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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 28

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 28 (sequence 14)
Language
German
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28 K. C.-Blätter Nachr.-Heft Zur Durchführung wäre für jede Verbindung ein Wehrsportwart zu wählen, der wiederum dem gemeinsamen K. C.-Wehrsportwart untersteht. Es müßte für die wehrsportliche Erziehung eine für den ganzen K. C. geltende einheitliche Wehrsportvorschrift geschaffen werden. Diese wehrsportliche Ausbildung darf natürlich nicht mit der übrigen sportlichen Betätigung im K. L. kollidieren. Beide sollen vielmehr sich gegenseitig ergänzen. Hierzu ist auch gute Zusammenarbeit zwischen Sportwarten und Wehrsportwarten erforderlich. Zu empfehlen ist auch ein Zusammengehen mit dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten auf diesem Gebiete. Ls ist selbstverständlich, daß diese Bestrebungen niemals etwa mit innenpolitischen Bewegungen irgend welcher Richtung in Berührung kommen dürfen. Es handelt sich dabei immer nur um das rein sportliche Ziel, unserer jungen Generation das zu ersetzen, was uns früher durch die militärische Erziehung an wichtigen Gütern für die einzelne Persönlichkeit und die Gesamtheit gegeben wurde. Die Erziehung zu straffer Disziplin, „aus Vertrauen und Einsicht gehorchen" lernen, wie es in der heutigen Reichswehrvorschrift heißt, wird den an unsere Verbindungsdisziplin schon Gewöhnten nicht mehr zu schwer fallen, aber auch unserer jüdischen Jugend wohltun am Körper und Charakter. Es geht auch nicht, daß unsere akademische jüdische Jugend, ja heute vielleicht sogar auch die nichtakademische, in immer weiteren Rückstand gerät gegenüber den sie mehr und mehr ausschließenden nichtjüdischen Kommilitonen und Altersgenossen auf diesem wichtigen Gebiete, das noch einmal bei dem weiteren Verlauf der internationalen Rüstungsverhandlungen zu größter Bedeutung für Staat und Volk werden kann. Hier wäre aber noch ein weiterer Hinweis am Platze. In seiner Rundfunkrede am 1. Januar dieses Jahres sagte der Herr Reichswehrminister Dr. Gröner: „Wehrwille und Opferbereitschaft müssen nationale Tugenden sein und nicht nur Ideale der Wehrmacht. Der Staat hat die Pflicht, den Wehrwillen zu fördern und ihn besonders der Jugend einzuimpfen." Der K. C., der im Kriege seine Blutopfer brachte wie die anderen akademischen Verbände, wird seine Pflicht gegen Volk und Staat im Sinne dieser Worte des berufenen Vertreters des Staates erfüllen. Wir richten aber an ihn unsererseits die Mahnung» daß bei der Erziehung der Jugend zur Wehrhaftigkeit, die ja in den meisten andern Staaten noch viel intensiver betrieben wird als in Deutschland, alles geschehen möge, um die ungeheuerliche Verhetzung aus unserer akademischen Jugend wieder herauszubringen, die. sich immer tiefer einfrißt. Mit „Massenhaß und Klassenhaß und Rassenhaß und derlei Teufelswerken", wie unser Studentendichter Scheffel diese Verhetzung so treffend kennzeichnet, läßt sich keine einheitliche deutsche Wehrhaftigkeit schaffen. Wenn daher der Herr Minister Dr. Gröner am Schlüsse der erwähnten Rundfunkrede sagt: „Ich richte an das deutsche Volk die e r n st e Mahnung: zusammenzusteh en im Gedanken der Wehrhaftigkeit und des V erleid un g sw illensl", so mag die zufällige Folge der Worte uns eine sehr sinnvolle Bedeutung sein: Vor Verteidignngswillen und Wehrhaftigkeit kommt zuerst das Zusammenst e h e n. In diesem Sinne „K.C. an- Lreten zum Wehrsport!" Dr. Leo Löwen st ein, Berlin, (Licariae). Jüdische FamMenkunde. Von Otto Reumann (Vorstandsmitglied der Gesellschaft für jüdische Familienforschung). Familientradition! .Wie wenig hat das in bürgerlichen Kreisen immer noch Geltung. Man weiß allenfalls, wer und was der Großvater war, der Argroßvater ist schon eine unbestimmte Größe, und damit ist es aus. Was weiter hinauf liegt, ist völlig unbekannt. Richt anders ist es mit der Verzweigung der Familie. Deren Kenntnis geht meistens nicht über den Onkel und Vetter, die Tante und Base hinaus. And doch, welch ein gewaltiger Kreis ist eine Familie, wenn man sie nur 150 oder gar 200 Jahre hindurch verfolgt. Dieser Mangel an Familienkunde hat seine Arsache in der geringen

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