KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 3 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 99 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
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(123) 99 nordische Rasse ist ja die Schöpferin alles Großen und Edlen, einschließlich Seife und Haarbürste (S. 176.) Es ist unverständlich, wie jemand, der ihr soviel zutraut, wie G., sie bedroht glauben kann von dem 1 Prozent Juden in Deutschland, die doch auch schon mit nordischem Blut infiziert sind. G. bringt alle alten Ladenhüter des Antisemitismus wieder vor. Die Juden sind schuld am Kapitalismus, an der Presse, sogar am schlechten Pressedeutsch, am Amerikanismus, an der Revolution, „wo soviel jüdische Männer an entscheidender Stelle auftauchten", am modernen Geist. Vergessen ist nur der Weltkrieg und die Rassenkunde des deutschen Volkes. Am Ende seines Werkes lehnt G. dafür ausdrücklich ab, etwa ein Antisemit zu sein und erklärt sogar, daß es überhaupt keinen Antisemitismus, keine Iudenfeindschaft an sich gäbe. Er will mal wieder nichts gesagt haben. Da ist uns doch die alte, derbe Methode des Antisemitismus noch lieber. So verrannt und hirnverbrannt sie oft war, sie hatte wenigstens den Mut, sich zu sich selbst zu bekennen. Die neue Richtung ist auch dazu zu feige. Wer ihre Methode durchschaut hat, muß sich angeekelt abwenden von dieser unehrlichen Kampfesweise. Sie hat nur den Wert, durch Lächerlichkeit unterhaltsam zu sein. Aber Lächerlichkeit tötet bekanntlich auch „Germanen mit beschränkter Haftung". i*