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KC-Blätter · 1931-05-01 · Heft 2 (Mai 1931) · p. Seite 53

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 53 (sequence 19)
Language
German
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K. C.-Blätter SS Mutes nach der Mensurleistung stellt hohe Ansprüche an die Disziplin eigenwilliger Einzelner, oft noch mehr die Ehrengerichtsbarkeit mit ihrem Gang schiedsrichterlicher Erledigung. Die kommentmäßige Unterordnung vollends unter alle älteren Verbindungsmitglieder — nur deswegen, weil sie älter, und ganz unabhängig davon, ob sie tüchtiger, wertvoller oder auch nur erfahrener sind — fordert gelegentlich die stärkste Selbstüberwindung. Die Beispiele ließen sich vermehren (Freizeitgestaltung: Offizieninhalt); auf speziellere Fragen wie Abweichungen Einzelner vom politischen oder sozialen Mehrheitsstandpunkt ist nicht einzugehen. Immer wieder bestätigt sich, daß die Korporation es mittels historisch und psychologisch erkennbarer, also zuverlässiger Wirkung zuwege bringt, den spröden deutschen Akademiker zugunsten einer enggefaßten Gemeinschaft in ausgezeichneter Weise zu disziplinieren und zu aktivieren. * * Man kann hiernach mit allen Mängeln, die jedem einfachen Schema anhaften, aber auch mit allem Rechte, Typologie zu treiben, sagen: In einen Wandervogel (etwa in einen der deutsch-jüdischen Bünde) gehören Jungen oder Mädchen, die bei deutlicher Anlage zu verinnerlichter und individualistischer (jedoch nicht gemeinschafts f e i n d - licher!) Entwicklung danach streben, den Konflikt „Deutscher — Jude" von unten und innen her, also durch ernstes und rückhaltloses Eindringen in den Geist und das Wesen der deutschen Kultur und des. deutschen Volkslebens, zu lösen. In eine Korporation gehören diejenigen unserer jungen Studenten, die den äußeren Kampf um unsere Gleichberechtigung bevorzugen. Sie müssen fähig und willens sein, sich unter Verzicht auf manche persönliche Freiheit zu starker Disziplin erziehen zu lassen und erhalten dafür in der Korporation ein ihnen liegendes Arbeitsfeld. Anders gesehen: Die Wandervogelbünde leisten an den jungen Deutschjuden — in voller Autonomie, aber infolge der zwangsläufigen Verbundenheit ihrer individualistisch-menschlichen Ziele mit dem ähnlich begründeten Rechtskampf der Deutschjudenheit — die gründlichste, wirklichkeitschaffende Arbeit: sie binden und Mörteln die Jugend, langsam, einzeln und persönlich, durch Erlebnis und Streben, in die deutsche Volksgemeinschaft ein. Sie schaffen soziologische Tatsachen der Zukunft. Die Korporationen können uns einen Typus von Männern erziehen, den wir Deutschjuden heute nötiger brauchen als je: Den, der noch fähig ist, wenn alle Inhalte wanken und die Selbstsucht Lücke um Lücke in die ringsum mißachtete Gemeinschaft reißt, mutig für ihren Bestand und ihr Ansehen mit einem „Trotzdem,," einzutreten, das keine Gründe braucht, weil es in seiner persönlichen Haltung wurzelt. Unstreitig eine oft formale Haltung! Aber wir können ihre Unangreifbarkeit im äußeren Kampfe nicht entbehren, nachdem zugleich mit diesem die heftigste, alles erschütternde Auseinandersetzung über die innerjüdischen Grundlagen entbrannt ist. — Neben diesen beiden Formtypen werden, namentlich für religiöse Arbeit, andere benötigt, wenngleich solche Arbeit naturgemäß auch im Wandervogel oder in der Korporation geleistet werden kann.

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