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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 25 (sequence 11)
Language
German
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Nachr.-tzeft K. C.-Blatter 25 Aktualität und Verulkung unserer Besten. In Rom war es Sitte, daß die Soldaten des triumphierenden Feldherrn Spottlieder auf ihn sangen. Sv werden sich wohl auch unsere Prominenten getröstet haben, als man sie, noch dazu in der Aufmachung der Dreigroschenoper, zur Leierkastenmelodie ein wenig durch die Schokolade zog. Sie werden sich getröstet haben, denn sie durften dafür ihr Konterfei mit näch Lause nehmen, an dem sie lehrreiche Aebungen zu dem delphischen Satze: Erkenne Dich selbst! treiben können. And der Laupttrost mag es ihnen wohl gewesen sein, daß eine so sympathische Sängerin wie unseres l. Kartellbruders Siegfried Rosenthal anmutiges Töchterlein ihnen das Lied ihres Charakters sang. Sie, wie wir alle, werden sich erfreut haben an den graziösen Tänzen von Frau Dr. Carl Grünwald, an den reichen Leistungen aller der charmanten Damen, von denen ich noch erwähnen darf die Namen Frau Dr. Goldner-Seligmann, Fräulein Bettina Feitler, Fräulein Strauß (des verehrten Kartellbruders Eduard Strauß lieblicbes Töchterlein). Wir danken — mögen sie in diesem stichwortartigen Namenskatalog Platz gefunden haben oder nicht — allen, die uns das Geschenk einer heiteren Stunde bereitet haben, und ich darf, was unsere wackeren Kartellbrüder in Frankfurt anbelangt, in kurzem Streifzug noch die Namen Lorge, Dr. Ernst Wolf, Caspari und Berliner nennen. Ich glaube, wenngleich es ermüdend wäre, das Namensregister ganz aufzuzählen. — zumal die Versicherung genügen wird, daß alle Mitwirkenden ihr Bestes hergeHeben haben — nur einen Namen darf ich noch hervorheben, weil sein Träger uns zu einer amüsanten Belehrung verholfen hat: Kbr. Robert Rosenthal ist es, der den sattsam bekannten Gruß „Leil Litler!" zu deuten verstand. Es ist keine bloße Anrede, 4 sondern ein Imperativ, freilich ein zweckloser, denn „zu heilen ist der Mann nicht mehr!" Die hier erlaubte Frage nach der Vaterschaft fördert den Namen Erwin Selig mann zutage. (Exceptio plurium: Bernhard Baruch.) So entzückte uns nach getaner K. C.- Tagsarbeit dies heitere Schauspiel. Am Vorabend des K. C.-Tages aber war das Schauspiel zum Sinnbild geworden. Ich meine das farbenprächtige Schauspiel, das im Saal des Palmengartens die Akademische Feier bot. Eine Symphonie der Farbentöne klang auf. Der Lerrenkleidung festliches Schwarz-Weiß mischte sich mit der erlesenen Buntheit phantasieenreicher Frauenmode. Der feierliche Chargenwichs der aktiven Korporationen gab den stimmungsvollen Begleitton an. Ein Sinnbild war die selbstverständliche Larmonie, mit der da Schulter an Schulter die Träger der verschiedenartigsten K. C.» Couleuren standen. Ein Sinnbild auch das ganze Szenarium der „Akademischen Feier", die an die Stelle eines Kommerses trat, und doch weit mehr war als ein Surrogat. Wir alle lieben unsere studentische Fröhlichkeit und wollen ihre altvertrauten Formen nicht misserr. Aber wir sahen, daß auch in neuartigem Gepräge die alte Begeisterung aufzulodern weiß. Als im feierlichen Takte („Alles schweige, jeder neige....") die Chargierten der Verbindungen nacheinander in den Saal marschiert waren, als dann unsere Kartellbrüder Krombach (Essen) und Rabbiner Lazarus (Frankfurt) zu der festlichen Menge von Kampf und Ideal des K. C.ertums gesprochen hatten, da brandete echte, reine K. C.-Begeisterung auf. Eme Begeisterung, die nicht auf den Schaumkronen alkoholischer Gemütswallungen ranzte — Begeisterung, die unmittelbar am Wort des Redners sich entzündete. Von der Not unserer Tage sprach Kbr. Krombach, sprach von der unfaßbaren Verhetzung, die in den Schulen schon das seelische Erbe unserer Jugend verwüstet, svrach von dem Kampfwillen, der aus Laß und Feindschaft um so unbeugsamer erwächst, und rührte an jedes echten K. Cers Lerz, als er die mannhafte Losung gab: „Im Kampfe sollst du Dein Recht finden!". Kbr. Lazarus sprach vom Geist des Lumanismus, der unserer Jugend verloren gegangen sei. Das Deutschtum, das unentreißbar in unserer Seele wohnte beschwor es herauf und ließ es zeugen wider den Angeist der Verblendeten. Er wies am Beispiel der viel gelästerten Ostjuden nacb, daß selbst dieses Element in sich Kerne des Deutschseins birgt, empfangen und behütet seit den Tagen der Siedlung am Rhein. Das Deutschlandlied schloß diese Akademische Feier. Sie war ein Bekenntnis,

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