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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 26

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 26 (sequence 12)
Language
German
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26 K. C.-Blätter Rachr>-Hest wie wir gewiß schon oft ein gleiches abgelegt haben. Aber solange alles Leben der Natur sich erneut, solange Bedrängnis und Bedrohung sich erneuen, solange ziemt es auch. Schwur und Bereitschaft zu erneuern. And es war diesmal die Zuversicht dabei, den Weg zu neuer Gestaltung zu erproben. Äier fiel ein weiteres auf. Die „Akademische Feier" ließ im Gegensatz zum althergebrachten Kommers, die Schar der Damen mitten im Saale, in harmonischer Verteilung sich plazieren. Vielleicht mag es als Symbol gelten, wenn die Barriere fiel, die sonst die Damenwelt vom Kreise der Männer zurückhielt. Daß nach der akademischen Feier der hungrige Magen und die durstigen Kehlen zu ihrem Recht kamen, daß Musik und Vorträge das Festmahl würzten, wobei die Ansprache des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde uns besonders erfreute, daß nach dem Mahl die Tanzlust der Zugend sich zur Geltung brachte, sei kurz erwähnt; Detailschilderungen können füglich unterbleiben. Der Begrüßungskaffee (mit der Chronologie haperts in unserem Bericht ein bißchen) machte seinem Namen Ehre. Zch jedenfalls trank Tee und begrüßte dank fürchterlichenPersonengedächtniffes die meisten Leute nicht. Soviel darüber; und vom Taunus-Ausflug am Montag nach der Tagung ist überhaupt, nichts zu erzählen. Er fiel nämlich aus. Nicht infolge mangelnder Wanderlust, aber infolge übergroßen Werktagsfleißes. So war der Exbummel das einzige, was vom Frankfurter K. C.-Tagprogramm auf dem Papier stehen blieb. Er möge das einzige bleiben! Rudolf £. Leimansohn (Sprev.) 3u Goldmanns „PalasLinaaufbau nnd Palästinapolttik". Line Rede, ein Artikel von Goldmann erregt iinmer höchstes Interesse. Die souveräne Beherrschung der Sprache und seine große Kunst, scharf abgrenzend immer das Wesentliche herauszuarbeiten, bringt dem Hörer, dem Leser ästhetischen Genuß, wie Erkenntnis fördernde Belehrung. So hat wohl auch jeder K. C.er mit zustimmender Freude sich in den ganz hervorragenden Artikel „Palastinaaufbau und Palästinapolitik" vertieft und beim Fortschreiten in der Lektüre sich zunächst ein wenig gewundert, daß die Redaktion derK. C.- Blätter es für nötig gehalten hat» in der üblichen Vorbemerkung durchblicken zu lassen, daß sie mit dem Verfasser nicht in allem übereinstimmt. Bis dann der begeisterte Leser zur letzten Seite kam und da zu seinem größten Erstaunen Goldmanns Propaganda für Spenden zu dem Keren Äa^essod und zur Mitarbeit in der Iewish Agench zur Kenntnis nehmen mußte. And nun der Redaktion herzlichen Dank zollte, daß sie klar von einer Auffassung abrückte, die im schärfsten Gegensatz zur Anschauung wohl der überragenden Mehrheit aller K. C.er steht. Bei Goldmanns großer Autorität steht zu befürchten, daß seine Darstellung Verwirrung in den Köpfen unserer jungen Verbandsbrüder anrichten wird, wenn ihr nicht energisch widersprochen wird. Aus diesem Gefühl der Verantwortung am Erziehungswerk unseres Verbandes fühle ich mich dazu gezwungen, mit meinem lieben Freund und Bundesbruder Goldmann die ach so ungleichen literarischen Klingen zu kreuzen. Keren Äajessod und Iewish Agency sind von den Zionisten gegründete Organisationen, die als Grundlage ihrer Aufgabe und als Ziel ihrer Arbeit, unbestritten von maßgebender zionistischer Seite, die Schaffung der nationalen Heimstätte, eines politischen und kulturellen Zentrums für das jüdische Volk in der Diaspora haben. Wenn auch aus taktischen Gründen, um Geld und Mitarbeit der Gegner des Zionismus' für seine Ziele heranzuziehen, hier manches verwischt wird. Die Aufklärungsschrift der Chemnitzer Ortsgruppe des Zentralvereins hat die Dinge klar beleuchtet. Der Gedanke, durch Eintritt in die zionistischen Organisationen den Versuch zu machen, die Zionisten zur Aufgabe ihres nationalen Zieles zu bringen, kann wohl nicht mehr Erfolg versprechen, als der Eintritt in eine ausgesprochene antisemitische Vereinigung zum Zwecke der Bekämpfung des Antisemitismus. Die Antisemiten müßten ja dann den

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