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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 20 (sequence 6)
Language
German
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20 K. C.-BlatLer Nachr.-tzest Im Anschluß daran heißt es aber, daß zur landsmannschaftlichen Pflicht der Linweis gehöre, „Realpolitik" dürfe keine „Verzichtspolitik" sein. Womit also gesagt scheint, daß bezüglich der „Realpolitik" es doch wohl nur einen Weg gebe, da der Weg eines eventuellen Nachgebenkönnens zumindest auszuscheiden habe. Einer besonderen Klarheit erfreuen sich die Ausführungen derLandsmannschafter-Zeitung jedenfalls nicht, und in der Titelfrage, dem. Bekenntnis zum Nationalsozialismus, erscheint die Unklarheit sogar etwas geflissentlich, jedenfalls kommen einem die Stichworte Katze und heißerBrei in den Sinn. „Soweit der Nationalsozialismus Partei ist, besteht über die Einstellung der Landsmannschaft zu ihm kein Zweifel." Das soll vermutlich eine Absage bedeuten. „Der Nationalsozialismus ist aber mehr als Partei, er ist geistige Bewegung." Das ist das rettende Lintertürchen. Es entbehrt nicht der Komik, wenn die Landsmannschaft mit dem Nationalsozialismus schmollt, wie mit einem zu stürmischen Geliebten. „Der Nationalsozialismus, der dasselbe will (ergänze: wie wir), soll darum die deutsche Landsmannschaft, die studentischen Verbände unangetastet lassen!" Wie reimt sich zu diesem das Schlußwort des Artikels: „Landelt jeder Landsmannschafter im Geiste der großen Deutschen vor uns. dann wird er eine Zierde auch des Nationalsozialisms sein"? Es ist schon, wie wir sagten, der Nationalsozialismus ist auch der Landsmannschaften große Liebe, nur soll er sie mit seinen Zärtlichkeiten nicht erdrücken. Diese Gefahr ist von den Landsmannschaften richtig erkannt, aber ihr Lerz ist nun einmal verloren. R. L. Neu.Heidelberg. Das Feld der Unehre. — Kriegsbericht. — Kommentare und anderes. Daß die Redewendung, unsere Gefallenen seien aus dem Felde der,.Anehre" geblieben, nicht sehr geschmackvoll ist, werden auch die besten Freunde ihres Urhebers, Professor Gumbels, nicht leugnen. Aden auch die ärgsten Feinde dieses Mannes hätten die Pflicht gehabt, zu überlegen, aus welchen Motiven heraus er sich zu dieser Aeußerung Hinreißen ließ. Vielleicht hätten sie, wenn sie ehrliche Gegner wären, erkannt, daß Gumbel nicht das Andenken der Kriegsopfer schmähen, vielmehr ihren Tod als unsinniges Ergebnis einer blamablen Politik hinstellen wollte. Es geht hier nicht um die Person des Lerrn Gumbel und nicht um seine politischen Auffassungen. Es geht uns hier um die Sauberkeit des Denkens, des Urteilens und der Methoden innerhalb der deutschen Studentenschaft. Was nun das letzte anlangt, die Methoden, die sich in steigendem Maße bei der Mehrheit unserer Kommilitonen einbürgrrn, und die aus den deutschen Universitätsstädten ein zweites Wien zu machen drohen, so ist in diesen Blättern über ihre Schändlichkeit schon sehr viel geiprochen worden. Es kann aber nicht genug darüber gesagt werden, solange es immer noch Mode bleibt, Meinungsverschiedenheiten mit den Manieren des Lümmeltums auszutragen. Wenn heute ein Akademiker sieht, daß beispielsweise in Leidelberg eine zuchrlose entfesselte Lorde johlend und grölend durch die Straße tobt, mit Stöcken und Fäusten blind drauf losschlagend, jeder Gesittung, jed m noch so bescheidenem Kavalierstum entfremdet, wenn er das steht und erfährt, daß nickt etwa gewöhnlicher Janhagel hier rast, sondern Akademiker, Muser söhne, Repräsentanten deutscher Bildung und deutschen Geistes, dann muß ihm entweder ein eisiger Schauer in die Seele fahren oder aber, er hat sich und sein akademisches Gewissen verloren! Das ist es, was wir als Akademiker zu einer Schändung und Entweihung zu sagen haben, die von den Verübern derartiger Exzesse begangen wird. Kein noch so erhabener Zweck kann die verwerflichen Mittel einer feigen, gemeinen Brutalität heiligen, zu der sich leider wieder einmal deutsche Studenten verstiegen haben. Und warum das alles? Wozu der Lärm? Wie viele der ungestümen Leidelberger Demonstranten mögen sich wohl Klarheit darüber verschafft haben, was denn eigentlich an dem Mathematiker Gumbel abstoßend sei — wenn nicht etwa sein verdächtig klingender Name? Es scheint schon so, als seien Name und Nase die Punkte des Mißfallens gewesen. Schweigen wollen wir von einem anderen Verdacht, den wir nicht wahr haben wollen: ob nämlich Gumbel, der in die morastigen Gründe des politischen Mordens hineinaeleuchtet hat, in Ungnade fiel bei denen, die den politischen

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