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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 5

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Nachr.-Left K.C.-Blätter 5 sozialistischer Helden, die ihre Tapferkeit stets erst dann zu entdecken pflegen, wenn sie als Aebermacht einer Minderzahl gegenüberstehen. (Lins aber sei den Herrschaften, die in ihre eigene Intoleranz verliebt sind, noch gesagt: Sie wären niemals so groß geworden, wenn die verhaßte Republik eine größere Intoleranz ihnen gegenüber aufgebracht hätte. Aber das freilich ist gewiß nicht Schuld der Hakenkreuzler. Wir kramen weiter in der studentischen Zeitschriftenlektüre und stoßen auf eine ganze nationalsozialistische Propagandäschrift. Die Propagandaschrift erscheint in Rostock und nennt sich „Rostocker Universitäts-Zeitung". Als solche ist sie das Organ des Vorstands der dortigen Studentenschaft, die in Mecklenburg noch kein Privatverein, sondern eine amtliche Körperschaft ist. Es genüge ein rascher Streifzug. Auf Seite 4 (Nr. 2 vom Dez. 30) begrüßt uns der Hochschulgruppenführer des Rationalsoz. Studentenbundes mit einem Aufsatz über „Student und -Nationalsozialismus". Auf Seite 7 wird die „ungarische Hochschuljugend" belobigt, weil sie ihre Selbsterhaltung durch Einführung des numarus ewu8U8 gegen jüdische Studierende verteidige. Auf Seite 8 wird anläßlich eines Vortragsabends des Geheimrats Ouaatz wiederum gebührend Des Nationalsozialismus gedacht. der als erstrebenswertes Marschziel hingestellt wird. Es folgt auf Seite 10 ein Bericht über die Arbeit des Nationalsozialistischen Studentenbundes, und die übrigen Aufsätze sind ebenfalls mit chauvinistischer Hochspannung geladen. Es bleibt hier also - also die bemerkenswerte Tatsache, ha% ba§ amtliche Organ einer staatlichen Organisation seine Hauptaufgabe in der Liebedienerei vor dem Nationalsozialismus sieht. Wir glauben nicht einmal, daß das Blatt seine Objektivitätspflichten verletzt hat. Nach der an anderer Stelle wiedergegebenen Meldung, wonach in eben diesem Rostock mit Einstimmigkeit vom Vorstand der Studentenschaft die Einführung des numerus elau8U8 gefordert worden war, scheint es kein Zweifel, daß hier im gewiß nicht sehr hellen Mecklenburg eine breite Domäne Hitlers liegt. Es ziemt, das zu wissen. R. H. Stephan Steinhaeter zürn 50» Geburtstag. Am 10. Januar d. I. hat Dr. Stephan Steinharter (Lic.) die Feier seines 50. Geburtstages begangen. Ein Verband von der Größe des ünsrigen wird es nicht ermöglichen können, seine guten Wünsche jedem Einzelnen auszusprechen, der in stiller Arbeit für den K. C. fünf Jahrzehnte seines Lebens vollendet hat. Deshalb kann in der Erwähnung oder Unterlassung dieses Jubiläums nie eine Wertung der Persönlichkeit erblickt werden. Wenn wir bei Stephan Steinharter eine Ausnahme machen und hier sein Wiegenfest erwähnen, so geschieht es aus dem Grunde, weil Steinharter in besonderem Maße zwei Grundauffassungen, welche die Grundlage des K. C. bilden, in sich verkörpert und ihnen auch in der Öffentlichkeit eine besondere Note durch eine starke Persönlichkeit gegeben hat. Die eine ist die innige Verknüpfung zwischen seinem deutschen und seinem jüdischen Sein. Steinharter hat jeder Form der Absonderung, also auch jeder Form des jüdischen Nationalismus, stets den Kampf angesagt. Er war und ist davon durchdrungen, daß Judentum und Judenheit eine nationale Bindung weder ertragen wollen, noch können. Er ist der Auffassung, daß wir unser Judentum so vertiefen müssen, daß wir in unserem Innern keinerlei Ersatzkonstruktionen brauchen, um uns als treue Glieder unserer Gemeinschaft zu bewähren. In der Aeberwindung des nationalen Judentums — nicht etwa in seiner gehässigen Bekämpfung, die er stets abgelehnt hat — sah er eines seiner Lebensziele. Llm so nachdrücklicher hat er auf der andern Seite immer wieder seine mahnende Stimme erhoben, um die K. C.er zur Vertiefung ihres jüdischen Lebensinhaltes auszufordern und darauf hinzuweisen, daß mit der bloßen Verneinung auch nicht das geringste erreicht ist. Nicht, was man nicht ist, ist entscheidend, sondern dasjenige, was man ist. Steinharter ist auf der anderen Seite eine Persönlichkeit, welche stets für die energische Ausbildung des K. C.ers zu einem kompromißlosen Charakter eingetreten ist. Dadurch, daß er für die Aufrechterhaltung auch der äußeren Vornehmheit in unserem Verbände unermüdlich gewirkt hat. hat er keineswegs dem Geckentum Zugeständnisse gemacht;

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