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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 4

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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4 K. C.-BläLter Dtachr.-Lest und ins Lächerliche gezogen wird üben wir, vielleicht oft unbewußt, eine gewisse rassische Auslese. Diese Auslesebestrebungen im allgemeinen verlangt Hitler von einem deutschen und völkischen Staatswesen." Mit solcher Beweisführung stellt sich der Verfasser auf die Stufe niederster Demagogik. Es ist eine beschämende Verletzung der Wahrheit, den Kampf gegen die Mensur als jüdische Angelegenheit auszuposaunen und dabei bewußt diejenigen ungezählten Juden zu ignorieren, die mit Säbel > und Schläger oft genug dem Burschen- ~ schafter gegenübergetreten sind, und zwar, wie dort sehr wohl vermerkt werden konnte, mit der gleichen Begeisterung und dem gleichen Schneid. Gar nicht zu reden von dem schmählichen Verrat, der mit solchen Worten au den eigenen einstigen Bundesbrüdern geübt wird, die als jüdische Burschenschafter die Farben ihres Bundes mit dem Degen verteidigt haben! Nur folgerichtig ist es da, daß der Schreiber des Aufsatzes sich mit falschem Stolz daran erinnert, wie bald man in seinen Kreisen schon für den Ausschluß des jüdischen Elementes gesorgt habe. Auch hier wird wieder im Schatten des vermeintlichen Titanen Hitler deklamiert: „Hitler bezeichnet es als einen der genialsten Tricks, den jüdischen Staat unter der Flagge einer Religion segeln zu lassen, denn in Wirklichkeit ist die mosaische Religion nichts anderes als eine Lehre zur Erhaltung der jüdischen Rasse. So deutlich haben wir Burschenschafter unseren „Iudenparagraphen" wohl nicht begründet, aber in der Tatsache, daß nunmehr seit Jahrzehnten Juden und Iudenstämmlinge nicht mehr in die Burschenschaft ausgenommen werden, ist doch die Erkenntnis m finden, daß Judentum und un*er Wahlspruch nicht in Einklang miteinander zu bringen sind." Bei dieser Art, zu denken und zu fühlen, wie sie in vorstehenden Ausführungen Zutage tritt, ist es ja nun sehr fraglich, auf welcher Seite der Schaden liegt wenn „Judentum und Burschenschaft keinen Einklang finden können. Aber, ernsthaft gesprochen, muß ein Schaden befürchtet werden für eine ganze Nation, deren akademischer Nachwuchs so hoffnungslos in hohler Götzenanbetung und gedankenloser Politikasterei zu versanden droht. Nicht mit der gleichen Anbedingtheit, aber in unverkennbarer Sympathie schlägt sich der V. d. St. zu Hitlers Fahnen. Sein Organ, die „Akademrschen Blätter" haben im Heft 5 eine Auseinandersetzung gebracht,. die im Nationalsozialismus immerhin eine Gefahr für den Verband sehen wollte. Dem tritt aber in Nr. 8 Herr Blome mit scharfer Akzentuierung entgegen. Für ihn ist Radikalisierung weiter nichts als ein Schlagwort, und mit dieser kargen Feststellung speist er alle die ab, die in dem Hinüberpendeln in wüstesten Fanatismus eine Bedenklichkeit sehen. Daß man „Andersdenkende" achten, und „Gedankenfreiheit", gewähren müsse, wird ebenfalls damit abgetan, daß es sich hier um „Schlagworte" handle, und zur Rnterstreichung wird der lapidare Satz angefügt: Der Liberalismus hat abgewirtschaftet. Angesichts einer solchen bedenkenlosen Flüchtigkeit in gedanklichen Fragen kann man nur die eine Empfindung haben: Die Jugend die von diesen Führern die Stillung ihres Hungers nach Wissen um die Lebensdinge erwartet, wird genarrt und betrogen, denn man gibt ihr Steine statt Brot. Man höre sich einmal an, was der Prophet Hitlers über „Intoleranz" zu sagen weiß: „Gerade die nationalsozialistischer Bbr. Bbr. sind stolz auf die Vergangenheit desK.V. und begeistert, wenn sie in verbandsgeschichtlichen Darstellungen lesen, wie mutig unsere Bbr. Bbr. den Kampf gegen Sozialdemokraten und Juden ausgenommen haben, einen gewiß intoleranten Kampf in einer allzu toleranten Zeitwie sehr sie für die nationalen, sozialen und Rassegedanken eintraten." Daran ist nur eins richtig, nämlich daß der Kampf gegen „Sozialdemokraten und Juden" intolerant im höchsten Grade war. Mutig aber war er nicht, denn wieviel Mut dazu gehört, eine Minderheit zu bekämpfen, braucht kaum lange ergrübelt zu werden. Freilich entspricht diese Auffassung haargenau der Kampfesart national-

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