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KC-Blätter · 1931-05-01 · Heft 2 (Mai 1931) · p. Seite 52

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 52 (sequence 18)
Language
German
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K. C.-Blätter r>2 Deshalb wirft sich sein ganzes Streben nach einem greifbar nahen objektiven Werke, vom Geltungsdrang beflügelt, auf einen männlich strengen, fcftcn und geachteten Ausbau seiner Gemeinschaft. Nur deshalb wird hier „Form zum Inhalt", weil der stets nach Betätigung drängende Schöpfertrieb in der Zeit, in der er der Berufsrealität noch nicht gegenübersteht, keinen konkreteren Werkstoff als das Organisieren des ihn am nächsten umgebenden Menschenkreises finden kann. So wird denn dort unbewußt überall Werkstoff herausgeholt, — alles wird objektiviert, reglementiert, kodifiziert, was sich der freien Bestimmung des Einzelnen irgend entziehen läßt. Es entsteht das bei ständigem Mitgliederwechsel Jahrhunderte überdauernde Gebilde der Korporation, mit festen Gesetzen für Essen, Trinken, Gehen, Kleidung, Haltung, Verkehr und für die Wahrung der Ehre. Ausbau und Einsatz einer solchen wohlgefügten Gemeinschaft erscheint dem Kommenden als lockender Arbeitsgegenstand für seine freien Kräfte. — Bei der Vielzahl ähnlicher Verbindungen herrscht unter ihnen reger Wettbewerb auf allen Tätigkeitsgebieten bei strenger Abgeschlossenheit voreinander. Allein die allgemeine Schätzung in der zugehörigen Umwelt „Eindruck" und „Ruf" geben den Wertmaßstab ab. Damit wird insbesondere das äußere Ansehen der Verbindung ein wesentliches Arbeitsgebiet für den Einzelnen und für die „Couleurpolitik". — Die Aktivitätssemester sind für einen rechten Fuchsen und Burschen ungeheuer eindrucksvoll. Am Ende wird jeder Menschenkreis von ihm nach der Festigkeit seiner Tradition und nach seiner gesellschaftlichen Achtung eingeschätzt. — Kein Wunder, daß diese Einstellung sich schließlich am Volke am meisten für den Staat, den Träger der Festigi - keit und der äußeren Geltung, interessiert. Die Gewöhnung an eine feste Einstellung triumphiert hier. Es ist bekannt, wie große Mühe es manche Alten Herren gekostet hat, sich innerlich von dieser, zur absoluten Staatsphilosophie zurücksührenden Anschauung freizumachen und bei der neuen Begründung ihres Verhältnisses zum Volke wieder vom Menschen auszugehen. Für die Gesamtheit als Form ist die in jener Einstellung wurzelnde Spannung fruchtbar: der Einzelne ist durch sie am Bestehen des Kollektivismus und an seiner äußeren Geltung in persönlichster Weise interessiert. Für den Couleurstudenten ist somit typisch die betonte Entschlossenheit für den Bestand und das Ansehen der Gemeinschaft, der er angehört, jederzeit mit seinem ganzen Können einzutreten. Aus dem — oft nicht mehr bewußten — Arge fühl her, daß die Verbindung für ihn und seine Freunde das heißgeliebte erste eigene Werk darstellt, hängt der Farbenstudent an seinem Bande in jener zähen Weise, die mit Autoritätsduselei und dem Stellenjägertum von Mitläufern durchaus nicht erklärt ist. Aus ihm allein stammt die eigentümliche Bereitschaft auch sehr selbständiger Charaktere, wesentliche Seiten der Persönlichkeitsfreiheit am Ende freiwillig aufzugeben und erst aus den Händen der Korporation — reglementiert — wieder zu empfangen. Die Proben sind oft hart. Die bei den schlagenden Verbindungen, herrschende schematische Beurteilung des körperlichen und des moralischen

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