einer Aussprache über die Grundanschauungen der deutschen Iudenheit gewidmet. Den deutschjüdischen Standpunkt vertrat der Direktor des Central-Vereins deutscher

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