KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Left K. C.-Blätter s Front?" eine lange Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus entgegen, eine Auseinandersetzung, die in Wirklichkeit eine glatte Verbeugung vor den starken Bataillonen Hitlers ist. (Die Schriftleitung setzt dem Aufsatz einen kleinen Vorspruch voran, daß sie zwar nicht jedes Wort unterschreibe, aber glaube, daß die Stimmung in den Kreisen der Jungakademiker richtig wiedergegeben sei.) Die einzige Gefahr, die der Artikelschreiber, Herr Dr. Hans Bernd Gi« seyius, im Wirken des Nationalsozialismus sehen will, ist die etwaige Neigung der Hakenkreuzler, mit der Mitte paktieren zu wollen. Wir glauben, in dem Punkte könnte er ganz beruhigt sein — jedenfalls was die Nazis selber anlangt. Man hätte meinen können, daß Herr Dr. Gisevius ein Wort der Abkehr sprechen würde von den notorischen Rüpelmanieren der Hakenkreuzanhänger. Aber alles, was er darüber zu vermelden weiß, ist: „Wir müssen sagen, daß uns die braune Hundertschaft im Reichstag sehr gut gefiel. Ihr Lärm schon weniger. Die Verhandlungen mit der Mitte in Sachen des Präsidiums am allerwenigsten." Nur der Lärm ist etwas mißfällig, aber Terror und Mordgier interessiert nicht. Das ist die auffällige Erscheinung unserer Zeit, daß Kreise, die Bildung und Gesittung zu repräsentieren glauben, die jede Gelegenheit benutzen, um über Verrohung und Verwahrlosung der heutigen Generation zu klagen, verstummen, wenn der Vandalismus der Nationalsozialisten ins Licht tritt. Zuweilen wird man erinnert an jene Schlange, die ihre Opfer wehrlos macht indem sie durch die Starrheit des Blickes sie zur Unbeweglichkeit bannt, so daß die armen Opfer den Feind, obwohl sie ihm entrinnen könnten. willenlos erwarten. Es scheint, als seien viele Kreise des Bürgertums dem Nationalsozialismus hilflos verfallen, nachdem sie ihm einmal ins Auge geblickt haben. Die weiten Kreise der Jungakademiker jedenfalls sehen, wenn ihnen Herr Dr. Gisevius wirklich aus der Seele spricht, in Adolf Hitler einen überragenden Führer von größten persönlichen Qualitäten. Warum, wird nicht verraten. Auch nicht von den Burschenschaftern, die immer deutlicher erkannt werden als die studentischen Kadres der Hitlerarmee. Diese Prägung ist bei kaum einer anderer: studentischer: Korporationsart so offensichtlich geworden. Gewiß haben die Burschenschaften immer eine bewußt politische Tradition verfolgt, früher einmal eine sympathischere als heute. Eine so eindeutige Stellungnahme für eine bestimmte Partei aber, wie sie heute immer klarer zutage tritt, ist doch wohl ein Novum. Ein unumwundenes, ja begeistertes Bekenntnis zum Nationalsozialismus legt Max min der: „Burschenschaftlichen rn" vom Oktober 1930 ab. (Gedanken zum Hitlerbuch „Mein Kampf".) Mit stolzgeschwellter Brust wird allen, die es hören wollen, verkündet. wie alle Gedanken, Prinzipien, Idole des Hakenkreuzlertums in der deutschen Burschenschaft die Transformation ins Studentische erfahren. Der höchste Schmerz wäre es dem Verfasser, wenn man die Burschenschaft als „farbentragende Korporation wie andere auch" bezeichnen wollte. Das wolle Wotan nicht. Die Burschenschaften wollen anderes, wollen mehr: Sie sind Kameraden der tzakenkreuzritter. Man gratuliere ihnen zu dieser Karriere. Bezeichnend ist die folgende Stelle des Artikels: „Kurz soll erwähnt werden, daß Hitlers Staatstheorie die Bewohner in drei Klassen einteilt: Die Staatsbürger. die einfachen Staats», angehörigen und die Ausländer. Der Ausländer ist mit unserer Sprache eine Art Konkneipant, während der Staatsangehörige unserem Fuchsen entspricht. Volle Rechte genießt erst der Staatsbürger, der nach Erfüllung seiner Dienstpflicht (Mensuren) eine Staatsbürgerurkunde (Burschenband) erhält und gleichzeitig auf die Volksgemeinschaft vereidigt wird (Burscheneid)." Ilm die gleichgestimmten Schwingungen der Burschenschafter- und der Hitlerseele recht glaubhaft zu machen, müssen zahlreiche andere Parallelen herhalten, wie z. B. die nachstehende: „Indem wir Burschenschafter den Mensurenzwang haben, der nur in der jüdischen Presse und von den marxistischen Regierungen bekämpft