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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 2

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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2 K. C.-Blätter Nachr.-Left Amschau. Die Glocken, die dieses Mal den Beginn des neuen Jahres einläuteten, haben manchem vielleicht dumpfer geklungen als in früheren Jahren. Zu lautem Jubel ist gewiß kein Anlaß, und wenn das Schicksal lediglich die bloße Tatsache, daß wir Erdbewohner unsere papierenen Kalenderblätter umgewendet haben, zum Anlaß nehmen wollte, ebenfalls eine Wendung zu vollziehen, so hat es jedenfalls noch keine rechte Miene dazu gemacht. Wollten wir uns ganz der Symbolik verschreiben, so erscheint das Bild erst recht düster. In der Reichshauptstadt ist just in der Sylvesternacht das Blut zweier Republikaner vergossen worden durch nationalsozialistische Mörder- Hand. Eine finstere, eine blutige Symbolik für das Schicksal aller, denen die Rationalsozialisten Feinde sind? Rein! sagen wir trotz allem. Nein — denn wir sind nicht gesonnen, alles Unheil, alle Feindschaft, alles Verbrechen willenlos über uns kommen zu lassen. Wir wissen, daß menschlicher Wille in dieser Welt der Elementargewalten nur von vergänglichem Werte ist, daß er aber in dieser Welt des Subjektivismus den Lauf vieler Dinge zu korrigieren vermag. Der demutvolle Satz: „Was Ihr dem Geringsten unter Suren Brüdern tut, das habt Ihr mir getan", ist nicht dem Alten Testamente zugehörig. Von jeher war der Jude ein streitbarer und wehrstarker Kampfer, und der Titusbogen in Rom bezeugt es, daß dem siegreichen Römer die Ueberwindung des jüdischen Heeres als eine besonders schwierige Aufgabe erschienen sein muß. Hierbei sei die Einschaltung gestattet, daß im Jahre 70 der Niederbruch des jüdischen Widerstandes auf die Uneinigkeit des Volkes zurückging, weil jeder der vier Befehlshaber wähnte, nur er habe das rettende Verteidigungsshstem erdacht, und weil so aus dem Bruderstreit der Belagerten der Triumph der Belagerer erwuchs. Wir erwähnen dies, um die tiefgehende Wesensgleichheit des Juden mit dem Deutschen selbst in den Untugenden darzutun. Doch besteht sie auch in den guten Eigenschaften, und wir wollen uns im besonderen des unverwüstlichen Wehrwillens erinnern, der den deutschen Charakter gerade so auszeichnet wie den jüdischen. Für uns darf es nur eine Methode geben: Je dreister die Angriffsgier unserer Feinde wird, um so geharnischter muß unser Abwehrwille werden. Und wenn der nichtjüdische Teil unserer Volksgenossen» der wie wir in dem nationalsozialistischen Straßenmob den Todfeind sieht, einmal diesen Satz vergessen sollte, dann wollen wir diejenigen sein, die Beispiel und Vorbild geben, dann werden wir es sein, die — nach den Worten eines unserer Führer zum letzten K. E.-Tag — die Fahnen vorwärts werfen wollen! Es wird in unserer Geschichte nicht das erstemal sein, daß unsere Widersacher, da sie uns nun einmal nicht den Frieden gönnen, mit blutigen Köpfen heimkommen werden, wenn es durchaus nicht anders gehen will! Blut ist auf die Schwelle des neuen Jahres gerieselt, weil die Hakenkreuzbestie wütete. Wenn die Bestie noch immer nicht gesättigt ist, dann muß sie erfahren, daß auch wir Pranken und Krallen haben. Das schlimmste ist es — und das sei den Teilen des Volkes gesagt, die wohl guter Meinung, aber nicht immer festen Willens sind, vor der Bestie zurückzuweichen» weil man sie dadurch nicht beschwichtigt, sondern am meisten reizt. Unsere Aufgabe ist schwer, und noch ist nicht die Zeit gekommen, die Erleichterungen hoffen läßt. Nicht zuletzt an uns wird es liegen, ob dieser Zeitpunkt in naher oder weiter Zukunft erscheinen wird. Einstweilen aber noch frißt sich der Hitlerismus immer tiefer in die deutsche Studentenschaft. Reihenweise schluckt er die Massen der jungen Studenten, und gerade in den Kreisen der Korporationen hält er fürchterliche Musterung. Liest man heute die korporationsstudentische Presse, dann wird man die Empfindung nicht mehr los. als seien die Korporationen fast durchweg Filialen der Hitlerfirma geworden, zum mindesten aber ihre Agenten. Wir blättern die Novembernummer des „Student" auf, des Organs der „Deutschen Studentenschaft". Wir brauchen nicht lange zu blättern, denn schon auf der ersten Seite springt uns unter der Aeberschrift „Steht die

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