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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 33 (sequence 19)
Language
German
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Nachr.-tzeft K. C.-Blätter 33 mit Füßen zu treten. Eine Generation eines nationalsozialistischen Raubrittertums betrachtet es als mannhaft, in Rudeln gewalttätig gegen Kommilitonen vorzugehen, die noch nicht ganz vergessen haben, daß die Hochschulen eigentlich zum Zwecke des Studiums besucht werden. Gummiknüppel und Steine an Stelle von Kollegheften tragen heute die nationalsozialistischen Studenten. And trotz dieser geistigen Verödung wagen diese Landknechtsnaturen in Heidelberg gegen einen Hochschuldozenten zu skandalieren — allein aus dem Grunde, weil er ihnen politisch nicht genehm ist. Mit Recht hat der Rektor der altehrwürdigen Ruperto Carola diesen jungen Burschen klargemacht, daß nur über ein geistig fundiertes Wissen der Weg zur Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Lebens, auch der Politik, möglich ist." Bemerkenswerter Weise druckt die „Bayerische Hochschulzeitung" den gesamten Artikel vollinhaltlich ab, ohne etwa ein Wort der Kritik zu äußern. Marr muß vielmehr aus ihrer Schlußbemerkung entnehmen, daß sie mit der Verurteilung der beschämenden Hochschulzustände einverstanden ist. Da die „Bayerische Hochschulzeitung" immerhin einen gewissen Kreis der bayerischen Studentenschaft umfaßt, so scheint sich demnach in diesen Kreisen die bessere Einsicht. Bahn gebrochen zu haben. Unlauterer Wettbewerb. Rach berühmten Mustern hat nun auch die Vollversammlung der Studierenden der Weimarer Ingenieurschule einen Antrag angenommen, der fordert, daß „angesichts der Aeberfüllung der technischen Berufe und der Zurückdrängung des deutschen Volkstums zugunsten des Judentums" Studierenden jüdischer Rasse die Aufnahme auf die Ingenieurschule verweigert werden müsse. Von Technikern hätte man mehr Sinn für die Realitäten des Lebens erwarten sollen. Die Aeberfüllung der technischen Berufe und die angebliche Zurückdrängung deutschen Volkstums sind Dinge, deren Arheber die Juden nun einmal wirklich nicht sein können. Bedenkt man, daß, was die Heißsporne vermutlich gar nicht wissen» in ganz Deutschland nur 60l) 000 Juden leben, so ist die Annahme, von dieser verschwindenden Minderheit majorisiert werden zu können, kindisch und würdelos. Trotzdem fürchten sich die Recken vor diesem einen Prozent, und um dieser Konkurrenz, die nur in ihren Angstträumen ihnen die fetten Bissen .wegschnappt, zu begegnen, wählen sie das feige Mittel, als Mehrheit eine Minderheit zu vergewaltigen. Es ist nichts als brotneidischer Wettbewerb, ausgeführt mit unsauberen Mitteln, und ein blamierendes Zugeständnis eigener geistiger Schwäche. Wie frivol eine „Feststellung" ist, die die Aeberfüllung technischer Berufe dem Judentum zur Last legt, geht schon daraus hervor, daß das Elend der jüdischen Arbeitnehmer nirgends so furchtbar zum Himmel schreit, wie gerade in den technischen Berufen, wo die Industriekapitäne eine Rationierung jüdischer Angestellter durchgeführt haben, die nicht einmal mehr einem numerus e1au8U5, sondern schon einer Ausmerzung gleicht. Hitler erobert Rumänien. Der Siegeszug Hitlers, der bekanntlich auch ins nichtgermanische Ausland vordringt, hat jetzt zur Eroberung Rumäniens. geführt. Freilich kommt er nicht als triumphierender Cäsar, als flammenumsprühter Drachentöter. Seine Eroberung vollzieht sich „moralisch" — wenn dieses Wort im Zusammenhang mit seiner Bewegung gestattet sei. Auf einem Kongreß der Cuza-Pogromisten erklärte einer der Redner, der Völkerbund sei eine gemeine, verjudete Gesellschaft. Zur Verteidigung der Interessen des christlichen Europa werde eine Weltliga mit Cuza und Hitler an der Spitze gegründet werden. Außerhalb des nationalsozialistischen Lagers würde es absurd klingen, den Erwecker des Wotansglaubens und Schildträger des Germanismus zum Beschützer des Christentums, Seite an Seite mit dem Fanatiker des Romanentums, aufzurufen. Hitler selbst, der ja als kapitalistenfeindlicher Anternehmerfreund gern mit den heterogensten Begriffen Ball spielt, wird sich vermutlich nicht scheuen, auch

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