KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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6 K. C -Blätter Nachr.-Left er verlangte eine äußere Würde, die mit innerlichstem Geyalt verbunden ist, und das war gut so. Das soll hier zum Geburtstage eines Mannes gesagt werden, der in entscheidenden Fragen unseres Lebens nicht nur mit der Außenwelt, sondern auch mit sich gerungen hat und in diesem Kampfe mit seiner eigenen Seele den Wert der Persönlichkeit innerbalb des K. C. zum Ausdruck besonderer Anspannung im Sinne unseres Gedankens zu führen bestrebt war. Ad multos annos! äs. Dev „Illustrierte Beobachter" wird zur Verantwortung gezogen. Ein ganzes Kapitel für sich ist der nationalsozialistische „Illustrierte Beobachter" Im allgemeinen sollte man die Finger von ihm lassen; gelegentlich muß man aber doch aus seiner Reserve heraustreten. Deshalb haben sich drei unserer Kartellbrüder, die in Folge 40 aus Jahrgang 1930 der schmeichelhaften Aufmerksamkeit dieses Zeitgenoffen gewürdigt worden waren, entschlossen, sich nicht alle Dreistigkeiten gefallen zu lassen. AufSeite68 des besagtenExemplars findet sich nämlich eine Studie „Die Geschichte des deutschen Staatsbürgers jüdischen Glaubens". In diesem Artikel wird den Lesern die Behauptung serviert, die größte Mehrzahl der deutschen Staatsbürger jüdische i Glaubens habe sich erst in periodischen Abschnitten vom Galizianer- oder Asiatentum zum halbwegs angetünchten Mitteleuropäer durchgemausert. Durch etliche Illustrationen wird diese Behauptung sinnfällig zu machen gesucht. Unter anderem findet sich ein Bild, das unsere Kartellbrüder Walter Braun, Äeinz Caro und £>« lmut Schreiber in Spreven-Couleur zeigt. Da die Bänder durch die Mäntel verdeckt sind, so hat die Zeitschrift unsere Kartellbrüder für Gymnasiasten gehalten und folgende Unterschritt dazugesetzt: „Die deutschen Gymnasiastenmützen und später das Burschenband sollen dazu beitragen, die Rai'enmerkmale zu verschleiern". Wobei bemerkt werden muß, daß diese Wahrheitsprediger kein Bedenken getragen getragen haben, die sogenannten ,Rassenmerkmale" künstlich herauszustricheln, indem sie durch Retouche die Nasen besonders hervorspringend und die Lippen erheblich aufgeworfen erscheinen lassen. Im Zusammenhang mit diesen Abbildungen heißt es im Text des Artikels, zu dessen Illustrierung die Fotografien der drei K. C.er mißbraucht wurden, u. a., daß die deutschen Juden in Wirklichkeit Asiaten seien, ein „Leuschreckenschwarm", der deutscher Staatsbürger geworden sei. Wegen dieser beleidigenden Ausdrücke, sowie wegen der sonstigen zahlreichen Herabwürdigungen, die mit der gesamten deutschen Iudenheit auch gerade die als „Exempel" herausgegriffenen Kartellbrüdex treffen, verstärkt noch dadurch, daß die übertreibende Äervorkehrung „jüdischer Gesichtsmerkmale" als bewußte Kränkung gedacht war, haben die in Frage kommenden drei K. C.er durch Kbr. Rechtsanwalt vr. Erich Stern (Berlin) Strafanzeige und Privatklage erhoben. Die Anzeige ist auch auf Verletzung des Kunstschutzgesetzes wegen unbefugten Gebrauchmackens von Fotografien gestützt worden. Man muß nicht glauben, daß es leicht war, überhaupt erst einmal den verantwortlichen Redakteur festzustellen. Als verantwortlich zeichnen am Schluß des redaktionellen Teils zwei Personen, und zwar die eine für „Bilder und Text mit Ausnahme des literarischen Teils" und die andere für den literarischen Teil. Damit ist, wie Kbr. Stern in seiner Klageschrift hervorgehoben hat, die Frage der Verantwortlichkeit reichlich verdunkelt und demnach auch nicht den Vorschriften des Preßgesetzes entsprechend behandelt. Es ist nicht ohne weiteres zu erkennen, was eigentlich „literarischer Teil" sein soll, und was nicht; auch nicht, ob die Worte „mit Ausnahme des literarischen Teils" sich auf das unmittelbar vorangehende Wort „Text" beziehen oder auf die drei Worte „Bilder und Text". Es ist von einem nationalsozialistischen Äetzbold nicht zu verlangen, daß er es seinen Opfern leicht macht, ihn zur Verantwortung zu ziehen. Wenn man bei solcher Gelegenheit sich das Blättchen einmal näher beschaut — tatsächlich, man lernt allerlei Lieblichkeiten zu. Begnügen wir uns. darum mit einer schmalen Kostprobe. In einem sogenannten Gedicht, das gegen die Kommunisten und die damit natürlich idem tischen Juden wettert, ereignen sich Ausdrücke wie „Mieser Verkommenheitsmist der Spreestadt, wo sie am dreckigsten ist", „Abschaumwicht", „Schmierhalunken, Rotzfrontrat, Drecklumpen". Wenn